20.03.2013

www.plasticker.de

DSD: Grüner Punkt fordert mehr Kunststoff-Recycling

Die Vorgaben der Verpackungsverordnung für das Kunststoffrecycling müssen deutlich erhöht werden, fordert die Der Grüne Punkt - Duales System Deutschland GmbH (DSD). "Das Ziel für das werkstoffliche Recycling von 36 Prozent ist aus dem vergangenen Jahrhundert", erklärt Stefan Schreiter, Geschäftsführender Gesellschafter und CEO der DSD-Muttergesellschaft DSD - Duales System Holding GmbH & Co. KG.

Der Grüne Punkt selbst will nach eigenen Angaben im Jahr 2013 ca. 52 Prozent der bei ihm beteiligten Kunststoffverpackungen werkstofflich zu Regranulaten recyceln. Das seien etwa 25.000 Tonnen mehr als 2011, als das Ergebnis noch 50 Prozent betrug. "Die Sortieranlagen für den Gelben Sack und die Gelbe Tonne werden, durch uns angetrieben, immer besser", betont Schreiter, "daher lässt sich schon heute mehr Kunststoff hochwertig und wirtschaftlich vernünftig recyceln. Unser Ziel für 2015 lautet mehr als 60 Prozent."

"Es ist daher jetzt höchste Zeit, dem Markt einen Impuls zu setzen", fordert Schreiter. "Die gesetzliche Vorgabe sollte mindestens 65 Prozent betragen - und zwar der gesammelten Menge. Damit würde sie sich gegenüber dem Status quo verdoppeln." Von ambitionierten Recyclingzielen erwartet der DSD-Chef wichtige Anreize für den wachsenden Markt mit recyceltem Kunststoff in Deutschland. Aktuell leide dieser Markt darunter, dass zu viele Kunststoffabfälle, zum Beispiel aus gewerblichen Quellen, in der Müllverbrennung landen würden.

Die Kommunen, die zwei Drittel der Müllverbrennungsanlagen (MVA) in Deutschland betreiben oder an ihnen beteiligt seien, hätten in den vergangenen Jahren ihre MVA völlig am Markt vorbei ausgebaut. "Die Politik ist gefordert, einen vernünftigen Lösungsansatz für die bestehenden Überkapazitäten in der Müllverbrennung zu finden", so Schreiter. "Denn diese belasten die öffentlichen Gebührenhaushalte." MVA-Betreiber suchen demzufolge zunehmend nach Abfällen, um brachliegende Kapazitäten in der Müllverbrennung auszulasten. "Darum wollen die Kommunen die Hoheit über alle Stoffströme bekommen, auch über die Verpackungen. Wir müssen dieser unsinnigen Forderung entgegentreten und die Recyclingziele signifikant erhöhen, damit wertvoller Kunststoff nicht in defizitäre Müllöfen wandert."

Grundsätzlich gelte, dass DSD alle Kunststoffverpackungen, die nicht werkstofflich verwertet werden, zu Ersatzbrennstoff aufbereite, der in der Industrie und in Kraftwerken fossile Brennstoffe ersetze und damit Ressourcen spare und CO2-Ausstoß vermeidee. "Mit Müllverbrennung hat das überhaupt nichts zu tun", betont Schreiter abschließend.

Weitere News im plasticker