28/07/2011

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CCons: Kunststoffverarbeiter am Ende des 1. Halbjahres 2011 - Geht die Rally weiter?

Der nachfolgende KonjunkturberichtBericht zur Produktion und konjunkturellen Entwicklung der Kunststoffverarbeitung in 2011 wurde erstellt von Dipl.-Ing. G. Wilhelm Crößmann, CCons crößmann consulting, und basiert auf den vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten vierteljährlichen Produktionsstatistik und dem Monatsbericht für das verarbeitende Gewerbe.

Vom Statistischen Bundesamt wurde vor wenigen Tagen das 1. Quartal der Produktionsstatistik veröffentlicht und zugleich die Daten aus dem Jahr 2010 korrigiert und für das Gesamtjahr 2010 herausgegeben, die von den Summen aus den Vierteljahren nur geringfügig abweichen.

[2;z]Wohin, so fragt man sich angesichts der Zuwachsraten im 1. Vierteljahr 2011, wird die Reise der Kunststoffverarbeitung in diesem Jahr gehen? Ein neuer Produktionsrekord, bei gleichbleibender Anzahl der Betriebe? Werden die Betriebe das enorme Wachstum verkraften? Berücksichtigt man die hinter uns liegende Wirtschaftskrise und einen Basiseffekt, der sich auf das diesjährige Wachstum auswirkt, so kann man davon ausgehen, dass diese Wachstumsspitzen etwas rückläufig sein werden, die KVI in 2011 aber sicherlich ein sehr gutes Jahr schreiben wird. Und natürlich stecken in diesen Wachstumsraten auch gestiegene Betriebs-, Lohn- und Gehaltskosten und erhebliche Materialpreissteigerungen, die sich letztendlich das Ergebnis der Betriebe auswirken werden.
Diese Einschätzung einer etwas abflauenden konjunkturellen Tätigkeit in der KVI wurde durch stark rückläufige Umsatzsteigerungen auf +8,5% im April (u.a. saisonbedingte Effekte), gegenüber dem kumulierten Wachstum im 1. Vierteljahr von +16% bestätigt.
Aber bereits im Mai Setzte die Branche zum nächsten Sprung an, mit einem Umsatzanstieg von +22,8% gg. Vorjahreswert. Eine Entwicklung, die alle Sparten der KVI erfasste. Bleibt abzuwarten, ob diese sehr unstetige Entwicklung in den nächsten Monaten anhält, oder ob tatsächlich etwas Beruhigung eintritt und die KVI im Jahresdurchschnitt mit einem Wachstum von "nur etwas über 10%" zufrieden sein muss. Eine erste Einschätzung ist in ca. zwei Wochen möglich, wenn die Indizes zu Produktion und Umsatz für Juni veröffentlicht werden.

Nach Vorliegen der Halbjahreszahlen ist eine detaillierte Analyse der Entwicklung der KVI und die Einflüsse der Geschäftstätigkeit auf den Exportmärkten möglich. Hinsichtlich 2010 ist für die Außenhandelsorientierung der Branche auf die Studie von uns veröffentlichte Studie zum Außenhandel mit Kunststoffwaren zu verweisen. Die Halbjahreszahlen werden dann auch in die o.a. Betrachtung zur Entwicklung im 1.Halbjahr eingehen.

Wie schon erwähnt, werden sich auch die Kosten für Betriebs- und Fertigungsmittel in den Ergebnissen der Kunststoffverarbeiter niederschlagen. Lt. Amtlichem Erzeugerpreisindex lagen die Kunststoffpreise im 1. Halbjahr knapp 11 % über dem Vorjahreswert, in Realität dürfte der Preisanstieg gut doppelt so hoch sein. Die Indizes Kartons und Druckfarben stiegen in diesem Zeitraum um 1,5%, Werkzeuge und Maschinen um 1,5 bis 3%, PKW und LKW um knapp 1 und 2%, Strom um 8 bis 15%, Erdgas um etwa 15%, Treibstoffe um 15 bis 20%.
Die Kunststoffwaren entwickelten sich lt. Index meist sehr viel zurückhaltender, im Durchschnitt +4,1% im 1. Halbjahr 2011. Dabei erhöhte sich der Index für Halbzeuge um +6,8%, Verpackungsmittel +6,6%, Baubedarfsartikel +2,4% und die anderen K-Waren um +1,8%. Schlusslicht wie üblich die Technischen Teile mit +1,0%. Die Teile für Straßenfahrzeuge sanken in diesem Zeitraum wiederum um-0,4%. Eine Entwicklung, die seit Jahren anhält und zur Frage verleitet, wie leidensfähig die Zulieferer in dieser Branche sind.

Detaillierte Auswertungen des Monatsberichts für die KVI und ihre Sparten, in verschiedenen statistischen Abgrenzungen, Produktionsstatistik, Preisindizes und Außenhandelsdaten in übersichtlich aufbereiteter Form sind bei CCons, auch für andere Branchen und Produkte erhältlich.

Über die CCons crößmann consulting
CCons crößmann consulting versteht sich als Dienstleister zur Betreuung von Forschungsprojekten, den beteiligten Konsortialpartnern und Vertretung gegenüber den finanzierenden Stellen (z.B. der EU) und für die Erstellung von Konjunktur- und Marktanalysen, unternehmensspezifische Marktdaten, Bereitstellung von aufbereiteten statistischen Konjunkturdaten bis hin zur regelmäßigen Branchenberichterstattung, Beratung in Normungsfragen, Vertretung in Normungsgremien, Erarbeitung technischer Spezifikationen, Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit der Auftraggeber, Pressemeldungen und Messeauftritte. Ergänzend beschäftigt sich CCons mit der Thematik der Unternehmens- und Vermögensnachfolge und -sicherung in familiengeführten Unternehmen.