04.03.2014

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CCons: Kunststoffverarbeitung 2013 am Beginn einer Wachtumsphase

Der nachfolgende Bericht zur konjunkturellen Entwicklung der deutschen Kunststoffverarbeitung in 2013 wurde erstellt von Dipl.-Ing. G. Wilhelm Crößmann, CCons crößmann consulting, und basiert auf dem vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Monatsbericht im Verarbeitenden Gewerbe.

Nach einem sehr verhaltenen nominalen Wachstum der Kunststoff verarbeitenden Industrie (KVI) in 2012 prognostizierte CCons für 2013 ein verhaltenes Wachstum. Diese Prognose ist für die statistische Abgrenzung "Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten" mit einem nominalen Umsatzwachstum von +3,0%, preisbereinigt +2,1%, nun Realität geworden. Nach einem negativen 1. Quartal 2013 zeigte sich im Jahresverlauf ein sehr ungleichmäßiger, relativ geringer Aufschwung, der sich zum Jahresende besser entwickelte.

Die gesamtwirtschaftlichen Einflüsse bewirkten in 2013 beim Umsatzwachstum eine sehr ungleichmäßige Entwicklung und ergaben in einzelnen Monaten Veränderungen beim Umsatz in der KVI von -1,8 % bis +12,8%. Kumuliert stellt sich die Lage der KVI und ihrer Sparten in der Abgrenzung für Betriebe mit 20 und mehr Mitarbeitern wie folgt dar:


Das relativ geringe Wachstum der KVI resultiert aus dem unterdurchschnittlichen Umsatzanstieg im Bereich der Halbzeuge und Baubedarfsartikel, der nicht durch die etwas höheren Wachstumsraten in den anderen Sparten wesentlich verbessert werden konnte. In der Regel werden die Zuwachsraten zu einem hohen Anteil durch das Auslandsgeschäft generiert.

Erfreulich stellt sich die Entwicklung der Anzahl der Betriebe und besonders der Beschäftigung dar. Sicherlich bedürfen die für Betriebe in der Abgrenzung von 20 und mehr Beschäftigten errechneten Daten noch der Korrektur nach Veröffentlichung der Basisdaten im Frühjahr, so lässt sich dennoch behaupten, dass die Kunststoffverarbeitung trotz Stagnation zu den Jobmotoren der deutschen Industrie zählt.

Auch wenn die KVI noch immer Wachstum generiert, so zeigen sich bei der Anzahl der Betriebe und der Beschäftigung doch Anzeichen einer Konsolidierung in der Branche, zumindest sind die Wachstumsraten früherer Jahre derzeit nicht mehr zu erreichen.

Die vierteljährlich erhobene Produktionsstatistik zeigt nach einem verlustreichen ersten Quartal im weiteren Verlauf leichtes Produktionswachstum. Nach den Berechnungen von CCons wird das stärkste Wachstum der Produktion im letzten Quartal 2013, so dass in 2013 das kumulierte Produktionswachstum dem Wachstum des realen Umsatzes entsprechen dürfte. Hier die Ergebnisse der von Januar bis September kumulierten Daten der zum Absatz bestimmten Produktion.

Hinzuweisen ist, dass bei Technischen Teile aus Kunststoffen nur Produkte erfasst sind, die für den Einbau in bestimmte Geräte und Maschinen oder zur Weiterverarbeitung vorgesehen sind und auch nur Erzeugnisse umfassen, die von den herstellenden Unternehmen an andere Unternehmen weiterverkauft werden. Teile, die im herstellenden Unternehmen weiterverarbeitet oder in eigene Erzeugnisse eingebaut werden, sind nicht erfasst.

Auch wenn Insolvenzen insgesamt wenig erfreulich sind, so zeigt die Insolvenzstatistik für die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren (eine weitere Differenzierung ist hier derzeit nicht möglich) im Vergleich zum gesamten verarbeitenden Gewerbe in 2013 eine deutliche Besserung, d.h. einen erheblichen prozentualen Rückgang der Insolvenzen. 2.091 Insolvenzanträge wurden bis November 2013 im Verarbeitenden Gewerbe gestellt (entspricht Vorjahreszeitraum). Im Bereich der Herstellung von Gummi und Kunststoffwaren waren in diesem Zeitraum 75 Insolvenzen beantragt, annähernd 22% weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die Statistik der Erzeugerpreise zeigt einmal mehr, dass es den Verarbeitern auch in 2013 nicht gelungen ist, ihre Kostensteigerungen bei Löhnen und Gehältern und höherer Beschäftigung, Material, usw. durch die an sich erforderliche Erhöhung ihrer Produktpreise zu kompensieren. Auch wenn der amtliche Preisindex nicht die realen Auswirkungen von Preisveränderungen widerspiegelt, so kann er durchaus als Grundlage für eine Trendaussage verwendet werden.

Index der Erzeugerpreise (2005=100), 2013 und Veränderung gegenüber 2012:


2014 - wie geht es weiter?
Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind gut und für die Kunststoff verarbeitende Industrie werden die Zuwachsraten für das laufende Jahr deutlich über denen des Vorjahres liegen. Besonders der Außenhandel bietet erhebliche Chancen für die Branche, aber die Außenhandelsdaten zeigen auch, dass in vielen Produktbereichen der Importdruck sehr hoch ist und sich in der Entwicklung der Branche z.T. erheblich bemerkbar machen dürfte. Qualifizierte asiatische Anbieter haben sich nicht nur als Zulieferer von Spritzgießformen mit Erfolg etabliert, sondern treten inzwischen auch erfolgreich als Zulieferer von Spritzgießteilen auf. Maßgebend hierfür ist, dass viele dieser Unternehmen nicht nur das deutsche Qualitätsniveau erreicht haben, sondern nach wie vor unter dem hiesigen Preisniveau liefern können.

Über die CCons crößmann consulting
CCons crößmann consulting versteht sich als Dienstleister der Kunststoffindustrie und hat im vergangenen Jahr sein Portfolio grundlegend verändert. Eine Ausweitung der Geschäftstätigkeit erfolgte im vergangenen Jahr mit dem Vertrieb von Spritzgießformen eines chinesischen Partnerunternehmens sowie zukünftig die Thematik der antistatischen Ausrüstung von Kunststoffen, wobei diese Eigenschaft permanent ohne Carbon mit Nanotechnologie erreicht wird, was als eine neue Technologie mit erheblichem Potential gesehen wird.

Weiterhin erstellt CCons Konjunktur- und Marktanalysen und beliefert seine Kunden mit detaillierten Auswertungen des Monatsberichts für die KVI und ihre Sparten nach verschiedenen statistischen Abgrenzungen, Produktions- und Preisindexstatistik und umfassenden Außenhandelsstatistiken. Beratung in Normungsfragen, Erstellung technischer Spezifikationen und Betreuung von Unternehmern in Fragen der Unternehmens- und Vermögensnachfolge und -sicherung in familiengeführten Unternehmen ergänzen das Tätigkeitsprofil.

Weitere Informationen: www.ccons.de

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