28/09/2015

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Composites Europe 2015: Mit Leichtbau auf Wachstumskurs

Der Leichtbau ist für die Faserverbundwerkstoff-Industrie eine der größten Chancen und Wachstumsperspektive. Die Nachfrage in Europa wächst, die Branche blickt positiv in die Zukunft - vor allem am Innovationsstandort Deutschland, wo die Produktion der leichten Werkstoffe überdurchschnittlich ansteigt. Die gute Stimmung spiegelte auch die 10. Composites Europe wider, die ihr Jubiläum vom 22. bis 24. September 2015 mit neuen Bestmarken feiern konnte - bei Ausstellern, Besuchern und Ausstellungsfläche.

Seit der Erstveranstaltung bewegt sich die Fachmesse für faserverstärkte Kunststoffe ununterbrochen auf Rekordkurs. Mit 168 Ausstellern war die Composites Europe 2006 an den Start gegangen. Zur 10. Auflage waren 470 Unternehmen (Vorveranstaltung Stuttgart 2013: 405) aus 29 Nationen nach Stuttgart gekommen, wo die Messe in diesem Jahr turnusmäßig stattfand und erstmals drei Hallen belegte. Mit 10.087 Besuchern (2013: 9.171) konnte die Composites Europe eine weitere Bestmarke verzeichnen.

Vor allem die Leichtbauexperten aus dem Automobilbau, der Luftfahrt, dem Maschinenbau, der Sport- und Freizeitindustrie, der Windenergie und dem Bausektor zog es aufs Stuttgarter Messegelände. Die Composites Europe gilt auch für die internationale Branche als ein wichtiger Treffpunkt: Fast jeder zweite Messebesucher (45%) kam aus dem Ausland, jeder achte (13%) aus Übersee.

Markt für Composites wächst 2015 weiter
Glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK) bleiben in der Composites-Industrie nach wie vor die mit Abstand größte Materialgruppe und machen über 95 % der Gesamtmenge aus. Die GFK- Produktion wächst im Jahr 2015 um 2,5 % und erreicht mit geschätzten 1,069 Millionen Tonnen das höchste Niveau seit acht Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt der Branchenverband AVK - Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe in seinem aktuellen Marktbericht, der in Stuttgart vorgestellt wurde. Thermoplastische Materialien wie GMT und LFT verzeichnen dabei ein überdurchschnittliches Wachstum. Neben der Entwicklung neuer Produkte liegen hier weitere Forschungsschwerpunkte auf Multimaterialsysteme von Composites-Systemen in Strukturbauteilen.

Deutschland bleibt Wachstumsmarkt Nr. 1
Die höchsten Wachstumsraten verzeichnet die Composites-Industrie in Deutschland - der größte Markt für faserverstärkte Kunststoffe in Europa wächst in 2015 um 6 %, gefolgt von den osteuropäischen Ländern (4 %) und UK/Irland (3 %). Hauptabnehmer bleiben der Transport- und der Bausektor, gefolgt von der Elektro-/Elektronikindustrie sowie der Sport- und Freizeitindustrie.

Die guten wirtschaftlichen Perspektiven von Faserverbundwerkstoffen bestätigen auch die Messebesucher: 72 % der Befragten erwarten in den kommenden drei bis vier Jahren eine steigende Konjunktur in ihrer jeweiligen Branche. Nur 18 % gehen von einer stagnierenden Entwicklung in ihrer Branche aus.

Composites Europe rückt Leichtbau in den Fokus
Für die Anwenderindustrien von faserverstärkten Kunststoffen ist der Leichtbau eine der größten Herausforderungen, wie eine repräsentative Befragung der Messebesucher ergab. Rund die Hälfte räumen dem Leichtbau die Priorität bei der Entwicklung innovativer Bauteile ein, gefolgt von der Reduktion von Werkstoffkosten, der Automatisierung und der Prozessverkürzung.

Neben dem Messebereich bot die Composites Europe mit einem umfangreichen Kongress- und Vortragsprogramm einen Ausblick in die Zukunft des Leichtbaus. Mit dem 1st International Composites Congress (der die bisherige AVK-Tagung ablöst) und der bio!CAR Konferenz feierten zwei neue Veranstaltungen ihre Premiere im Rahmen der Composites Europe.

Parallelveranstaltung Hybrid Expo entwickelt sich positiv
Die Bedeutung von Multi-Materialverbunden - speziell von Metall-Kunststoff-Verbindungen - im Automobilbau und der Elektronik zeigte auch die parallel stattfindende Hybrid Expo, die zum zweiten Mal in Stuttgart stattfand. 70 internationale Aussteller, darunter viele Branchengrößen aus dem Maschinenbau, dem Werkzeugbau sowie der Forschung und Entwicklung, aber auch zahlreiche Anbieter von Komplettlösungen zeigten die gesamte Prozesskette rund um die serielle Fertigung hybrider Bauteile. Im besonderen Fokus der Messe standen die Prozessintegration und -beschleunigung bei der Herstellung von Metall-Kunststoff-Verbindungen. 2.962 Besucher zählte die diesjährige Hybrid Expo

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