19/03/2014

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Celanese: Stromleitungen mit mehrsträngigem Kern aus "Celstran" CFR-TPR

Die Celanese Corporation und Southwire Company LLC, nordamerikanischer Hersteller von Leitungen und Kabeln, haben eine neue, kostengünstigere Stromleitung vorgestellt: die C7 TM-Freileitung mit einem siebensträngigen Kern aus "Celstran" endlosfaserverstärkten Thermoplast-Litzen (CFR-TPR). Der Verbundwerkstoff ersetzt dabei einen in gängigen Konstruktionen aus Stahl bestehenden Kern, der mit Draht aus Aluminium oder Aluminium-Legierungen umwickelt wird.

"Die C7-Freileitung eignet sich für Versorger, die Wert auf höhere Flexibilität, Zuverlässigkeit und unkomplizierte Installation legen. Herzstück dieser Leitung ist die Celstran CFR-TPR-Technologie, die auf eine innovative Kombination von Kohlefasern in einer Matrix von hitzebeständigem "Fortron" PPS setzt. Die einzelnen Stränge sind mit Hochleistungs-PEEK beschichtet", erklärt Michael Ruby, Global Composites Business Manager bei Celanese. "Die Materialkombination bietet entscheidende Vorteile gegenüber herkömmlichen Leitungen sowie anderen Hochtemperaturleiterseilen (HTLS), die darauf ausgelegt sind, mehr Strom zu transportieren - und die entsprechend höheren Temperaturen auszuhalten."

Die von Celanese und Southwire entwickelte Stromleitung besitzt demnach gegenüber einem Verbundleiter aus Stahl und Aluminium von gleichem Durchmesser annähernd die doppelte Kapazität und hängt geringer durch. Der mehrsträngige Celstran CFR-TPR-Kern sorge zudem für erhöhte Ausfallsicherheit durch das Vermeiden eines so genannten Single Point of Failure (SPoF), wie er in einsträngigen Kernen vorliegen würde.

"Ziel unserer Bemühungen um die C7-Freileitung mit thermoplastischen Materialien war es, unseren Kunden eine Alternative zu unseren rein metallbasierten ACSR-Standardleitungen und unserem Produkt HS285 mit einem Kern aus ultrahochfestem Stahl zu bieten. Diese Alternative musste natürlich flexibel, zuverlässig und robust genug sein, um auch unter anspruchsvollen Bedingungen zu bestehen", so Mark Lancaster, Geschäftsführer der Abteilung Freileitungen bei Southwire.

Die C7-Freileitung mit Celstran CFR-TPR-Kern bietet laut Celanese diverse Vorteile:

Minimale thermische Ausdehnung - Minimales Durchhängen auch bei hoher Leistungsübertragung.
Geringes Gewicht - Trotz geringem Eigengewicht hochbelastbar.
Multi-Strang-Kern - Im Gegensatz zu Leitungen mit Monokernen kein SPoF.
Flexibel und robust - Lässt sich ohne gesonderte Schulung oder Spezialausrüstung wie herkömmliche Leitungen installieren.
Viele Leitungsdesigns - Anpassbar an individuelle Installationsvoraussetzungen; für leichte bis schwere Eislasten, von kurzen bis zu langen Spannweiten sowie eine Vielzahl weiterer Leitungskonstruktionen.
Geeignet für konventionelle Verbindungen - Herkömmlich, technikerfreundlich, zweiteilige Quetschverbinder.

Die Southwire C7-Freileitung sei auch bei anspruchsvollen Einsätzen für einen Lebenszyklus von über 40 Jahren ausgelegt. Ihre thermischen Eigenschaften sollen die Betriebskosten senken und die Leistung sowohl bei neuen als auch bei Austauschleitungen wesentlich verbessern.

Die endlosfaserverstärkten Thermoplast-Tapes Celstran CFR-TPR und Celstran CFR-TP nutzen ein patentiertes Pultrusionsverfahren, das die unidirektionale Einbettung der Verstärkungsfasern in die Matrix ermöglicht und damit eine optimale Imprägnierungsqualität garantieren soll. Durch verschiedene Matrixmaterialien (PPS, PEEK, PVDF, PBT/PET, PP, HDPE, PAA/PPA, POM, TPU u.a.), die Verwendung von Glas-, Kohle- und Aramidfasern sowie von Additiven, lassen sich Celstran CFR-TPR und CFR-TP für spezifische Materialanforderungen maßschneidern.

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