Thema des Monats Dezember 2012

 
 

Das Leben des Hermann Staudinger - Teil 4

Die Jahre 1945 bis 1965

Das Jahr geht zu Ende – und mit ihm schließt unsere vierteilige Serie über Hermann Staudinger, dessen Makromolekültheorie die Polymerchemie revolutionierte (und wissenschaftlich fundierte). Gekrönt wurde Staudingers Lebenswerk mit dem Nobelpreis für Chemie, den er am 10. Dezember 1953, auf den Monat genau vor 59 Jahren, aus der Hand des schwedischen Königs empfing. Späte Lorbeeren für einen 72-jährigen Emeritus, der die Avantgarde seines Fachs schon nicht mehr repräsentierte, dessen Verdienste aber bis in unsere Tage gewürdigt werden. Noch 34 Jahre nach Staudingers Tod verneigte sich vor seinem Lebenswerk die American Chemical Society, indem sie am Freiburger Universitätsinstitut für Makromolekulare Chemie („Hermann-Staudinger-Haus“) eine Gedenktafel installierte. – Der letzte Teil unserer Serie umspannt die Nachkriegszeit bis zu Staudingers Tod im Jahre 1965 und stellt den Nobelpreis in den Mittelpunkt. Einbezogen wird hier erstmals auch die bunte Berichterstattung der Tagespresse.

 
 

„Warme Augen stehen in einem etwas geröteten Gesicht, das von einer großen Nase und einem jovialen Kinn beherrscht wird. Das könnte der Kopf eines Landarztes sein – der Kopf des deutschen Nobelpreisträgers für Chemie, Prof. Dr. Herm. Staudinger.“ (Kunze 1953) Und die „Lindauer Zeitung“ schrieb über Staudinger: „Kaum jemand, der ihm begegnet, wird sich der imponierenden Größe und der vitalen Kraft, die seine Person ausstrahlt, entziehen können.“ (Hahn 1953)

 
 

Freiburg, Lugostraße 14, 5. November 1953, kurz nach 8 Uhr: Der Hausherr und seine Frau lagen an diesem Donnerstagmorgen noch in den Federn, und so nahm kurzerhand die Putzfrau das Telegramm aus Stockholm entgegen. Knapp, aber unmissverständlich stand dort geschrieben:

„kgl akademie der wissenschaften hat ihnen nobelpreis für chemie zuerkannt stop brief folgt stop – westgren sekretär“ (vgl. Kunze 1953 und Magda Staudinger 1987, 24).

Adressat der Depesche war Prof. Dr. phil. Dr.-Ing. E. h. Dr. rer. nat. E. h. Hermann Staudinger. Dass das Nobelkomitee sich diesmal für einen Chemiker aus Deutschland entschieden hatte, war keineswegs ungewöhnlich, denn diese Ehre war vor Staudinger bereits neunzehn anderen Fachvertretern deutscher Nationalität zuteilgeworden, wenn auch nach Hitlerdiktatur und Kriegsende mit Otto Diels (1876-1954) und Kurt Alder (1902-1958) erst zweien (vgl. Klaar 1953). Ungewöhnlicher schon, dass Staudinger als doppelter Staatsbürger neben den deutschen auch den Schweizer Nobelpreisträgern zuzurechnen ist. Und erst recht aus dem Rahmen fällt, dass Staudinger als 72-jähriger Emeritus dafür gewürdigt wurde, was er schon als 39-Jähriger postuliert und bald darauf auch bewiesen hatte – die Existenz von „Riesenmolekülen“ (Makromolekülen). Mit diesem bahnbrechenden Konzept revolutionierte Staudinger in den 1920er- und 1930er-Jahren gegen hartnäckige Widerstände die Polymer- und Kunststoffchemie (siehe Folge 2 dieser Serie). Die in Nürnberg erscheinende Zeitung „Wochenend“ schrieb:

„(D)er Professor hat erforscht und bewiesen, daß die wichtigsten Naturstoffe aus Teilchen (Molekülen) von ungewöhnlicher Größe bestehen, daß sie aus vielen (oft Millionen zählenden) Atomen zusammengesetzt sind. Die Technik, die diese Naturstoffe nachzuahmen, ja nachzuschaffen bestrebt war, erhielt damit das Modell geliefert.“ (Kunze 1953)

Eine Leistung, die unbedingt den Nobelpreis verdiente: „Eine indirekte Ehrung des hervorragenden Hochschullehrers Prof. Dr. Hermann Staudinger erfolgte bereits vor längerer Zeit, als zwei seiner ehemaligen Schüler den Nobelpreis erhielten, nämlich Prof. Dr. (Leopold, Red.) Ruzicka (1887-1976, Chemie; Red.) im Jahre 1939 und Prof. Dr. (Tadeus, Red.) Reichstein (1897-1996, Medizin; Red.) 1950“, erinnerte das Düsseldorfer Blatt „Der Fortschritt“ (Klaar 1953). Gleichwohl teilte Staudinger das Los vieler Gelehrter, speziell Naturwissenschaftler: „Sein Name war in Fachkreisen berühmt, der breiteren Öffentlichkeit fast unbekannt“, konstatierte die Westberliner „Radio Revue“ anlässlich der Nobelpreisvergabe an Staudinger. Bezeichnenderweise druckte die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ) vom 6. 11. 1953 einen falschen Vornamen ab: Statt Hermann wurde Franz als Nobelpreisträger gefeiert. So hatte Staudingers Vater geheißen, der allerdings schon 1921 verstorben war. Staudinger, der große Unbekannte, so sah es 1953 die schreibende Zunft und fragte:

„Wie viele der hübschen jungen Mädchen und Frauen, die den schlanken Wuchs ihrer Beine durch Nylon- oder Perlonstrümpfe noch besonders unterstreichen, wie viele der Kraftfahrer, deren Wagen auf Reifen aus synthetischem Kautschuk laufen, und wie viele jener Leute, die die zahllosen Gebrauchsgegenstände aus Kunststoffen aller Art verkaufen, denken wohl nur ein einzigesmal an jenen hervorragenden Forscher, auf dessen wissenschaftliche Untersuchungen letzten Endes die technische Produktion all’ dieser Materialien, die aus dem modernen Leben nicht mehr fortzudenken sind, zurückzuführen ist?“ (Klaar 1953)

 
 

Dass Staudinger bis dahin nie groß im Rampenlicht gestanden hatte, lag nicht zuletzt daran, dass er es mied. Er sei kein Mann der „Eigenreklame“, attestierte ihm denn auch die „Radio Revue“. Die WAZ unterstrich, Staudingers Schüler seien „der Reihe nach mit Stargagen in die Industrie“ abgewandert, „während der Alte bescheiden in seinem Institut sitzenblieb, um seine Erkenntnisse hieb- und stichfest auszubauen“. Ins Bild passt, dass Staudinger dem Braten nicht recht trauen wollte, als schon seit Tagen die Spatzen von den Dächern pfiffen, der diesjährige Nobelpreis für Chemie werde ihm zuerkannt. Am 4. November 1953 war die Sache endgültig durchgesickert und machte in der Weltpresse die Runde. Doch noch war bei Staudinger selbst keine offizielle Bestätigung des Nobelkomitees eingetroffen und so „war es mir recht unheimlich zumute, da mir alle Pressemeldungen etwas voreilig erschienen“, verriet Staudinger später. Hinzu kam, dass er dem zu erwartenden Rummel um seine Person wenig abzugewinnen vermochte und ihm lieber erst einmal auswich:

„›Ich dachte an den Freiburger Kollegen, dem 1935 diese Ehre zuteil wurde, an den (Biologen, Red.) Dr. (Hans, Red.) Spemann (1869-1941, Red.). Der hatte damals eine fürchterliche Nacht gehabt. Deshalb habe ich mein Telefon am Abend abgestöpselt und dafür gut geschlafen.‹ Der Zweiundsiebzigjährige erzählt das wie einen gelungenen Streich […]. Der Herr Professor hat geschlafen und nichts von dem Wirbel mitbekommen, der auf dem Freiburger Fernamt herrschte, wo die Telefonfräuleins durch Anrufe aus Rom, Paris, New York und vielen deutschen Städten bestürmt worden waren, doch endlich eine Verbindung mit der Nummer 2874, dem Anschluß des neuen Nobelpreisträgers, herzustellen.“ (Kunze 1953)

Das Erwachen am 5. November war umso freudiger, denn das eingangs erwähnte Telegramm aus Stockholm beseitigte letzte Zweifel. „Um eine Stellungnahme zu der ihm zuteil gewordenen Auszeichnung gebeten, erklärte der neue deutsche Nobelpreisträger für Chemie 1953: ›Es ist für mich die endgültige Anerkennung meiner Arbeit, und es ist wunderbar, daß ich das noch erleben darf!‹“ (Klaar 1953) Er begreife den Nobelpreis als „Krönung des Kampfes um das viel umstrittene Gebiet der makromolekularen Chemie, für deren wissenschaftliche Anerkennung er lange Jahre habe kämpfen müssen“ (zitiert nach Hamburger Echo, 6. November 1953). „Der Straßburger Professor (Charles, Red.) Sadron (1902-1993, Red.), der selbst ein Institut für makromolekulare Chemie unterhält, habe ihm im vorigen Jahr einmal erklärt, er, Staudinger, hätte wohl nie so viele und bahnbrechende Erkenntnisse über die makromolekulare Chemie gewonnen, wenn er nicht so heftig von allen Seiten angegriffen worden wäre. Dieser Kampf mit den Gegnern habe ihn zur zähen Arbeit angetrieben und erst wirklich zu einem großen Forscher gemacht“, schrieb am 8. November 1953 der „Schwarzwälder Bote“, dem der frischgebackene Nobelpreisträger ein Interview gewährt hatte.

 
 

„In einer überaus festlichen Feier erfolgt die Übergabe der Nobelpreise durch König Gustav VI. Adolf. Aus seiner Hand empfing Hermann Staudinger den Nobelpreis für Chemie 1953. Es war ein schönes Bild: beide Herrren von gleicher hoher Statur, etwa gleichen Alters. Dieses Bild ging durch die ganze chemische Weltpresse.“ (Magda Staudinger 1987, 24) (Quelle: GDCh)

 
 

Staudinger betrieb hier gegenüber der Presse ein wenig Selbstilisierung. Denn sosehr er anfänglich mit Widerständen vonseiten der Fachkollegen zu kämpfen gehabt hatte, so rasch machte sich die Industrie „seine Lehren zu eigen […], nachdem sie erkannt hatte, daß ihre Anwendung die planmäßige Herstellung von Kunststoffen ermöglichte“ (Jostkleigrewe 1987, 7). Staudinger selbst erinnerte daran, „(d)ie Technik habe seine Anschauungen viel schneller akzeptiert als die Wissenschaft“ (Hamburger Echo, 6. November 1953). Trotzdem gefiel er sich in der Rolle des „Kämpfers“, an der er festhielt, auch als das Kriegsbeil längst begraben war, sprich: er mit seiner Makromolekültheorie bereits offene Türen einrannte (siehe Teil 3 dieser Serie). Es scheint fast so, als hätte er um den errungenen Sieg gebangt, wenn er ihn gegen niemanden mehr verteidigen müsste. Irgendein seelischer Stachel trieb Staudinger an, sich immer neu zu beweisen und um Anerkennung zu ringen, wovon auch sein nicht versiegender publizistischer Ausstoß zeugt. Dabei machte ihm niemand seinen Erfolg streitig, im Gegenteil: Drei Universitäten (Mainz, Salamanca und Turin) und drei Technische Hochschulen (Karlsruhe, Straßburg und Zürich) hatten Staudinger zum Ehrendoktor ernannt. Zudem war er mit der Emil-Fischer-Gedenkmünze des Vereins Deutscher Chemiker (VDCh), der Leblanc-Gedenkmünze der Société Française de Chimie (SFC), dem Cannizzaro-Preis der italienischen Accademia dei Lincei, der Goldenen Ehrennadel des Vereins Finnischer Chemiker und – seit 1952 – dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland dekoriert worden. Mag sein, dass trotzdem erst der Nobelpreis als unüberbietbarer Gipfel der Anerkennung Staudinger endgültig zu jener Sicherheit verhalf, die gelassen gegenüber Widersachern und Neidern macht. Nicht zuletzt bescherte ihm der Nobelpreis viel Geld: Staudinger durfte sich über einen Scheck freuen, der auf 175.292,94 Schwedenkronen, umgerechnet etwa 140.000 DM (vgl. Kunze 1953), ausgestellt war: „Während sich […] den Ruhm ganz Deutschland teilen kann, ist die Verwendung des Geldes allein des Gelehrten Sache“, gratulierte die Zeitung „Wochenend“ (ebd.).

Staudingers Ruhm strahlte insbesondere auf Freiburg ab, die badische Großstadt, an deren Universität er von 1926 bis 1951 als Ordinarius gewirkt hatte. Die Nachricht, Staudinger habe den Chemienobelpreis erhalten, verbreitete sich dort am 5. November 1953 wie ein Lauffeuer, und noch am selben Abend veranstalteten Freiburger Professoren und etwa 400 Studenten einen Fackelzug vor Staudingers Haus, um den Preisträger zu ehren. „(D)ie ganze Lugostraße wogte im warmen, lebendigen Fackellicht – und nach den Ansprachen erklang jubelnd das alte, schöne Lied ›Gaudeamus igitur‹.“ (Magda Staudinger 1987, 24) Der „Schwarzwälder Bote“ (8. 11. 1953) referierte die Ansprachen:

„Der jetzige Inhaber des Lehrstuhls für Chemie an der Universität Freiburg, Professor Dr. (Arthur, Red.) Lüttringhaus (1906-1992, Red.), würdigte […] das Lebenswerk seines Vorgängers. Mit seinen bahnbrechenden Forschungen […] habe Professor Staudinger der deutschen Wissenschaft zu höchstem Ansehen verholfen. Die deutsche Chemie habe schon seit Jahren erwartet, daß das Werk Professor Staudingers einmal mit der höchsten Auszeichnung bedacht werde. Der Rektor der Universität Freiburg, Prof. (Walter-Herwig, Red.) Schuchhardt (1900-1976, Red.), dankte Prof. Staudinger vor allem dafür, daß er der Universität Freiburg 25 Jahre lang die Treue gehalten habe. Durch seine Arbeiten sei der Name der Universität Freiburg in der ganzen Welt bekannt geworden.“

Auch Glückwünsche aus Bonn trafen in jenen Tagen bei Staudinger ein: Für die Bundesregierung gratulierten am 5. November Bundesinnenminister Dr. Gerhard Schröder (CDU), am 10. November Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer (CDU).

Bis zur offiziellen Übergabe des Nobelpreises durch die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften musste sich Staudinger noch bis zum 10. Dezember gedulden. Die Reise nach Stockholm sollte unvergesslich werden. Ehefrau Magda schreibt:

„Es ist zwar die dunkelste Zeit des Jahres, aber Stockholm strahlt taghell in lauter Licht an diesem Tage. In einer überaus festlichen Feier erfolgt die Übergabe der Nobelpreise durch […] König Gustav VI. Adolf […]. Aus seiner Hand empfing Hermann Staudinger den Nobelpreis für Chemie 1953. Es war ein schönes Bild: beide Herrren von gleicher hoher Statur, etwa gleichen Alters. Dieses Bild ging durch die ganze chemische Weltpresse mit der Unterschrift: Hochpolymere Stoffe bringen hohe Ehren (High Polymers bring High Honours).“ (Magda Staudinger 1987, 24)

 
 

Um die Genugtuung zu ermessen, die Staudinger in Stockholm empfunden haben muss, braucht man sich nur vor Augen zu führen, welch schwierige Jahrzehnte hinter ihm lagen: Aufreibenden wissenschaftlichen Auseinandersetzungen in den 1920er-Jahren (siehe Teil 2 dieser Serie) folgte ein politischer Eiertanz in der Nazizeit (siehe Teil 3 dieser Serie). 1940 war es Staudinger noch gelungen, dem chemischen Universitätslaboratorium eine Forschungsabteilung für makromolekulare Chemie anzugliedern – „das erste europäische Forschungszentrum, das sich exklusiv mit der Erforschung von Makromolekülen in Natur und Technik und dem neuen Forschungsfeld der Polymerwissenschaften befasste“, heißt es in einer aktuellen Selbstdarstellung der Uni Freiburg. Doch der Krieg behinderte zunehmend die Arbeit, bis schließlich bei einem Bombenangriff auf Freiburg am 27. November 1944 das Chemische Institut samt Bibliothek, Sammlungen und Apparaten nahezu vollständig zerstört wurde. „Dank dem sofortigen Eingreifen von Assistenten und Studenten konnten die wenigen noch stehengebliebenen Teile geschützt und nach Kriegsende teilweise wieder aufgebaut werden. So konnten Unterricht und Arbeiten ab 1947 in bescheidenem Umfang wieder aufgenommen werden.“ (Magda Staudinger 1987, 22)

Staudinger war 1947 schon 66 Jahre alt und hatte den Zenit seiner wissenschaftlichen Laufbahn längst hinter sich. Doch er ließ nicht nach, an dem mühsamen Neuaufbau mitzuwirken und sich insbesondere der von ihm gegründeten Forschungsabteilung für makromolekulare Chemie zu widmen, in die er ebenso zäh wie eigenbrötlerisch seine Energie steckte: „Staudinger etablierte kein interdisziplinäres Lehr- und Forschungsprogramm; niemand außer ihm hielt in Freiburg Vorlesungen über makromolekulare Chemie.“ (Deichmann 2001, 150) Mit fast 70 Jahren wurde Staudinger schließlich im Frühjahr 1951 emeritiert, doch aufs Altenteil zog er sich nicht zurück. Auf Geheiß des badischen Staatspräsidenten, Leo Wohleb (1888-1955, Red.), war nämlich gerade die Forschungsabteilung für makromolekulare Chemie in ein staatliches Forschungsinstitut umgewandelt worden und Staudinger ließ sich nicht lang bitten, es für die nächsten fünf Jahre zu leiten. Ehrenamtlich, versteht sich, und die finanzielle Unterstützung des Instituts ließ ebenfalls zu wünschen übrig: „Diese Forschungsstätte war, trotz ihres schönen Namens, recht bescheiden“, befand Magda Staudinger 1987, 22. Das galt erst recht für die Räumlichkeiten, die sich anfangs in Staudingers Privathaus befanden: „An der Gartentür Lugostraße 14 hängt eine weiße, vom Wetter etwas mitgenommene Holztafel mit der Aufschrift: ›Institut für Makromolekulare Chemie‹.“ (Kunze 1953) Als Staudinger in dieser Situation der Nobelpreis verliehen wurde, appellierte das Düsseldorfer „Handelsblatt“ (6. 11. 1953):

„Staudingers Forschungsinstitut ist zwar staatlich, aber sein Etat so unzureichend, daß nur große persönliche Opfer eine Weiterführung ermöglichten. Der ›Fonds der chemischen Industrie‹ hat vor wenigen Tagen zwar 10.000 DM zur Verfügung gestellt, aber vielleicht entschließt sich das Land Württemberg-Baden (sic) jetzt endlich zu einem großzügigen Institutsausbau. Eine solche Auswirkung des Nobelpreises wäre dem Forscher gewiß die liebste Ehrung!“

Staudingers eigener Plan, das Staatliche Forschungsinstitut für makromolekulare Chemie „entsprechend seiner Bedeutung für die moderne chemische Industrie und zur Verbreiterung seiner finanziellen Grundlage (Klaar 1953) zu einem Bundesinstitut auszugestalten, verlief mangels Unterstützung im Sande. Als Staudinger 1956 vereinbarungsgemäß die Institutsleitung niederlegte, richtete das baden-württembergische Kultusministerium daraufhin ein planmäßiges Extraordinariat für makromolekulare Chemie ein – das Universitätsinstitut für Makromolekulare Chemie entstand und siedelte 1962 in einen Neubau um, der heute den Namen „Hermann-Staudinger-Haus“ trägt (vgl. Magda Staudinger 1987, 22).

Am 23. März 1956, Staudingers 75. Geburtstag, veranstaltete die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg eine offizielle Feier, die den Gelehrten würdevoll als ehrenamtlichen Institutsleiter verabschiedete. Rektor Bernhard Welte (1906-1983), ein Religionsphilosoph, hielt die Laudatio:

„Sie haben vor nunmehr dreißig Jahren ein Tor geöffnet in der dunklen Mauer der Natur, die die Wissenschaft ständig zu erhellen und zu öffnen trachtet. […] Es ist heute so weit, daß eine ganze Welt hindurchgegangen ist und noch hindurchgeht. Die ganze Welt der Industrie, der Faserstoffe und Kunststoffe, ausgebreitet über alle Länder der Erde, ohne die unser Leben nicht mehr denkbar ist, und die ganze Welt all derer, die diese Faser- und Kunststoffe der vielfältigsten Art benützen. […] Es hat sich ein großes, neues Land von Wissenschaft, Wirtschaft und Leben aufgetan, eben hinter jenem Tor, das Sie durch Ihre wissenschaftliche Arbeit […] geöffnet haben!“ (zitiert nach Staudinger 1961, 305).

Nach seinen Zukunftsplänen befragt, hatte Staudinger schon als frischgebackener Nobelpreisträger die Absicht bekundet, das Studium der Botanik wiederaufzunehmen, das er als junger Mann zugunsten der Chemie aufgegeben hatte (siehe Teil 1 dieser Serie). „Er habe Chemie studiert, weil diese als Grundwissenschaft der Botanik vorausgehe. ›Jetzt […] wird es so langsam Zeit, mit dem Studium der Botanik zu beginnen.‹ Der Nobelpreisträger […] will Student werden. So ist es nun einmal, man lernt eben nie aus.“ (Kunze 1953) Bei Magda Staudinger 1987, 10 heißt es: „Im höheren Alter pflegte er zu sagen, daß er noch nicht genug Chemie könne, um mit dem Botanikstudium zu beginnen. Daraufhin äußerte der Dekan seiner Fakultät in Freiburg, gelegentlich einer kleinen Feier zur Verleihung des Nobelpreises 1953, daß die Fakultät nunmehr nach diesem Ereignis ewarte, daß der verbummelte Botanikstudent jetzt endlich sein Examen in diesem Fach ablegt!“ Was rein anekdotisch anmutet, hat einen substanziellen Kern: Staudingers Rückwendung zur Botanik erhellt einerseits die Ursprünge seiner Makromolekültheorie und erschließt ihm zugleich ein neues Forschungsgebiet, die Molekularbiologie. An dieser Nahtstelle wird deutlich, wie anregend für Staudinger die Begegnung mit der Botanikerin Dr. phil. Mag. rer. nat. Magda Woit, die er 1928 in zweiter Ehe heiratete, auch in wissenschaftlicher Hinsicht gewesen sein muss. Staudinger lernte die aus Riga stammende Tochter des lettischen Gesandten im August 1927 auf Helgoland kennen. Magda Staudinger 1987, 17-18 erinnert sich:

„Ich habe […] in Berlin studiert, weil man Vater in den 20er Jahren der erste Gesandte des unabhängig gewordenen Staates Lettland in Berlin wurde. Ich promovierte dort 1925 beim Pflanzenphysiologen Gottfried Haberlandt (1854-1945, Red.); ging dann nach Riga zurück, machte dort das Staatsexamen an der Universität Riga und wurde Assistentin am botanischen Laboratorium bei Nicolai Malta. Mein spezielles Interesse galt den Meeresalgen, und ich freute mich sehr, als ich im Sommer 1927 einen Arbeitsplatz als Gast an der Biologischen Anstalt auf Helgoland erhielt. Mich interessierte die Zellmembran der Algen, und ich ging an meine Untersuchungen mit dem damaligen Rüstzeug und Kenntnis über kolloide Stoffe. Im August war auch der Freiburger Botaniker, Friedrich Oltmanns (1860-1945, Red.), nach Helgoland gekommen, welcher Algenspezialist war. Ich hatte ihn dadurch kennengelernt, daß ich noch während meines Studiums zwei Algenkurse bei ihm mitgemacht hatte. Eines Tages stand er auf der Landungsbrücke von Helgoland mit einem Herrn und sprach mich an, als ich vorüberkam. Er stellte mir den Herrn vor: ›Mein Kollege von der Chemie, Hermann Staudinger‹ und zu diesem gewandt erwähnte er, daß ich in der Biologischen Anstalt über Zellmembranen der Algen arbeitete. Hermann Staudinger griff diese Mitteilung mit Interesse auf und fragte, ob er sich meine Versuche ansehen könnte: er hätte gerade eine Arbeit über ein Modell der Cellulose, des Hauptbestandteils der pflanzlichen Zellmembran publiziert. Das hinwiederum interessierte mich, und wir verabredeten einen Besuch von ihm im Laboratorium. Er kam am 24. August, sah sich meine Versuche an und ließ sie sich erläutern. Dann sagte er auf einmal zu meiner Verblüffung: ›Das ist alles ganz anders‹, setzte sich auf einen Laborschemel und fing an zu sprechen: ›Es gibt Makromoleküle, und sie werden in Zukunft eine große Bedeutung für die Biologie haben, denn nur mit so großen Molekülen kann die lebende Zelle aufgebaut werden. Sie haben, dank ihrer Größe, verschiedene Formen; dadurch sind so verschiedene Strukturen möglich, wie sie die lebende Zelle benötigt. Sie können wiederum, dank ihrer Größe, ganz verschiedene reaktionsfähige Gruppen beherbergen.‹ Er sprach eine ganze Weile über diese Dinge und erläuterte Phänomene, die zum Teil erst viele Jahre später experimentell nachgewiesen wurden. Ausgehend von seinem Cellulosemodell und angestoßen in diesen Gedankengängen durch meine Versuche, war ihm die Rolle der Makromoleküle für biologische Vorgänge hier und jetzt in dieser Stunde am 24. August 1927 eingefallen. Es war bei ihm wie eine Vision. Heute gibt es die so überaus erfolgreiche Molekularbiologie. Diese Bezeichnung stammt nicht von uns, sondern ist zuerst vom englischen Chemiker (William Thomas, Red.) Astbury (1898-1961) um 1945 gebraucht worden. Das erste Gespräch aber über diese Vorstellungen fand damals auf Helgoland statt. Ich möchte es daher als die Geburtsstunde der Molekularbiologie bezeichnen.“

 
 

Vor diesem Hintergrund bezeichnet Jaenicke 2003, 604 Magda Staudinger treffend als „treibende Moira der Makromolekülfäden aus Kaisers Bart“. Allerdings führte das Ehepaar „experimentelle Untersuchungen an den Stoffen der lebenden Zelle“ erst nach 1945 systematisch durch, bedingt auch „durch die Kriegszerstörung des Institutes“ (Magda Staudinger 1987, 18). Doch die Richtung war vorgezeichnet, die Vision blieb vital und das allgemeine Interesse war auch außerhalb der Fachkreise enorm, wie die Berichterstattung der Tagespresse rund um die Nobelpreisvergabe an Staudinger belegt: „Die größte Bedeutung wird […] voraussichtlich die makromolekulare Chemie für die Biologie und Medizin haben. Es steht fest, daß die Lebensvorgänge untrennbar mit den Makromolekülen verbunden sind. In chemischer Hinsicht besteht Leben aus Bildung, Umwandlung und Auflösung, aber auch der Reproduktion von Makromolekülen, die den Gesetzen des Lebendigen folgen, hieß es in der „Lindauer Zeitung“ (Hahn 1953; vgl. Staudinger 1938, 24, 25 u. 29 sowie Staudinger 1961, 302, 306-307 u. 333-334). „Alle unsere modernen Kunststoffe sind […] Großmoleküle. Aber auch alle lebenden Substanzen sind makromolekular. So wird Staudingers Lehre auf dem Gebiete der Biologie noch ihre größten Triumphe feiern“, schrieb „Die Welt“ (Theimer 1953). Erwartungen, die sich erfüllt haben: „Heutige Vorstellungen in der Molekularbiologie sind ohne das makromolekulare Konzept undenkbar. Auch die heute in stürmischer Entwicklung begriffene Genwissenschaft basiert auf den makromolekularen Grundlagen, wie sie Hermann Staudinger gelegt hat.“ (Jostkleigrewe 1987, 7; vgl. Rothschuh 1963, 135-136).

Staudinger genoss auch international hohes Ansehen, schon bevor ihm der Ruf des Nobelpreisträgers vorauseilte, und war im Ausland als Vortragsredner gefragt. Im November 1950 etwa wurde er nach Rom eingeladen, um am Centro Romano di Studi zu sprechen. Das Ehepaar Staudinger nutzte die Gelegenheit für eine private Audienz bei Papst Pius XII. im Petersdom (Magda Staudinger 1987, 23).

Allerdings ließ sich nicht länger darüber hinwegsehen, dass Staudinger, einst Avantgardist der organischen Chemie, inzwischen Mainstream-Positionen vertrat, die nicht mehr sämtlich auf der Höhe der Zeit waren. Staudinger lief Gefahr, vom wissenschaftlichen Fortschritt überholt oder gar abgehängt zu werden. Wo neue Erkenntnisse in Widerspruch zu seinen eigenen Auffassungen gerieten, bewertete er sie als unzulässige Angriffe, ignorierte sie oder bekämpfte sie auf verlorenem Posten. So akzeptierte er den physikalisch-chemischen Nachweis der Flexibilität linearer Makromoleküle nicht und hielt zäh an seinem Konzept fest, Makromoleküle seien starre, stäbchenähnliche Gebilde. Ebensowenig duldete er Modifikationen an seinem Gesetz über die Beziehung zwischen Molekülgröße und Viskosität:

„Ausgehend von der Vermutung, daß lineare Makromoleküle auch als Knäuel vorliegen können, entwickelte Hermann Mark (1895-1992, Red.) in Wien zusammen mit dem holländischen Physikochemiker Roelof Houwink (1899-1987, Red.) Staudingers Viskositätsgleichung empirisch weiter (Mark-Houwing-Gleichung). [...] Die Korrekturen bzw. Ergänzungen Marks und Houwinks zu Staudingers Viskositätsgesetz erwiesen sich als richtig, wurden aber von Staudinger auch noch in den 1950er Jahren abgelehnt.“ (Deichmann 2001, 410)

Speziell der „Polymer Science“ in den Vereinigten Staaten hinkte Staudinger hinterher. Hier, am Polytechnic Institute of New York in Brooklyn, wirkte jener Hermann Mark, mit dem Staudinger sich ab 1926 eine heftige Kontroverse geliefert hatte (siehe Teil 2 dieser Serie). Mark war vor den Nazis 1938 in die USA geflohen, nachdem er an der Universität Wien als Jude die Lehrerlaubnis verloren hatte und zeitweilig inhaftiert worden war. An Marks Institut in Brooklyn war mit Helmut Ringsdorf (geb. 1929, Red.) dann ab Ende der Fünfzigerjahre auch ein Staudinger-Schüler und -Promovend tätig und bekleidete eine Postdoktorandenstelle. Beim Vergleich der „beiden Welten“ schnitt Staudinger nicht gut ab:

Laut Ringsdorf war „das Freiburger Institut in den 50er Jahren nicht mehr weltführend auf dem Polymergebiet. Die Arbeiten waren zwar solide, aber meist klassisch. Hermann Staudinger als Chef des Instituts hielt sicher noch zu sehr an seiner alten virulenten und schweren Kampfzeit der 1920er Jahre fest. Hermann Mark hatte dagegen nach dem Krieg in den USA die Makromolekulare Chemie auf breiter Basis aktiviert. Er hat Physiker, Chemiker und Technologen zusammengebracht und so eine moderne Version der Polymer Science entwickelt und damit das Brooklyner Institut zu seiner damals hohen, internationalen Bedeutung geführt. Im Staudinger’schen Institut vollzog sich diese Entwicklung etwas langsamer […]. Ich habe erst in Brooklyn gelernt, was es in der Polymer-Chemie an neuen Entwicklungen gab.“ (zitiert nach Deichmann 2001, 150)

1957 prallten die beiden Welten dann aufeinander: Staudinger nahm eine Einladung Marks nach Brooklyn an, um dort einen Vortrag zu halten. Er wurde „als der Pionier der Polymere empfangen, als die Person, ›die den Kreuzzug für Polymere angeführt hat‹“ (Deichmann 2001, 186). Doch eine gute Figur machte Staudinger nicht. Ringsdorf erinnert sich:

„Ich hatte damals die Dias für Staudingers Vorträge zusammengestellt und wußte daher, über was er sprach. Wenn man das mit dem verglich, was damals in Brooklyn gemacht wurde, kann man nur sagen, daß diese Vorträge fast finstertes Polymermittelalter waren. Ich kann diese Aussage umso mehr rechtfertigen, als ich die letzten vier Vorträge […] als Originaldias heute noch in der Hand habe. Vor allem die jungen Leute haben damals in Brooklyn Hermann Staudinger sicher als den großen, alten Mann der Makromolekularen Chemie bewundert und verehrt. Das, was er sagte, haben sie wahrscheinlich verzeihend zur Kenntnis genommen, zumal er deutsch sprach.“ (zitiert nach Deichmann 2001, 186-187; vgl. Magda Staudinger 1987, 25)

Ins Jahr 1957 fielen auch Gastvorlesungen in Japan, dem Land, das Staudingers frühe Schriften über hochmolekulare organische Verbindungen noch immer wie eine Bibel verehrte (siehe Magda Staudinger 1987, 20). Staudinger begegnete bei diesem Aufenthalt dem Tenno, dem japanischen Kaiser (ebd., 20 u. 26). 1958 leitete Staudinger die deutsche Delegation im internationalen „Haus der Wissenschaften“ der Brüsseler Weltausstellung. Auch die Ehrungen rissen nicht ab: Noch zwei Mal bekam Staudinger das Große Bundesverdienstkreuz, 1957 mit Stern, 1965 mit Stern und Schulterband (Quelle). „Ihm war ein Glück zuteil geworden wie nur wenigen Wissenschaftlern: den durchschlagenden Erfolg der eigenen Arbeit voll und ganz miterleben und genießen zu können“, schreibt Krüll 1978a, 49 über Staudingers Lebensabend. Mit der Gesundheit ging es allerdings bergab; Staudinger war herzkrank (Mark 1966, 93). „Aber der Geist blieb klar, und das Interesse am Weltgeschehen und den Fortschritten der makromolekularen Wissenschaft blieb bis zum Ende. Hermann Staudinger erlebte noch den Beginn der Raumfahrt in Gestalt der ersten Satelliten. Man berichtete ihm, daß dies überhaupt nur möglich sei, weil es makromolekulare Stoffe gibt, die die Verhältnisse im Weltall aushalten. Den Sommer 1965 erlebte Hermann Staudinger in seinem Garten bei seinen Blumen mit viel Freude. Dann, am 8. September 1965 entschlief er.“ (Magda Staudinger 1987, 27) Die letzte Ruhe fand er auf dem Freiburger Hauptfriedhof. In den Nachrufen auf den 84-Jährigen hieß es u. a.:

● „Damit ist ein Stern erster Größe am Himmel der Chemie erloschen, der in den letzten Jahrzehnten strahlende Helle auf viele bisher dunkle Gebiete der Chemie geworfen hat.“ (Hopff 1969, XLI)
● „Er war Forscher, Lehrer und Apostel. […] (S)ein Forschergeist drängte ihn auf unbegangene Pfade, die zwar mühevoll und unbequem sein mochten, die aber dafür weites Neuland für Forschung, Lehre und Anwendung erschließen mußten.“ (Mark 1966, 93)

 
 

Hermann Staudinger verstarb am 8. September 1965 in Freiburg, wo er seit 1926 gewirkt hatte und 1954 zum Ehrenbürger ernannt worden war, „in Anerkennung seiner großen Verdienste in Forschung und Wissenschaft und des damit verbundenen Gewinns des Ansehens der Stadt Freiburg“. Sein Grab befindet sich auf dem Freiburger Hauptfriedhof. Witwe Magda, geb. Woit, die als Botanikerin Staudingers Forschungen befruchtet und unterstützt hatte, wurde hier 1997 zur letzten Ruhe gebettet.

Das letzte Wort gebührt der Witwe:

„Ein Jahr danach standen drei Japaner vor mir: sie wünschten zum Grab von Hermann Staudinger geführt zu werden, da sie beauftragt seien, eine Gedenkzeremonie nach ihrem Ritus durchzuführen. Am Grabe stellten sie einen großen Strauß weißer Blumen hin – weiß ist ihre Trauerfarbe. Dann entzündeten sie mitgebrachte Räucherstäbchen, begannen Worte ihres Ritus zu sprechen und sich mit den brennenden, duftenden Räucherstäbchen in beiden Händen immer wieder tief, bis fast zum Boden, vor dem Grab zu verneigen. Ich muß gestehen, daß ich sehr bewegt war. Ein ganz anderes, fernes Land, eine ganz andere fremde Religion, erwies hier einem Menschen ein Gedenken, der ein Stück neuer Erkenntnis der Welt erschlossen hat. Diese Welt ist durch unsere Technik klein geworden, wir sind alle Nachbarn. Und das verpflichtet uns immer dringender zur Mitmenschlichkeit und Mitgeschöpflichkeit auf unserer Mutter Erde. Denn nur damit können wir überleben. Hermann Staudinger ist sein ganzes Leben lang und in ganz verschiedener Weise dafür eingetreten. Und ich glaube, daß dies als sein Vermächtnis betrachtet werden kann.“ (Magda Staudinger 1987, 27-28)

 
 

Querverweise:
Beim Namen genommen
Das Andenken Hermann Staudingers halten nicht zuletzt Begriffe lebendig, für die sein Name Pate gestanden hat. Sie bereichern vor allem den Fachwortschatz, aber auch im Alltag lässt sich auf sie stoßen, denn nach Staudinger sind u. a. Schulen und Straßen benannt.

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Literaturverzeichnis
 
 

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