Computerspieltechnik für Industrieanwendungen

In modernen Computerspielen sind oft riesige, interaktive Zukunftsszenarien nachgebildet. Per Joystick, Mausklick oder Kopfbewegung können sich die Nutzer durch die Fantasiewelt bewegen und mit ihr interagieren. Die dahinter steckende Technologie ist mehr als Spielerei: Auch Maschinen, Labore und Fahrzeuge können täuschend echt virtuell nachgebildet und interaktiv erfahrbar gemacht werden. Das Leipziger Start-up LeFx, ein Spin-off aus der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) demonstriert, wie Industriekunden von Virtual Reality (VR) profitieren können.

„Geplante Bauvorhaben, verschiedene Ausstattungsvarianten eines Fahrzeugs oder komplexe Prozesse lassen sich besser nachvollziehen, wenn man sie sich bildlich vor Augen führt“, so Klaus Hänßgen, Professor für Multimediatechnologie an der HTWK Leipzig. In der Architektur werden deshalb schon seit langem größere Immobilienprojekte dreidimensional visualisiert. „Doch noch einfacher wird es für die Vorstellungskraft, wenn man die Objekte komplett virtuell nachbildet – inklusive Interaktionsmöglichkeiten“, ergänzt der Medieninformatiker Hannes Finke und erklärt damit zugleich die Geschäftsidee des Leipziger Start-ups LeFx. Das Spin-off der HTWK Leipzig realisiert VR-Simulationen für Kunden aus der Immobilienbranche, der Medizintechnik oder dem Maschinenbau. 

Die Idee, klassische Konstruktionsdaten und Computerspiel-Technologien zu einer neuen VR-Anwendung zusammenzufügen, entwickelte Hannes Finke gemeinsam mit zwei Kommilitonen während des Medieninformatik-Studiums an der HTWK Leipzig. Mit Unterstützung ihres Professors Klaus Hänßgen warben sie mit dem Projekt „VRX“ ein EXIST-Gründerstipendium des Bundeswirtschaftsministeriums ein. Von Januar bis Dezember 2015 wurde der Lebensunterhalt der drei Medieninformatiker über das Stipendium abgedeckt, die Hochschule stellte Arbeitsplatz und Infrastruktur. Seit Auslaufen der Förderung steht das Start-up auf eigenen Beinen.

Quelle
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig