Das große Gummi - ABC (A-L)

Acre

Randgebiet Amazoniens, westlichster Bundesstaat →Brasiliens, mit 164.000 Quadratkilometern Fläche viermal so groß wie die Schweiz, reiche Vorkommen an Kautschukbäumen (→Hevea brasiliensis). Ursprünglich bolivianisches Territorium, bevor Brasilien Ende des 19. Jahrhundertes begann, dort →Kautschuk zu gewinnen und Einwanderer faktisch einen Staat im Staate gründeten („Republik Acre“). Daraufhin setzten mehrjährige kriegerische Auseinandersetzungen mit Bolivien ein, die der Friedensvertrag von Petrópolis am 17. September 1903 beendete; das Acre-Gebiet fiel daraufhin endgültig an Brasilien.
Quellen: Zischka 1936, 148; Jünger 1942, 79

 
 

Akron

Großstadt am Ohio-Erie-Kanal im US-Bundesstaat Ohio. Das einstige Provinznest (1827: 200 Einwohner, heute über 200.000) entwickelte sich nach Ansiedlung der Gummi produzierenden Unternehmen Goodrich, Goodyear, Firestone und General Tire zum „Reifenzentrum der Welt“ und Hauptabnehmer für →Kautschuk. Firestone etwa begann mit zwölf Arbeitern, fünfzig Jahre später beschäftigte die Firestone Tire & Rubber Company 72.000 Menschen.
Quellen: Zischka 1936, 161; Fischer 1938, 27; Klemm 1960, 20

 
 

Amazonas

längster Fluss Südamerikas; seine Ufer und die seiner Nebenflüsse messen insgesamt 60.000 Kilometer. Das Einzugsgebiet des Amazonas ist mit knapp sechs Millionen Quadratkilometern fast zweimal so groß wie der indische Subkontinent. Es wurde zum Hauptausbeutungsgebiet für Wildkautschuk, nachdem in Europa und in den Vereinigten Staaten die Industrialisierung Fahrt aufgenommen hatte. Zwischen dem Mündungsgebiet und der Stadt →Iquitos ist der Fluss durchschnittlich 36 Meter tief, wie Chapman C. Todd (1848-1929), Kapitän der „USS Wilmington“, anno 1900 ermittelte. Für Ozeandampfer ist er etwa 1.000 Meilen weit ins Landesinnere schiffbar; bis →Manaus ist sein Bett so breit, dass er sich wie ein fließender See ausnimmt, was ihm auch den Beinamen „Rio Mar“ eintrug. Der Schriftsteller Balder Olden (1882-1949) zog in seinem 1933 erschienenen Buch „Paradiese des Teufels“ die Parallele zum Kongofluss in Afrika: „Der Kongo und der Amazonas! … Beide schneiden sie auf Aequatorbreite tief in ihre Erdteile ein, beide schiffbar, beide sind die natürlichen Einfallstraßen von Europa und seiner Kultur in tropische Wildnis. Im Kongo und in Brasilien wuchsen Gum-miwälder, am Kongo wie am Amazonas hatte sich, um des Gummis willen, Europa in die Stille eingefressen und wütete gegen die eingeborenen Menschen.“ – Der Name „Amazonas“ wird übrigens mit Stämmen kriegerischer Frauen, sogenannter Amazonen, in Verbindung gebracht, die am Rio Jamunda, einem Nebenfluss, unter ihrer Königin Conori gelebt haben sollen. Davon zeugt jedenfalls ein Bericht aus den Jahren 1541 und 1542, den Gaspar de Carvajal (1500-1584), spanischer Dominikanermönch und Erzbischof von Lima, verfasste, nachdem er als Missionar und Gefolgsmann von Francisco de →Orellana den südamerikanischen Kontinent von Peru aus erkundet hatte. Carvajal zitiert Orellana mit den Worten: „Que rio mar! Ich werde ihm den Namen ‚Strom der Amazonen‘ geben.“ Alexander von Humboldt (1769-1859) hinterfragte allerdings diese Mitteilung und attestierte den Schriftstellern des 16. Jahrhunderts einen „Hang zum Wunderbaren und das Verlangen, die Beschreibungen der neuen Welt hier und da mit einem Zuge aus dem klassischen Altertum aufzuputzen“. Als Namensgeber in Betracht kommt übrigens anstelle der sagenhaften Amazonen auch das Indianerwort „Amaçunu“, das in unserer Sprache „Lärm der Wasserwellen“ bedeutet. So berichtete Carvajal von riesigen, eine Spur der Verwüstung hinterlassenden Flutwellen, für die die Indianer einen „Wasserdrachen“ verantwort-lich machten.
Quellen: Carvajal o. J., 267-276; Butze 1954, 90, 96, 116-121; Fischer 1938, 24; Jünger 1942, 19, 80 u. 90; Olden 1933, 99-102 und 1977, 139-141; Hoppenhaus 2013, 36

 
 

Brasilien

Urheimat des Kautschukbaums, der →Hevea brasiliensis. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es ausschließlich Wildkautschuk, noch keinen Plantagenanbau. Von den um 1900 weltweit durch →Seringueiros gezapften 54.000 Tonnen Naturkautschuk kamen 50.000 aus Brasilien, der Rest stammte aus dem Kongogebiet. Sein Kautschukmonopol verlor Brasilien alsbald an Großbritannien, das in seinen Kolonien im tropischen Asien, allen voran Ceylon und Britisch-Malaya, Kautschukanbau auf Hochleistungsplantagen betrieb. Der brasilianische Anteil an der globalen Naturkautschukgewinnung fiel binnen weniger Jahrzehnte von 80 auf drei Prozent – und macht heute lediglich 1,2 Prozent aus.
Quellen: Zischka 1936, 155-156; Hoppenhaus 2013, 37

 
 

Buitenzorg

von 1746-1942 Name der Stadt Bogor auf der indonesischen Insel →Java (1895: 25.000 Einwohner, heute 950.000). Unter niederländischer Kolonialherrschaft wurde hier ab 1744 der damals größte botanische Garten der Welt („Kebun Raya Bogor“) angelegt. 1876 gelangten die ersten Zöglinge der →Hevea brasiliensis nach Buitenzorg, wo sie exzellent gediehen. Ab 1910 begannen Botaniker um W. M. van Helten damit, den Kautschukbaum zu veredeln und so seinen Ertrag zu steigern. Das Experiment gelang: Buitenzorgs achtjährige Bäume lieferten 650 Kilo Kautschuk pro Hektar, die Bäume Britisch-Malayas nur 300 Kilo. Das Latexröhrensystem unter der Rinde der neu kultivierten Hevea war nämlich dichter als bei der Wildform, zudem stellten die Buitenzorger Bäume geringere Ansprüche ans Klima und kamen mit weniger Wasser aus. Ins Bild passt, dass Buitenzorg wörtlich übersetzt „Sorglos“ bedeutet, auch geläufig als „Sanssouci“.
Quellen: Zischka 1936, 163 u. 168; Jünger 1942, 67; Helbig 1949, 261

 
 

Buna

synthetischer Kautschuk, Polymer aus Butadien als Grundkörper (Isomer). Als Anfang des 20. Jahrhunderts Chemiker nach Wegen suchten, Kautschuk künstlich herzustellen, stand ihnen mit →Isopren, dem Isomer des Naturkautschuks, nur ein einziger, allerdings vielversprechender Ausgangsstoff zur Verfügung. Der deutsche Chemiker Fritz Hofmann (1866-1956) von den Elberfelder Farbenfabriken, vormals Friedrich Bayer & Co., stellte das Isopren synthetisch aus Abkömmlingen des Steinkohlenteers her und wandelte diese durch Wärmepolymerisation bei hohem Druck in künstlichen Kautschuk um. Am 12. September 1909 erteilte ihm das Kaiserliche Patentamt dafür das Patent Nr. 250 690. Die Wissenschaft vom synthetischen Kautschuk wuchs aber rasch über das Isopren hinaus: Hofmann stellte fest, dass es einer weit verzweigten Familie von Kohlenwasserstoffen, den Butadienen, angehörte. Butadien ist ein Flüssiggas, dessen Moleküle dazu tendieren, sich aneinanderzureihen, also leicht polymerisieren. Die Kettenbildung lässt sich durch chemische Hilfsmittel, von denen noch die Rede sein wird, forcieren, woraufhin Stoffe mit höchst unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften entste-hen, z. B. flüssige mit öligem Charakter oder auch feste – und in der langen Reihe möglicher Endprodukte sind dann auch solche von kautschukähnlicher Beschaffenheit zu finden.
Anders als Isopren ließ sich Butadien verhältnismäßig kostengünstig herstellen. Die Elberfelder Farbenfabriken (Hofmann und Coutelle) erzeugten um 1910 aus Azeton und Aluminium Dimethylbutadien und gewannen daraus ebenfalls durch Wärmepolymerisation Methylkautschuk. Dieser blieb jedoch qualitativ deutlich hinter Naturkautschuk zurück und kam ebenso wenig an den aus Isopren hergestellten synthetischen Kautschuk heran. Da minderwertiger Kautschukersatz kein gutes Geschäft versprach, wandte man sich vom Dimethylbutadien ab und wich auf „reines“ Butadien aus. Es herzustellen, standen mit Kalk und Kohle billige, in Deutschland reichlich vorhandene Rohstoffe zur Verfügung. Beide Stoffe wurden bei etwa 3.000 Grad Celsius zu Kalziumkarbid zusammengeschmolzen. Aus Karbid und Wasser wurde Azetylen, das man mithilfe von Quecksilbersalz, Schwefelsäure und Wasser in Acetaldehyd umwandelte. Aus diesem Zwischenprodukt machte die Kunst der Chemiker durch Zusatz von Natronlauge Aldol. Diese dickflüssige Substanz reagierte im Druckkessel, in Anwe-senheit von Nickel, mit Wasserstoff zu Butylenglykol, kurz: Butol. Dieses wurde erhitzt, den entstehenden Dämpfen Wasser entzogen – und zurück blieb schließlich gasförmiges Butadien als das erwünschte Endprodukt.
Nun erst begann die eigentliche Forschungsarbeit: Es galt herauszufinden, unter welchen Bedingungen sich Butadien in hochwertigen Kautschuk verwandelt. Aus der Unzahl von Versuchen stellten zwei schließlich zufrieden:
● Polymerisation von Butadien mithilfe von Natrium als Katalysator, d. h. als Stoff, der die Polymerisation anstößt bzw. beschleunigt, ohne sich dabei selbst zu verändern. Natrium steht mit anderen Worten bei der Synthese des Kautschuks lediglich Pate. Der so erzeugte Kunstkautschuk erhielt den Namen „Buna“, zusammengesetzt aus den Vorsilben von „Bu-tadien“ und „Na-trium“.
● Polymerisation von Butadien in Emulsion, ein Prozess, der Butadien statt unmittelbar in Kautschuk in →Latex verwandelt, wie die Natur es vormacht. Schüttelt man Butadien und Wasser zu einer Emulsion – unter Verwendung von Ammonium als Emulsionsmittel – und lässt diese durch Zusatz des Katalysators Wasserstoffsuperoxyd polymerisieren, so entsteht synthetische Gummimilch, die sich genauso weiterverarbeiten lässt wie natürliche (→Latex, →Vulkanisation).
So oder so blieb bei der Kautschuksynthese darauf zu achten, das Wachstum der Molekülketten zu unterbrechen, bevor das Material „zu fest“ wurde, d. h. seine Elastizität einbüßte. Hierzu bedienten sich die Chemiker sogenannter Polymerisationsstopper.
Die großindustrielle Erzeugung synthetischen Kautschuks, zuerst ab 1937 im Bunawerk Schkopau bei Merseburg, gab der Emulsionspolymerisation den Vorzug, Natriumkautschuk wurde in nur geringen Mengen hergestellt.
Quellen: Fischer 1938, 161, 163 u. 168-169; Jünger 1942, 187-195; Kropf 1949, 26, 28-29 u. 35-36

 
 

Cahuchu

Wort der am Amazonas beheimatet gewesenen Mainas-Indianer, das so viel wie „fließendes Holz“ bedeutet („cao“ = Baum, „ochu“ = Träne), wie der französische Mathematiker und Weltreisende Charles Marie de La Condamine (1701-1774) nach seiner Amazonasreise in einer 1745 erschienenen Denkschrift mitteilte („Relation abrégée d’un voyage fait dans l’intérieur de l'Amérique méridionale“). Gemeint war das Harz des Kautschukbaums. „Ritzt man seine Rinde“, heißt es bei La Condamine, „so strömt ein weißer, milchartiger Saft aus, der an der Luft langsam dunkel wird und erhärtet.“ Aus „Cahuchu“ ist in unserer Sprache das Wort →„Kautschuk“ geworden. Die österreichische Schriftstellerin Vicki Baum (1880-1960) verfasste 1943 den Roman „Cahuchu – Strom der Tränen“, der bis in unsere Tage aufgelegt wird.
Quellen: Jünger 1942, 20-23; Klemm 1960, 10-11

 
 

Deutsche Kongoliga

Organisation nach Vorbild der britischen Congo Reform Association, die sich infolge der →Kongogräuel für humanitäre Reformen im Sinne einer eingeborenenfreundlichen Kolonialpolitik des belgischen Königs Léopold II. (1835-1909) einsetzte. Gegründet wurde die Deutsche Kongoliga am 31. März 1910 in Hannover. Zu den Initiatoren zählten in erster Linie protestantische Missionare und Kaufleute; Vorsitzender wurde der Bremer Afrikakaufmann Karl Vietor (1861-1934). Die beteiligten Interessengruppen verband ein Geflecht miteinander konkurrierender ethischer, religiöser und ökonomischer Motive. Die Kaufmannschaft beispielsweise zielte vorrangig auf die Öffnung des Kongo für den Handel von Deutsch-Ostafrika aus. Die Protestanten sympathisierten mit den Briten gegen das katholische Belgien, während die deutsche Außenpolitik auf Distanz zu England bedacht war und den belgischen Nachbarn nicht düpieren wollte. So hatte die Deutsche Kongoliga ihr humanitäres Engagement mit den „nationalen Interessen“ in Einklang zu bringen, die eindeutig Priorität genossen. Auf Belgien wurde z. B. insoweit Rücksicht genommen, als man nach dem Tod Léopolds II. den Antrittsbesuch des neuen Königs Albert I. am 30. Mai 1910 in Berlin abwartete, bevor man öffentlich dazu aufrief, der Deutschen Kongoliga beizutreten. Das trug den Reformern den Vorwurf der Halbherzigkeit ein; zudem stand im Raum, die Liga habe sich mit der Gründung zu lange Zeit gelassen, da die belgische Regierung ein erstes Kongo-Reformpaket bereits verabschiedet hatte. Die Breitenwirkung der Deutschen Kongoliga war jedenfalls gering, ein Jahr nach Gründung zählte sie lediglich 500 Mitglieder. Am 5. Dezember 1913 löste sie sich wieder auf und konstituierte sich neu als „Deutsche Gesellschaft für Eingeborenenschutz“, die dann breitere Resonanz fand.
Quelle: Kaiser 1994, 144-147

 
 

Ebonit

Bezeichnung für Hartgummi (abgeleitet von engl. „ebony“ = Ebenholz); zähes, unelastisches Material, das als Ersatz für Leder, Holz, Metall und Horn in Gebrauch war. Der Härtegrad nimmt zu mit der Temperatur und der Menge des Schwefels, der dem Rohgummi zwecks →Vulkanisation zugesetzt wird, als deren Erfinder Charles Nelson Goodyear (1800-1860), Mechaniker und Eisenwarenhändler aus Philadelphia, gilt. Die Herstellung von Ebonit gelang Goodyear 1839, sein Bruder Nelson (1811-1857) verbesserte und vermarktete das Verfahren. 1851 präsentierte Charles Goodyear in London auf der ersten Weltausstellung ein Zimmer, in dem sämtliche Gegenstände inklusive des Mobiliars aus Ebonit gefertigt waren. Wie die Vulkanisation hat auch das Ebonit mehrere Väter, wovon Goodyears fortwährende Patentstreitigkeiten zeugen; Historiker nennen in diesem Zusammenhang vor allem den britischen Chemiker Thomas Hancock (1786-1865). Die erste Hartgummifabrik der Welt wurde 1853 in New York als Tochter des deutschen Unternehmens Meyer & Poppenhusen, Harburg bei Hamburg, gegründet. Ungefähr um das Jahr 1860 setzte dann in größerem Stil die technische Verwertung des Hartgummis ein, hergestellt wurden aus ihm vor allem Telegraphenisolatoren, Stockgriffe und Kämme.
Quellen: Fischer 1938, 152; Jünger 1942, 40-42; Klemm 1960, 16

 
 

Elastomer

Polymer, das sich unter Einwirkung externer Kräfte (Druck, Zug) verformt, aber wieder in seine ursprüngliche Gestalt zurückfindet, sobald jene Kräfte sich abschwächen bzw. fortfallen. Das bekannteste Elastomer ist →Kautschuk bzw. →Gummi. Seine Elastizität (physikalische Eigenschaft) ist Ausdruck der enormen Länge seiner Moleküle und deren spezifischer Anordnung (chemische Eigenschaft), die den Vergleich mit Spaghettiknäueln zulässt. Zieht man die verschlungenen Makromoleküle auseinander, entflechten sie sich und ordnen sich parallel an wie Perlenschnüre; lässt man sie los, schnurren sie in ihre ursprüngliche, knäuelartige Konfiguration zurück (statisch-dynamisches Gleichgewicht). Die Elastizität nimmt mit steigender Temperatur zu. Frost hingegen lässt Elastomere erstarren wie Glas, denn ohne Wärmeenergie aus der Umgebung werden die Moleküle unbeweglich.
Quellen: Hoppenhaus 2013, 36; Wikipedia

 
 

Ficus elastica

in Süd- und Südostasien heimische Feigenart, auch als Gummibaum bezeichnet. Zu Kolonialzeiten Mitte des 19. Jahrhunderts bauten Briten und Niederländer die Pflanze auf Versuchsplantagen u. a. auf →Java an, um aus ihrem Saft Kautschuk zu gewinnen und so dem brasilianischen Kautschukmonopol etwas entgegenzusetzen. Das Produkt konnte aber weder qualitativ noch quantitativ mit dem der →Hevea brasiliensis mithalten, zumal es 25 Jahre dauert, bis der Ficus elastica zapfbar ist und er dann auch nur alle drei Jahre bearbeitet werden kann.
Quelle: Jünger 1942, 57-58

 
 

Gummi

vulkanisierter, d. h. unter Einwirkung von Hitze und Schwefel beständig gemachter →Kautschuk. Vor der →Vulkanisation ist Kautschuk nur begrenzt einsatzfähig, wie im 19. Jahrhundert die ersten Gummimäntel („Mackintoshs“) zeigten: Im heißen Sommer und kalten Winter wird das Material klebrig bzw. spröde und brüchig – und vor allem verliert es jene Eigenschaft, die im alten Europa als magisch empfunden wurde: seine Elastizität.
Das Wort „Gummi“ hat seine Wurzeln im Altägyptischen. Im 17. Jahrhundert wurde es umgangssprachlich für Klebstoff verwendet. Beim „Gummi arabicum“ wiederum handelt es sich um ein Heil- und Schönheitsmittel, innerlich wie äußerlich anwendbar, und beim „Gummi elasticum“ um das aus →Kautschuk gewonnene Gummi, englisch →„Rubber“.
Quellen: Zischka 1936, 139; Fischer 1938, 10; Jünger 1942, 30-31; Klemm 1960, 40

 
 

Hevea brasiliensis

botanischer Name für den im tropischen Südamerika heimischen Kautschukbaum, der mit dem Gummibaum (→Ficus elastica) aus Büro oder Wohnzimmer weder verwandt noch verschwägert ist. Hevea hat keine dicken, fleischigen Blätter und auch keine rankenden Luftwurzeln, sondern steht im Regenwald als recht stattlicher, bis zu 30 Meter hoher Laubbaum, dessen Wuchs an Ahorn oder Linde erinnert. Die Krone des Kautschukbaums bildet glänzende dreifingrige Blätter aus, die er zur Trockenzeit komplett abwirft. Die dreikammerigen Samenkapseln springen auf, sobald sie reif sind, und katapultieren drei bonbongroße Samen in die Umgebung.
Das Verbreitungsgebiet der Hevea brasiliensis umfasst fünf Millionen Quadratkilometer südamerikanischen Bodens, von den Urwäldern südlich des Amazonas bis an die Westhänge der peruanischen Anden. Etwa drei Viertel davon sind brasilianisches Staatsgebiet. Da Heveabäume Einzelgänger sind, kommen auf einen Hektar Regenwald nur etwa acht Exemplare.
Als erster Europäer entdeckte den Baum der französische Weltreisende Charles Marie de La Condamine (→Cahuchu), als er sich von 1743 von→Quito nach →Pará begab. Die erste wissenschaftliche Beschreibung des Heveabaumes unternahm 1747 der französische Ingenieur François Fresneau de la Gataudière (1703-1770), der La Condamine (→Cahuchu) in Südamerika begegnete und mit ihm korrespondierte.
Weltweit gibt es mehrere hundert Pflanzen mit kautschukhaltigem Saft (→Latex), darunter Lianen im Kongo. Mit Abstand am ergiebigsten aber ist die Hevea brasiliensis, und sie liefert auch das hochwertigste Rohgummi. Praktisch der gesamte Naturkautschuk der Welt wird daher seit Jahrzehnten aus dieser einen Baumart gewonnen, die im Plantagenanbau zwecks Ertragssteigerung noch veredelt wurde (→Buitenzorg). Die Aufzucht von Heveen nimmt fünf bis zehn Jahre in Anspruch, bevor mit dem →Zapfen begonnen werden kann. Der Plantagenkautschuk kann ganzjährig gezapft werden, während die Ernte von Wildkautschuk im Urwald aufgrund von Überschwemmungen während der Regenzeit auf den Zeitraum Mai bis September beschränkt ist.
Quellen: Zischka 1936, 142; Fischer 1938, 76 u. 128; Helbig 1949, 266-267; Jünger 1942, 52, 56, 71, 75 u. 78; Klemm 1960, 36; Hoppenhaus 2013, 36

 
 

Iquitos

peruanische Großstadt (400.000 Einwohner) am →Amazonas im Dreiländereck Peru – Brasilien – Ekuador, nur 400 Kilometer vom →Putumayo, aber 3.700 Kilometer von der Mündung des Amazonas in den Atlantik entfernt, trotzdem für Ozeanriesen bis 3.000 Tonnen erreichbar (Grenzort der Seeschifffahrt). Ursprünglich ein winziges Urwaldnest, entwickelte Iquitos sich mit dem Kautschukboom zum Gummizentrum Perus. 1860 zählte es kaum 400 Seelen, 1887 über 4.000 und 1900 bereits 10.000 Einwohner. Aus armen Ackerbauern waren reiche Kaufleute geworden, die mit Summen jonglierten, die ihre Vorfahren nicht einmal vom Hörensagen kannten. Ein Luxusleben wie in →Manaus ließ sich hier im entlegensten Dschungel, abseits der größten Geldströme, allerdings nicht führen. Zwar floss auch hier in rauschenden Nächten der Champagner, doch das Warenangebot blieb beschränkt. Für die Indianer zum Luxus, sprich: unbezahlbar, wurden Grundnahrungsmittel wie Mehl, die hier mindestens zehnmal so viel wie kosteten wie in Lima, der Hauptstadt, oder im fernen Rio. Trotzdem sahen jene, die in Iquitos reich wurden, ihr Geld nicht schwinden – bis der Provinzgouverneur sie durch willkürlich erhobene Steuern auszupressen begann. Jeder Gouverneur war bemüht, sich möglichst rasch zu bereichern, denn Revolutionen waren damals an der Tagesordnung, und nicht selten lösten die Amtsträger einander von einem Monat auf den anderen ab. Dem Machtmissbrauch der Provinzfürsten hatte die Regierung in Lima nicht viel entgegenzusetzen, denn ihr Arm reichte kaum bis dorthin. Um nach Iquitos zu gelangen, musste man sich nämlich durch 1.000 Kilometer unwegsamen Urwald quälen. Alternativ gab es nur den Umweg über Panama und Barbados nach →Pará, um anschließend noch die besagten 3.700 Kilometer den Amazonas hinaufzuschippern. Zeitlich war Iquitos damit von Lima weiter entfernt als von Europa oder den Vereinigten Staaten. Infolge seiner geografischen Randlage nahm man in Iquitos denn auch wenig Anteil am peruanischen Staatsleben, sondern orientierte sich nach →Brasilien, insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht. Hinzu kam, dass von der Regierung in Lima wenig Gutes zu erwarten war, denn sie profitierte mit von Ausfuhrzöllen in Millionenhöhe, die der Gummihandel in Iquitos an die örtliche Zollbehörde abzutreten hatte. Wer sich in Iquitos die Taschen gefüllt hatte, tat also gut daran, alsbald das Weite zu suchen – und trug schwer an der Bürde seiner Habe: In Iquitos gab es nämlich kein Papiergeld, größere Beträge führte man in Schubkarren mit sich … Als →Brasilien schließlich sein Kautschukmonopol verlor, Preise und Aktienkurse ins Bodenlose stürzten, verblasste fast über Nacht der Glanz der Gummistädte – auch in Iquitos wich das geschäftige Treiben wieder der Stille des Urwaldes.
Quellen: Fischer 1938, 47, 60-62, 114 u. 121; Zischka 1936, 146; Jünger 1942, 80 u. 90-91; Klemm 1960, 24, 26; Olden 1977, 142

 
 

Isopren

gasförmiger, ungesättigter Kohlenwasserstoff. Grundkörper (Isomer) des Naturkautschuks; lässt sich synthetisch aus Terpentin und Kresol gewinnen. Chemische Formel: C5H8, eine Verbindung, in der die Zahl der Kohlenstoffatome sich zu jener der Wasserstoffatome wie 5:8 verhält.
Entdeckt wurde Isopren anno 1860 von dem englischen Chemiker Charles Greville Williams (1829-1910), der es durch Kautschukdestillation gewann. Isopren wurde als Grundkörper des Kautschuks identifiziert. Da es aber nicht mit Kautschuk identisch war, hatte die Forschung die Nuss zu knacken, was genau den Unterschied ausmachte. Die Hypothese kam auf, Kautschuk sei aus einem Vielfachen des Grundkörpers zusammengesetzt, das Kautschukmolekül stelle mit anderen Worten eine Zusammenlagerung Dutzender, vielleicht Tausender Isoprenmoleküle zu einem Makromolekül, kurz: ein polymeres Produkt des Isoprens dar. Zu klären blieb, wie viele Isoprenmoleküle sich zusammentun mussten, damit aus dem Kohlenwasserstoff Kautschuk wurde, und wie ihre Anordnung beschaffen sein musste (ringförmig, kettenartig, knäuelartig etc.).
Im Kautschuk hat Isopren die Polymerisation bereits hinter sich. Den in der Natur abgeschlossenen Vorgang galt es im Labor nachzuahmen, um die Makromolekülhypothese zu verifizieren und damit den Schlüssel zur Synthese künstlichen Kautschuks (→Buna) in die Hand zu bekommen. Die Aufgabe lautete also, Isopren, das durch Kautschukabbau gewonnen wurde, zu Kautschuk zu polymerisieren, es gleichsam wieder in Kautschuk zurückzuverwandeln. Schon der französische Chemiker Gustave Bouchardat (1842-1918) hatte dies für möglich gehalten, war aber von seinen gelehrten Kollegen belächelt worden. Bouchardat stellte dann 1879 aus Isopren und Salzsäure eine kautschukähnliche Masse her. Schließlich war es Fritz Hofmann (1866-1956), Chemiker der Elberfelder Farbenfabriken, der Isopren erstmals erfolgreich zu synthetischem Kautschuk polymerisierte und dafür 1909 das Patent erhielt (→Buna).
Quellen: Zischka 1936, 170-173; Fischer 1938, 152 u. 155-156; Jünger 1942, 185-186 u. 188; Klemm 1960, 38

 
 

Java

indonesische Insel, bis 1949 Teil des Kolonialgebiets Niederländisch-Indien und mit etwa 127.000 Quadratkilometern etwa dreimal so groß wie das „Mutterland“ selbst. 1947 zählte Java 50 Millionen Einwohner, heute leben dort 130 Millionen Menschen, allein in der Hauptstadt Jakarta, früher Batavia, 9,6 Millionen.
Die niederländische Flotte war bereits Ende des 16. Jahrhunderts um das Kap der Guten Hoffnung herum in den südasiatischen Raum vorgestoßen. Nach Gründung der Niederländischen Ostindien-Kompanie anno 1602 und einem Waffenstillstand im Achtzigjährigen Krieg zwischen der Niederlande und Spanien, der von 1609 bis 1621 hielt, florierte der Fernhandel.
Ins Kautschukgeschäft einzusteigen und →Brasiliens Monopol zu brechen, versuchten die Niederländer im 19. Jahrhundert bereits vor den Briten (→Wickham). Nach eher enttäuschenden Kulturversuchen auf Java mit dem dort heimischen →Ficus elastica rüsteten sie eine Expedition nach Peru aus, der es gelang, einige hundert Kautschukbäumchen (→Hevea brasiliensis) zu erwerben, von denen ein kleiner Teil glücklich nach Java gelangte. In →Buitenzorg wurde eine Plantage mit ihnen angelegt, auf der die Hevea wuchs und gedieh. Schon bald galt Niederländisch-Indien aufgrund seiner erfolgreichen Plantagenwirtschaft als „Musterkolonie“. Im 20. Jahrhundert löste der Kautschuk sogar das Zuckerrohr als bis dahin wichtigstes Anbauprodukt ab. Seit dem Ersten Weltkrieg bauten auch immer mehr einheimische Erzeuger die Hevea im eigenen Garten an, verarbeiteten den →Latex selbst zu Rohgummi („smoked sheets“) weiter und partizipierten zuletzt zu gleichen Teilen am Kautschukexport wie die Kolonialherren. Der Geograph und Indonesienkenner Karl Helbig (1903-1991) prognostizierte 1947 im Lichte der ungebremsten Nachfrage der Automobil- und Elektroindustrie „eine stete Ausweitung des Kautschukanbaus in Indonesien“, zumal die – in →Buitenzorg veredelte – Hevea „anscheinend auf jedem Boden und unter jeder Regenmenge oberhalb eines gewissen Minimums gleich gut gedeiht“. Heute behauptet Indonesien beachtliche 21,7 Prozent an der weltweiten Erzeugung von Naturkautschuk und wird lediglich von Thailand (36,6 Prozent) übertroffen.
Quellen: Jünger 1942, 57-58, 61; Helbig 1947, 28-32, 71, 73-74; Hoppenhaus 2013, 37

 
 

Kautschuk

natürliches →Elastomer, Bestandteil des Milchsafts des Kautschukbaums (→Latex), in geronnenem Zustand auch als „Rohgummi“ bezeichnet (→Plancha, →Vulkanisation).

 
 

Kambium

Wachstumszone des Baumes, trennt Rinde und Bast vom Holz des Stammes. Es handelt sich um ein Gewebe teilungsfähiger Zellen, das nach außen Rinde und nach innen Holz bildet. Jede Verletzung des Kambiums fügt dem Baum schweren Schaden zu. Die Kautschukzapfer (→Seringueiros) wussten nichts vom Kambium – aber sie wussten, dass die Gummimilch am stärksten quillt, wenn man das Messer ganz durch die Rinde hindurchstößt und sie in breiten Streifen abschält. Gummibäume, die auf diese Weise wieder und wieder verwundet werden, verbluten schließlich und sterben ab. Wird der Schnitt hingegen zu flach geführt, strömt zu wenig Milch aus. Es handelt sich buchstäblich um Millimeterarbeit; aufgrund der geforderten Präzision sind Kautschukzapfer nicht selten mit Feinmechanikern verglichen worden.
Quellen: Jünger 1940, 69; Helbig 1949, 267; Kropf 1949, 10; Klemm 1960, 23

 
 

Kongogräuel

Im Jahre 1900 gelangten aus dem noch unabhängigen Kongostaat, dessen Kautschukvorkommen Belgiens König Léopold II. (1835-1909) privatwirtschaftlich ausbeuten ließ, Berichte von Missionaren über an den Eingeborenen begangene Gräueltaten in die europäischen Gazetten. Die Rede war von Zwangsarbeit, körperlicher Züchtigung, Verstümmelung und Mord. Die britische Regierung entsandte daraufhin ihren Konsul Roger Casement (1864-1916) in den Kongo, der mit Land und Leuten persönlich vertraut war. Dessen Bericht erschien 1904 und bestätigte den Wahrheitsgehalt der vermeintlichen „Gräuelmärchen“. Zehn Millionen Menschenleben, so wird heute geschätzt, hat dieses brutale Ausbeutungssystem auf dem Gewissen. In Europa erhob sich, mit Scham gepaart, scharfer Protest. Belgiens König stand international am Pranger und wurde persönlich für die blutigen Verhältnisse im Kongo („Leopoldinisches System“) verantwortlich gemacht. Die öffentliche Meinung in England führte der Journalist Edmund Dene Morel (1873-1924) an, der erschütternde Bücher (Hauptwerk: „Red Rubber“, London 1906) über die Kongogräuel verfasste. Eine englische Kongoreformgesellschaft wurde gegründet, die auch in Deutschland Nachahmer fand (→Deutsche Kongoliga). Alle Untersuchungen, Debatten und Appelle fruchteten aber wenig, bis Belgien den Kongo-Freistaat am 15. November 1908 als Kolonie einverleibte, die fortan „Belgisch-Kongo“ hieß. Diese war nicht mehr dem König, sondern der parlamentarischen Regierung unterstellt. Der Unterschied zwischen den beiden Regimen war jedoch nicht so immens, wie viele Reformer es sich erhofft hatten. Gewaltexzesse hatten zwar ein Ende, Zwangsarbeit aber blieb bestehen. Was internationale Kommissionen und philanthropische Bewegungen nicht vermocht hatten, brachten schließlich der Siegeszug des Plantagenkautschuks in Asien und der Preissturz am Kautschukweltmarkt zustande: Die dem Wildkautschuk geltende Nachfrage brach ein, der Anteil des Kongo an der Weltproduktion sank von elf Prozent im Jahr 1900 auf zwei Prozent im Jahr 1914.
Quellen: Fischer 1938, 107-110; Jünger 1942, 108-109; Klemm 1960, 31-32; Olden 1977, 130; Kaiser 1994, 137; Hochschild 2000, 366, 384-385 u. 390-391

 
 

Latex

milchartiges Harz des Kautschukbaums (→Hevea brasiliensis), auch als „Gummimilch“ bezeichnet, die zu 25 bis 35 Prozent aus eigentlichem Kautschuk und zu 65 bis 75 Prozent aus Wasser besteht und im Übrigen Proteine, Kohlehydrate, Salze und Fettsäuren enthält. Es handelt sich mit anderen Worten um eine Emulsion, also die gleichmäßige Verteilung eines Stoffes, hier eines natürlichen Elastomers (→Isopren), in einem flüssigen Milieu. Eine Art Schwebezustand, in den negativ geladene, sich gegenseitig abstoßende Proteinhüllen die Kautschuksubstanz bannen, sodass diese sich von der Flüssigkeit nicht absondern kann.
Der Kautschukbaum bildet Latex naturgemäß nicht, damit der Mensch es ausbeutet, sondern zur Abwehr von Parasiten, als baumeigenes Antibiotikum und zum Wundverschluss. Einen ähnlichen Zweck erfüllt Blausäure, die die Blätter der Hevea gegen Insektenfraß schützt.
Beim →Zapfen fließt der Latex in kleine, am Baum befestigte Becher oder Näpfe. Die vollen Auffangbehälter werden in Eimer geleert und später zum Gerinnen gebracht, d. h. zu Rohgummi verarbeitet. Die Wildkautschuksammler entfachten zu diesem Zweck ein stark qualmendes Feuer, über dem sie die Gummimilch, an einem Stab gedreht, räucherten, wodurch sie augenblicklich koagulierte. Durch immer neue Lagen geronnenen Latex entstanden Kugeln von bis zu 25 Kilogramm Gewicht, die schließlich in der Sonne getrocknet wurden. Je dichter und blasenfreier dieser elastische Gummikuchen (→Plancha) war, desto höher die Qualität und damit der Preis. Um die Qualität zu steigern und zu standardisieren, wurde auf den Kautschukplantagen der Aufwand, Rohgummi herzustellen, deutlich erhöht. Dem Latex wurde Alaun, verdünnte Ameisen- oder Essigsäure zugesetzt, um sie zum Gerinnen zu bringen. Anschließend wurden die Klumpen der koagulierten Gummimilch maschinell geknetet und zu Fellen ausgewalzt. Nach vierundzwanzig Stunden in der Räucherkammer war dann das Stan-dardprodukt der Kautschukplantagen fertig – das geriffelte, geräucherte Fell („ribbed smoked sheet“), einen Meter lang, 30 Zentimeter breit. Verpackt in Sperrholzkisten wurde der Rohgummi schlussendlich für den Export vorbereitet und in die Gummifabriken von →Akron, Birmingham oder Hannover verfrachtet.
Quellen: Zischka 1936, 171; Fischer 1938, 153-154; Jünger 1942, 69, 76; Kropf 1949, 10; Klemm 1960, 37-38; Hoppenhaus 2013, 37

 
 

Autoren/Copyright

Dr. Markus Weber/Guido Deußing
Redaktionsbüro GDeußing
Guido Deußing
Uhlandstraße 16
41464 Neuss

 
 

Literatur

Butze, Herbert (1954): Im Zwielicht der tropischen Wälder. Landschaft, Mensch und Wirtschaft. Leipzig: F. A. Brockhaus, 446 S.

Carvajal, Gaspar de (o. J.): Die Fahrt des Francisco de Orellana über den Amazonas. In: Robert Grün und Evamaria Grün (Hgg.): Die Eroberung von Peru. Pizarro und andere Conquistadoren 1526-1712. München und Zürich: Droemer Knaur (= Knaur-Tb., 4401), S. 235-282

Fischer, Karl (1938): Blutgummi. Roman eines Rohstoffes. Berlin: Kommodore (Killisch-Horn & Co.), 176 S.

Helbig, Karl (1947): Indonesiens Tropenwelt. Stuttgart: Franckh, 1.-5. Tsd., 78 S.

Helbig, Karl (1949): Der Kautschukrummel. In: K. H.: Paradies in Licht und Schatten. Erlebtes und Erlauschtes in Inselindien. Braunschweig: Vieweg, S. 260-268

Hochschild, Adam (2000): Schatten über dem Kongo. Die Geschichte eines der großen, fast vergessenen Menschheitsverbrechen. Stuttgart: Klett-Cotta, 2. Aufl., 494 S.

Hoppenhaus, Kerstin (2013): Die Kautschuk-Apokalypse. Autoreifen, OP-Handschuhe, Schnuller – unser Alltag ist voller Dinge, die aus dem Saft des Kautschukbaums hergestellt werden, bis heute. Denn die elastischen Fähigkeiten von Naturgummi sind unerreicht. Ein mikroskopisch kleiner Pilz aber bedroht die Weltproduktion. In: Die Zeit, Nr. 45, 31. Oktober, S. 36-37

Jünger, Wolfgang (1942): Kampf um Kautschuk. Leipzig: Wilhelm Goldmann, 4. Aufl., 241 S.

Kaiser, Klaus (1994): „Kongogreuel“. Zur Kongoreformbewegung in England und Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg. In: Horst Gründer (Hg.): Geschichte & Humanität. Münster und Hamburg: LIT (= Europa – Übersee, 1), 2., unv. Aufl., S. 137-149

Klemm, Peter (1960): Blutgummi und Buna. In: P. K.: Entthronte Götter. Geschichten um Rohstoffe. Berlin: Neues Leben, S. 7-62

Kropf, Johannes (1949): Vom Blutgummi zum Buna. Halle (Saale): Mitteldeutscher Verlag (= Werner und Peter auf Entdeckungsfahrten, 9), 40 S.

Olden, Balder (1977): Paradiese des Teufels. Das Leben Sir Roger Casements. In: B. O.: Paradiese des Teufels. Biographisches und Autobiographisches. Schriften und Briefe aus dem Exil. Berlin: Rütten & Loening, S. 81-215

Zischka, Anton (1936): Kautschuk aus Kalk und Kohle gegen „Kautschuk aus Blut“. Der Kampf um den lebenswichtigen Rohstoff der Kraftwagen- und Elektroindustrie. In: A. Z.: Wissenschaft bricht Monopole. Bern, Leipzig und Wien: Wilhelm Goldmann, S. 139-186