20/02/2015

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Clariant: Starkes Wachstum und verbesserte operative Margen in 2014

Clariant hat für das Jahr 2014 einen Jahresumsatz aus fortgeführten Aktivitäten von 6,116 Mrd. CHF gemeldet. Im Vergleich zu 6,076 Mrd. CHF im Jahr 2013 stellt dies einen Anstieg von 5 Prozent in Lokalwährungen dar, der vor allem auf höhere Volumina (+4%) zurückgeführt wird. In Schweizer Franken stieg der Umsatz um 1 Prozent.

Die regionalen Umsatzzahlen in Lokalwährungen waren laut Clariant überwiegend positiv. Das Unternehmen verzeichnete trotz einer Wachstumsabschwächung in Brasilien ein starkes Wachstum von 18 Prozent in Lokalwährungen in Lateinamerika. Der Umsatz in Asien stieg um 9 Prozent in Lokalwährungen aufgrund einer starken Nachfrage aus Südostasien und Indien. Der Umsatz in Indien allein stieg um 24 Prozent in Lokalwährungen. Der Umsatz in Nordamerika stieg um 3 Prozent, da ein langsamer Start zu Beginn des Jahres durch eine Erholung der industriellen Nachfrage im Laufe des Jahres ausgeglichen wurde. Der Umsatz in Europa sank um 2 Prozent aufgrund eines schwachen wirtschaftlichen Umfeldes; zusätzlich konnte der Effekt von margenschwächeren Produkten reduziert werden. Der Umsatz im Nahen Osten und in Afrika stieg in Lokalwährungen um 7 Prozent.

In einem insgesamt schwierigen Geschäftsklima erzielten drei von vier Geschäftsbereichen ein gutes Umsatzwachstum in Lokalwährungen im Bereich von 6 Prozent bis 8 Prozent. In Bereich Plastics & Coatings verzeichneten alle Bereiche ein mittleres einstelliges Wachstum, wozu der Bereich Pigmente im Vergleich zum Vorjahr am stärksten beitrug.

Die Bruttomarge verbesserte sich leicht von 28,7 Prozent im Vorjahr auf 29,0 Prozent. Eine positive Volumen-Produktmix-Entwicklung und eine verbesserte betriebliche Effizienz hätten dabei die negativen Auswirkungen der Währung kompensiert. Gegenüber dem Vorjahr waren die Verkaufspreise demnach geringfügig höher und die Rohstoffkosten etwas niedriger.

Das EBITDA vor Einmaleffekten aus fortgeführten Aktivitäten stieg um 6 Prozent in Lokalwährungen und erreichte 867 Mio. CHF im Vergleich zu 858 Mio. CHF im Vorjahr (+1 Prozent in CHF). Die entsprechende EBITDA-Marge verbesserte sich auf 14,2 Prozent im Vergleich zu 14,1 Prozent für das Gesamtjahr 2013.

Das Nettoergebnis aus fortgeführten Aktivitäten sank von 323 Mio CHF im Vorjahr auf 235 Mio CHF. Dies sei von höheren Steueraufwendungen 2014 beeinflusst worden. Im Vergleich dazu seien die Steueraufwendungen 2013 aufgrund der Geschäftsverkäufe auf einem sehr niedrigen Niveau gewesen. Der operative Cashflow für das gesamte Jahr erhöhte sich auf 334 Mio. CHF gegenüber 301 Mio. CHF im Jahr 2013. Wie erwartet, habe eine starke Cashflow-Generierung in der zweiten Jahreshälfte den verzeichneten Mittelabfluss in den ersten sechs Monaten des Jahres 2014 kompensieren können.

Die Nettoverschuldung reduzierte sich auf 1,263 Mrd. CHF von 1,500 Mrd. CHF, die am Ende des Jahres 2013 verzeichnet wurden, und lag damit unter den anvisierten 1,300 Mrd. CHF. Der Verschuldungsgrad, der die Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital abbildet, verbesserte sich auf 46 Prozent von 54 Prozent am Ende des Jahres 2013.

Dank des soliden Ergebnisses will der Verwaltungsrat der Generalversammlung eine erhöhte Dividende von 0,40 CHF pro Aktie im Vergleich zu 0,36 CHF pro Aktie im Vorjahr vorschlagen. Die Ausschüttung soll aus der Kapitaleinlage-Reserve erfolgen, die von der eidgenössischen Verrechnungssteuer befreit ist.

Ausblick 2015
Clariant erwartet ein andauernd schwieriges Umfeld, das sich durch eine erhöhte Schwankung bei den Rohmaterialienpreisen und Währungen auszeichnet. In den Schwellenmärkten sollte die Wirtschaftslage voraussichtlich weiterhin günstig bleiben, dies aber auf einem tieferen Niveau und mit erhöhter Volatilität. In den Vereinigten Staaten wird weiterhin ein moderates Wachstum erwartet. Das Wachstum in Europa dürfte nach Ansicht von Clariant jedoch schwach bleiben. Der Effekt der aus der Aufwertung des Schweizer Franken bei gleichzeitiger Schwächung des Euro resultiert, werde den Umsatz und die Profitabilität von Clariant in absoluten Zahlen beeinflussen, aber in Bezug auf die relative Marge im Jahr 2015 fast neutral bleiben.

Im Jahr 2015 will Clariant ihre betriebliche Effizienz durch die Implementierung einer schlanken Serviceorganisation verbessern, die Marketing-Excellence-Aktivitäten weiter ausbauen und weiterhin Innovationen einführen, sowie Werte für die Kunden steigern.

Für 2015 erwartet Clariant ein niedriges bis mittleres einstelliges Umsatzwachstum in Lokalwährungen. Angesichts des sich verändernden Währungsumfelds und der volatilen Wirtschaftslage geht Clariant derzeit davon aus, das mittelfristige Ziel für die EBITDA-Marge im Jahr 2015 nicht zu erreichen. Allerdings will das Unternehmen seine im Vergleich zu 2014 erhöhte EBITDA-Marge vor Einmaleffekten weiter verbessern und die Cashflow-Generierung weiter vorantreiben.

Clariant bestätigt ihr mittelfristiges Ziel, eine Position in der Spitzengruppe der Spezialchemie-Branche erreichen zu wollen. Dies entspricht einer EBITDA-Marge vor Einmaleffekten im Bereich von 16 Prozent bis 19 Prozent und einer Rendite auf das investierte Kapital (ROIC), die über dem Durchschnitt der Peer Group im Jahr 2015 und darüber hinaus liegt.

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