Chemie der Kunststoffe

Chemie der Kunststoffe

Als Addition bezeichnet man in der Chemie einen Vorgang, bei dem aus zwei Ausgangsstoffen ein neuer Stoff ohne Nebenprodukte entsteht. Bei der Polyadditon werden verschiedenartig aufgebaute molekulare Bausteine oder Monomere unter Wanderung von Wasserstoffatomen zu Hochpolymeren verknüpft. Man führt diese Art der Polymerisation im allgemeinen so durch, daß man die Monomere Hitze und Druck aussetzt. Nach diesem Verfahren werden heute zwei bedeutsame Kunststoffgruppen hergestellt: Polyurethane und Epoxydharze.

Polykondensation kann dann stattfinden, wenn die Reaktanden jeweils zwei funktionelle Gruppen besitzen, die sich durch Wasserabspaltung miteinander verbinden können. Staudinger 1961, 108, schreibt: „Das Wesen der Polykondensation ist charakterisiert durch eine chemische Reaktion zwischen zwei artgleichen oder artverschiedenen, aber reaktionsfähige Gruppen tragende Verbindungen, wobei […] niedermolekulare Reaktionsnebenprodukte wie Wasser, Alkohole, Ammoniak, Salzsäure oder ähnliche Stoffe abgespalten werden. […] Das Entfernen der Reaktionsnebenprodukte ist beim Kondensationsprozeß […] für einen glatten und erfolgreichen Ablauf der Reaktion unbedingte verfahrenstechnische Notwendigkeit. Als technisch wichtige Kunststoffgruppen, die nach dem Polykondensationsverfahren hergestellt werden sind u. a. zu nennen: 1) die Gruppe der Phenol-Formaldehyd-Harze (= Phenoplaste als typische Duroplaste [z. B. Bakelit]), 2) die Polyamide (Nylon- und Perlon-Typ) und die linearen Polyester (insbesondere die Polycarbonate als Thermoplaste) und 3) die vernetzten Polyester als Lack- und Gießharze. […] (Hinzu kommen die, Red.) Silikone“.