03/08/2015

Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

Das CEA und das Fraunhofer-Institut ISE entwickeln gemeinsam höchsteffiziente Mehrfachsolarzellen

Deutschland und Frankreich zählen zu den führenden europäischen Ländern in der Halbleitertechnologie und Solarzellenforschung. Um die bereits seit einigen Jahren bestehende Kooperation zwischen dem CEA Tech in Grenoble und Chambéry, Frankreich, sowie dem deutschen Fraunhofer ISE in Freiburg noch weiter zu stärken haben beide Partner jetzt eine Vereinbarung überein „Virtuelles Labor“ getroffen. In diesem Labor werden das CEA Tech und das Fraunhofer ISE gemeinsam Synergien in der industrienahen Forschung für höchsteffiziente Mehrfachsolarzellen schaffen, Wissenschaftler ausbilden und Prototypen für Solarzellen der Zukunft entwickeln. Der Startschuss erfolgte mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung im Mai 2015.

Die Entwicklung innovativer höchsteffizienter Photovoltaik-Produkte steht im Mittelpunkt der Zusammenarbeit. CEA Tech, mit seinen beiden Labors Leti und Liten, verfügt über langjährige Erfahrung und exzellente Infrastruktur in den Bereichen Mikroelektronik und Photovoltaik, das Fraunhofer ISE steht für jahrzehntelange Expertise in der Epitaxie und der Solarzellenentwicklung. Im „Virtuellen Labor“ treffen beide aufeinander, mit dem Ziel, neue Produkte zu entwickeln und neue Märkte zu öffnen. Zu den Zielmärkten zählen neben der Konzentrator-Photovoltaik auch Verbraucherprodukte sowie der klassische Photovoltaikmarkt. Die technologischen Ergebnisse der gemeinsamen Forschungsarbeit werden in Industrie-Workshops vorgestellt und sollen mittelfristig zur Finanzierung des „Virtuellen Labors“ beitragen.

„Unser Ziel ist es, neue Produkte zu entwickeln, die der europäischen Industrie einen Wettbewerbsvorteil bieten für den Erfolg in den Zukunftsmärkten für erneuerbare Energien“, so Dr. Mathieu Baudrit, Leiter des „Concentrator Photovoltaics Laboratory“ am CEA Tech.

Beide Einrichtungen verfügen seit langem über herausragende Erfahrung in der strategischen Kooperation, ein Beispiel ist die gemeinsam mit dem Firmenpartner Soitec entwickelte Weltrekordsolarzelle, eine Vierfachzelle mit 46 Prozent Wirkungsgrad. Diese Arbeiten standen im Kontext des vom deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF sowie der französischen Forschungsförderagentur ANR geförderten Projekts „SolarBond“. Die Entwicklung der Solarzelle steht im Rahmen des Projektes GUEPARD, das vom französischen Förderprogramm für Zukunftsinvestitionen ausgewählt wurde.

Die erfolgreiche deutsch-französische Kooperation auf dem Gebiet der hocheffizienten Mehrfachsolarzellen wurde bereits 2011 mit dem „Deutsch-französischen Wirtschaftspreis“ der Industrie- und Handelskammer AHK gewürdigt, der an das CEA Tech (damals CEA-Leti) und das Fraunhofer ISE ging. Ein Jahr zuvor hatte die gegenseitige Wertschätzung beider Länder auf diesem Forschungsgebiet in der Verleihung des höchst-dotierten französischen Wissenschaftspreises der „Fondation Louis D“ an Frank Dimroth, Abteilungsleiter III-V – Epitaxie und Solarzellen am Fraunhofer ISE, ihren Ausdruck gefunden.

Quelle