17.05.2013

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Borealis: Quartalsgewinn höher als erwartet, aber unter Vorjahresniveau

Borealis hat im 1. Quartal 2013 einen Nettogewinn von EUR 61 Millionen bekannt gegeben. Der Gewinn sei im Vergleich zum Vorjahr (EUR 140 Millionen) aufgrund geringerer Absatzmengen und Gewinne von Borealis' Joint Venture Borouge gesunken, bedingt durch einen planmäßigen Turnaround für routinemäßige Wartungsarbeiten, sowie infolge des schwachen Marktes für das europäische Polyolefingeschäft. Der Geschäftsbereich Basischemikalien inklusive Pflanzennährstoffe hingegen habe seine positive Entwicklung fortsetzen und die Ergebnisse des Vergleichsquartals 2012 übertreffen können.

Die Nettoverschuldung stieg den Angaben zufolge um EUR 173 Millionen an, was auf die Akquisition von DEXPlastomers und eine Dividendenzahlung an die Eigentümer von Borealis zurückzuführen sei. Mit einer Verschuldungsquote von 47% zum Ende des ersten Quartals sieht sich Borealis jedoch finanziell weiterhin stark aufgestellt.

Semi-kommerzielle Katalysatoranlage in Linz, Österreich
Die Inbetriebnahme der neuen semi-kommerziellen Polyolefin-Katalysatoranlage schreitet laut Borealis planmäßig voran. Verschiedene Katalysator-Chargen seien bereits erfolgreich im unternehmenseigenen Polymerlabor und in den Pilotanlagen getestet worden. Derzeit laufe die Vorbereitung auf das Qualifikationsverfahren, das im zweiten Quartal an Borealis' wichtigsten kommerziellen Produktionsstandorten gestartet werde. Die zweite Linie der Katalysatoranlage, die sich auf die Entwicklung neuer Katalysatoren konzentrieren soll, wurde im ersten Quartal 2013 fertiggestellt.

Borouge Turnaround und Erweiterung
Borouge, Borealis' Joint Venture in Abu Dhabi, hat die geplanten Turnarounds in den Borouge 1 und 2 Crackern und den Polyethylen- und Polypropylenanlagen sicher und wie geplant abgeschlossen. Wie das Unternehmen weiter mitteilt, wurde in allen Anlagen der Betrieb nach dem Turnaround wieder erfolgreich aufgenommen. Die Produktion habe mittlerweile wieder ihr normales Niveau erreicht.

Desweiteren habe Borouge die letzte Phase der Vorbereitung auf die Inbetriebnahme der Borouge 3 Expansion gestartet, mit der die jährliche Produktionskapazität der integrierten Polyolefinanlage bis Mitte 2014 von derzeit 2 Millionen Tonnen auf 4,5 Millionen Tonnen gesteigert werden soll. Über 23.000 Kontraktoren und Subunternehmer seien nach wie vor an den Bauarbeiten in Ruwais beteiligt. Das neue Borouge-Innovationszentrum in Abu Dhabi soll im Laufe des Jahres fertiggestellt werden. Um das Unternehmen auf die Erweiterung vorzubereiten, kündigte Borouge außerdem die Eröffnung von fünf neuen Verkaufsbüros im asiatischen Raum an.

Akquisitionen und Investitionen
Anfang März gab Borealis den Abschluss der Übernahme des in Geleen ansässigen Unternehmens DEXPlastomers VOF von DSM Nederland BV und ExxonMobil Benelux Holdings BV bekannt. DEXPlastomers stand als 50/50-Joint Venture im Eigentum von Royal DSM und ExxonMobil Chemical Company und wurde inzwischen auf Borealis Plastomers umbenannt. Die Produkte von Borealis Plastomers sind Spezialprodukte, welche die aktuellen Kunststofflösungen von Borealis optimal ergänzen sollen.

Im Januar kündigte Borealis Investitionsprojekte in Stenungsund, Schweden, und Porvoo, Finnland, an, die ein Gesamtvolumen von über EUR 45 Millionen umfassen sollen. Diese Vorhaben werden die regionalen Versorgungs- und Supportkapazitäten von Borealis stärken, indem sie die Energie- und Produktionseffizienz vorantreiben und das Produktionsergebnis weiter verbessern.

"Obwohl der größte Turnaround in der Geschichte von Borouge stattfand und der europäische Polyolefinmarkt weiterhin schwach war, lag unser Gewinn über den Erwartungen", erklärt Mark Garrett, Vorstandsvorsitzender von Borealis. "Unser Basischemikaliengeschäft lieferte weiterhin gute Ergebnisse, was unsere Strategie bestätigt, diesen Bereich weiter auszubauen. Wir werden unsere Anlagen in Europa optimieren, um auch in Zukunft auf diesen volatilen Märkten gewinnbringend wirtschaften und wachsen zu können, und dabei gleichzeitig unserere langfristige Gewinn-Strategie weiter verfolgen."

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