Das große Gummi-ABC (Teil 2: M-Z)

Manaus

spanische Schreibweise: Manaos; am Rio Negro gelegene Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Amazonas. Schon im 16. Jahrhundert befand sich hier am hügelig ansteigenden linken Flussufer eine indianische Hüttensiedlung. 1669 entstand ein portugiesisches Fort. Mit dem Kautschukboom Ende des 19. Jahrhunderts verzehnfachte sich die Einwohnerzahl von 3.000 auf 30.000. Obwohl eintausend Meilen von der Mündung des Amazonas ins Meer entfernt, war Manaus für Überseedampfer erreichbar; so ließ sich von Europa oder den Vereinigten Staaten bis ins Herz Brasiliens reisen, ohne unterwegs ein einziges Mal das Schiff wechseln zu müssen. Die Stadt entwickelte sich zum weltgrößten Kautschukumschlagplatz mit einem der modernsten Häfen (schwimmende Docks). Verschifft wurde hier auch der Rohgummi Perus (→Iquitos) und Boliviens (→Acre). Aus dem Urwaldboden wuchsen Hochhäuser für die Banken und prunkvolle Villen für die Direktoren der Kautschukgesellschaften, die Gummihändler und die Anführer ihrer Privatarmeen. Schlagzeilen machte der Bau eines Opernhauses, größer, prächtiger und kostspieliger als das Pariser Vorbild. Die Urwaldoper direkt unter dem Äquator lockte mit Gagen, wie sie nirgendwo sonst gezahlt wurden: In Manaus sangen Weltstars wie der italienische Tenor Enrico Caruso (1873-1921), und die vergötterte französische Schauspielerin Sarah Bernhardt (1844-1923) trat hier als Kameliendame auf. Irgendwann gelangten erstmals auch Automobile nach Manaus, jene gummibereiften Vehikel, denen die Kautschukbarone ihren riesigen Reichtum zu verdanken hatten – und die Kautschuksammler (→Seringueiros) ihre große Not (→Putumayo). Eine Stadt wie eine Fieberfantasie, urteilten die Zeitgenossen, doch als das Kautschukfieber erkaltete, hatte all der Luxus ein Ende. Das Aufkommen asiatischen Plantagenkautschuks aus den britischen Kolonien verminderte die Nachfrage für Wildkautschuk und ließ den Preis auf dem Weltmarkt jäh abstürzen. Nicht zuletzt die hohen Transportkosten gerieten jetzt zum Wettbewerbsnachteil: Um eine Tonne Kautschuk von Manaus lediglich bis ans Meer, nach →Pará, zu verfrachten, musste dieselbe Summe bezahlt werden, mit der die Konkurrenz sich für den kompletten Seeweg von Singapur nach Liverpool begnügte. Die Paläste in Manaus verfielen, die Oper sah keine europäischen Gäste mehr. Doch die düsteren Prognosen, Manaus werde sich entvölkern und unter Urwaldvegetation verschwinden, bewahrheiteten sich nicht: Was Brasilien am Kautschuk verlor, gewann es am Kaffee, und dank seines Hafens blieb Manaus Zentrum des Handels des gesamten oberen Amazonasbeckens. Die Stadt zählte Anfang der 1940er-Jahre rund 90.000 Einwohner, heute sind es fast zwei Millionen. 2014 macht Manaus übrigens als Austragungsort der Fußballweltmeisterschaft international von sich reden (vier Spiele in der Vorrunde, darunter die Partie „England – Italien“).
Quellen: Carvajal o. J., 263-264; Fischer 1938, 60, 115 u. 121; Jünger 1942, 70, 80, 87, 90 u. 115; Klemm 1960, 24; Olden 1977, 141

Mangaveros

Wildkautschuksammler („Gummisucher“) im südamerikanischen Urwald (→Seringueiros).
Quellen: Zischka 1936, 145; Kropf 1949, 10; Klemm 1960, 23

Neopren

Dem französischen Chemiker Gustave Bouchardat (1842-1918) war es im Jahre 1879 gelungen, →Isopren mittels Chlorwasserstoff-Gas (HCl) zu kautschukartigen Gebilden zu polymerisieren. Aus Chlornatrium gewannen 1930 die US-amerikanischen Chemiker Arnold Collins und Wallace Hume Carothers (1896-1937) vom DuPont-de-Nemours-Konzern in Wilmington/Delaware das dem Isopren verwandte Chloropren. Polymerisiert und vulkanisiert wurde es zu synthetischem Gummi (Handelsnamen: Duprene, Neopren), unempfindlich gegen Sauerstoff, Mineralöl und UV-Strahlung. Die Sowjetunion erzeugte damals ein als Sowpren bezeichnetes Gummi aus Butadien. Dem zugrunde lag ein Verfahren des russischen Chemikers Sergej Wassiljewitsch Lebedew (1874-1934), der Butadien aus Kartoffelspiritus (Äthylalkohol) hergestellt und mit metallischem Natrium zur Polymerisation gebracht hatte (→Buna). Die kommunistische Parteizeitung „Prawda“ (zu Deutsch: „Wahrheit“) stufte das Sowpren jedoch als minderwertig ein, was die Erfahrungen mit sowprenbereiften russischen Panzern im Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) bestätigen sollten.
Quellen: Fischer 1938, 174-175; Jünger 1942, 194-195; Kropf 1949, 35; Klemm 1960, 47

Orellana, Francisco de (1511-1546)

spanischer Vizegouverneur von →Quito, Stellvertreter von Gonzalo Pizarro (1502-1548), Halbbruder des berüchtigten Konquistadoren Francisco Pizarro (1476-1541). Orellana entdeckte am 12. Februar 1542 als erster Europäer den →Amazonas. Mit einem Heer von 2.000 Mann brachen Gonzalo Pizarro und Orellana Ende 1540 aus Peru auf, um das ihnen unbekannte Land jenseits des Andenwalls zu erforschen und nach Zimtbäumen zu suchen – und auch nach dem sagenhaften Goldland Curicuri. Nach monatelangem Fußmarsch durch den regennassen Tropenwald erreichten die Männer mit letzter Kraft einen großen Fluss, an dem sie das Goldland vermuteten. Es handelte sich um den Rio Napo. Sich sein Ufer entlang durch den Dschungel zu arbeiten, blieb beschwerlich. Omágua-Indianer, auf deren Dörfer man traf, halfen schließlich beim Bau eines Schiffes. Der begleitende Geistliche, Gaspar de Carvajal (→Amazonas), notierte:
„(A)ls der Schiffsbau seinem Ende zuging, erkannten wir plötzlich mit Entsetzen, dass uns ein Stoff fehlte, der nicht ersetzt werden konnte und an den niemand gedacht hatte. Wir besaßen kein Pech zum Kalfatern der Fugen. Ohne Pech konnte das Schiff niemals schwimmfähig werden. Wir versuchten, den Indianern zu erklären, was wir benötigten, doch sie verstanden uns nicht, denn zum Bau ihrer Kanus brauchten sie kein Pech. Hilfsbereit, wie sie waren, brachten sie uns alles mögliche, aber es war darunter nichts, das Pech ersetzen konnte. […] Ein Zufall rettete uns. Einer von uns sah einem Indianer zu, der mit seinem Steinmesser die graue Rinde eines Baumes ritzte, mit dem Erfolg, dass sofort ein dicker, weißer Saft hervorquoll. Wir fragten den Indianer, was mit diesem Saft geschehe, die Antwort war, dass daraus Decken verfertigt würden, die gegen Nässe und Kälte schützten. Das war es, was wir gesucht hatten! Wo es möglich war, sammelten wir den weißen Saft in Kokosschalen und räucherten ihn über einem Feuer. Die gelbe, elastische Masse, die auf diese Weise entstand, konnte Pech durchaus ersetzen.“Dem Kautschuk, denn von ihm ist die Rede, begegnete Orellana übrigens später noch einmal bei den Machiparo-Indianern – „sie spielten mit Bällen, die wieder in die Höhe sprangen, wenn man sie auf die Erde warf“. Das Schiff wurde am 10. Dezember 1541 auf den Namen „Victoria“ getauft. Pizarro formierte eine Mannschaft aus 51 Soldaten und Offizieren, ernannte Orellana zum Kapitän – und ging selbst nicht mit an Bord. Die Wege trennten sich: Während die Nachhut sich unter Pizarros Führung zurück nach Peru durchschlug – nur achtzig Männer kamen lebend dort an –, erreichte die Besatzung der „Victoria“ am 12. Februar 1542 den →Amazonas, auf dem sie bis zur Mündung in den Atlantik unterwegs blieb. Vom Rio Napo bis ans Meer hatte Orellana mit seinen Gefährten acht Monate gebraucht und dabei viertausend Kilometer zurückgelegt. Er lieferte damit den Beweis, dass es quer durch den südamerikanischen Kontinent eine schiffbare Wasserverbindung gab. Das Goldland hatte er allerdings nicht gefunden, sehr zur Enttäuschung seiner Gefolgsleute, die sich von den Indianern in die Irre geleitet wähnten und nun deren Dörfer in Brand setzten, Männer folterten, Frauen vergewaltigten. Carjaval beklagte: „Vergeblich versuchte Orellana, diesem sinnlosen und gefährlichen Treiben Einhalt zu gebieten, umsonst erinnerte ich die Aufgebrachten, Rasenden daran, dass sie Christenmenschen waren. Das waren sie, die Eroberer Mexikos und Perus, nun zeigten sie ihr wahres Gesicht.“
Zurück in Europa, ernannte die spanische Krone Orellana zum Gouverneur des von ihm entdeckten Amazonasgebietes, das den Namen „Neu-Andalusien“ erhielt. Im Mai 1545 machte sich Orellana, ermuntert von der Casa de las Indias, der spanischen Kolonialbehörde, erneut nach Südamerika auf, um das Goldland zu suchen, das er am Rio Negro vermutete. Von dort kehrte er nicht zurück, blieb im Urwald verschollen, sodass er schließlich für tot erklärt wurde; als mutmaßliches Sterbejahr wird 1546 angegeben. Die Casa de las Indias verlor bald das Interesse an Neu-Andalusien. Nutznießer war die portugiesische Krone: Kapitän Francisco Caldeira Castelo Blanco (1566-1619) gründete am 12. Januar 1616 an der Mündung des Amazonas die Siedlung Feliz Lusitânia, das spätere →Pará. Die Portugiesen drangen stromaufwärts ins Landesinnere vor, gründeten an den Ufern Niederlassungen und nahmen Brasilien in Besitz – das Goldland fanden aber auch sie nicht.
Quellen: Carvajal o. J., 241-242, 247, 260 u. 279-282; Jünger 1942, 19-20; Butze 1954, 89-97 u. 116-121

          
Pará

heutiger Name: Belém (portugiesisch für Bethlehem); Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Pará, Seehafen im Mündungsgebiet des Amazonas in den Atlantischen Ozean, während des Kautschukbooms zeitweilig wichtigster brasilianischer Ausfuhrhafen für Wildkautschuk nach Nordamerika und Europa. Die Einwohnerzahl legte im Zeitraum 1890 bis 1913 von 50.000 auf 275.000 zu (heute 1,4 Millionen). Pará war damit die größte der südamerikanischen Gummistädte, voll sprudelnden Lebens und stolz auf den Beinamen „Paris am Äquator“. Als die Kautschukhändler und -sammler immer weiter ins Landesinnere vordrangen, verlor Pará jedoch alsbald seine Stellung als Haupthandelsplatz an →Manaus.
Quellen: Zischka 1936, 146; Fischer 1938, 60 u. 115; Jünger 1942, 70, 80 u. 90; Olden 1977, 141

 
Plancha

elastischer Gummikuchen, Rohprodukt aus koaguliertem →Latex. Um die Kautschukmilch zum Gerinnen (Ausflocken fester Kautschuksubstanz) zu bringen, brauchen lediglich die emulsionstypischen elektrischen Ladungen neutralisiert zu werden, z. B. durch Räuchern über dem Feuer oder durch Zusatz von Säuren. Ein Vorgang, der sich mit dem Weg von der Milch zur Butter vergleichen lässt – mit dem Unterschied, dass es sich hier um eine Fett-Wasser-Emulsion handelt.
Quellen: Fischer 1938, 154; Klemm 1960, 22 u. 38; Kropf 1949, 10

 

Putumayo

in den kolumbianischen Anden entspringender, 1.800 Kilometer langer Nebenfluss des oberen Amazonas, bildet die Grenze zwischen Kolumbien, Ekuador und Peru. Wegen seiner Abgelegenheit und Unzugänglichkeit wurde das Putumayogebiet von Abenteurern aller Art als gesetzloses Niemandsland betrachtet, über dem die Flagge keiner Nation wehte und in dem das Recht des Stärkeren galt („Paradies des Teufels“). Während des Wildkautschukbooms wurde der Putumayo vorwiegend von Kolumbianern ausgebeutet, die die indianische Bevölkerung in Zwangsarbeit nahmen und eine elfjährige blutige Schreckensherrschaft installierten, welche um die 45.000 Indios dahinraffte. Die Bilanz dieser als „Putumayogräuel“ in die Geschichte eingegangenen Mordtaten lautete: auf jede Tonne Kautschuk elf tote Indios! Als Kronzeuge fungierte der britische Generalkonsul Sir Roger Casement (1864-1916), der 1910 den Putumayo bereiste – nachdem er erst wenige Jahre zuvor der Weltöffentlichkeit von den →Kongogräueln Bericht erstattet hatte.
Quellen: Zischka 1936, 146-148; Klemm 1960, 26-27; Olden 1977, 138, 140-141, 143 u. 147-148

Quito

einstige Provinz des Vizekönigreichs Peru im Gebiet des heutigen Ekuador, dessen Hauptstadt ebenfalls Quito heißt. La Condamine (→Cahuchu) begab sich 1735 im Auftrag der französischen Regierung nach Quito, um die Gestalt der Erde zu erforschen. Beobachtet worden war, dass ein Pendel, abhängig vom Breitengrad, an dem gemessen wird, Schwingungen unterschiedlicher Länge vollzieht. Daraus wurde abgeleitet, dass sich vom Äquator zu den Polen hin die Breitengrade verkürzen, die Erde mithin eine an den Polen abgeflachte Kugel darstellt. Eine Hypothese, die schon Newton aufgestellt hatte – der empirische Beweis gelang nun La Condamine in siebenjähriger Arbeit zusammen mit den Gelehrten Louis Godin (1704-1760) und Pierre Bouguer (1698-1758). Nebenbei gab La Condamine nach Europa Kunde über das indianische Pfeilgift Curare, den Chinabaum (seine Rinde enthält das Alkaloid Chinin, mit dem Schmerzen, Fieber und Malaria behandelt werden) und nicht zuletzt den Kautschukbaum (→Hevea brasiliensis). Dessen weißen, milchartigen Saft (→Latex) strichen die in Quito ansässigen Indios auf Baumwollstoff und machten diesen so undurchlässig für Wasser, berichte-te La Condamine. Die Mainas-Indianer am Oberlauf des Amazonas fertigten sogar Stiefel daraus, in denen die Füße bei Märschen durch die Sümpfe nicht nass wurden.
Quellen: Jünger 1942, 20-21; Klemm 1960, 10-11

 

Rubber

englisches Wort für Gummi, abgeleitet von „to rub“, „reiben“, weil die Eigenschaft, Bleistiftspuren von Papier zu tilgen, zu den ersten Eigenschaften gehörte, die Europäer an Kautschuk kennen und schätzen lernten. Der englische Optiker und Mechaniker Edward Nairne (1726-1806) war darauf per Zufall im Jahr 1770 in seiner Londoner Werkstatt aufmerksam geworden. Der englische Chemiker Joseph Priestley (1733-1804) hatte dann noch im selben Jahr in seinem Buch „Familiar Introduction to the Theory and Practice of Perspective“ die Radierfähigkeit des Kautschuks publik gemacht. Das Radiergummi stand mithin als Namensgeber für den Werkstoff als solchen Pate. Dass die Briten den Kautschuk auch „Indian Rubber“ nennen, spielt selbstverständlich nicht auf das heutige Indien, sondern auf Amerika an – infolge der Fehleinschätzung des Christoph Kolumbus’ (1451-1506), westwärts segelnd Indien zu erreichen, um sich den Umweg ostwärts ums Kap der Guten Hoffnung zu ersparen.
Quellen: Fischer 1938, 151; Zischka 1936, 139; Jünger 1942, 23 u. 27; Kropf 1949, 8; Klemm 1960, 12

          
Seringueiros

Bezeichnung für die brasilianischen Wildkautschuksammler; der Kautschukbaum heißt auf Portugiesisch „seringueira“, was wörtlich übersetzt „Spritze“ bedeutet. Die Rätsel aufgebende Etymologie geht zurück auf den Gebrauch, den die indianische Urbevölkerung von der Kautschukmilch machte. La Condamine (→Cahuchu) schreibt in seinem Reisebericht aus dem Jahre 1745 über den Stamm der Omágua: „Es werden birnenförmige Flaschen daraus hergestellt, an deren Hals man eine Röhre aus Holz befestigt. Drückt man auf die Flasche, so tritt die Flüssigkeit, die sie enthält, strahlartig durch die Röhre hervor. Diese Flaschen sind also richtige Spritzen“. Alternativ wird die Übertragung des Begriffs „Spritze“ auf den Kautschukbaum hergeleitet von den schmalen, →Latex führenden Röhren, die die Rinde durchziehen und deren sich die Indios bedienten, um Rauschmittel zu inhalieren.
Über den Arbeitsalltag des Seringueiro wurde Folgendes berichtet: Für die Erntemonate verpflichtete der Aviado, der Unternehmer, eine Anzahl von Arbeitern und entsandte einige verlässliche Eingeborene in das gepachtete Gebiet, um es durchforschen zu lassen. Der genaue Bericht dieser Vertrauensleute enthielt Angaben über die Menge der zapfbaren Bäume und entschied, ob die Bearbeitung des Distriktes sich lohnte. Fünf Bäume auf einem Hektar galten bereits als sichere Gewinnaussicht. Nach dem Bericht des Waldläufers wurden die Seringueiros in meist langer Bootsfahrt zur Arbeitsstätte befördert und über das Ausbeutungsgebiet verteilt. Hier schlug der Gummisammler zunächst eine mit Palmblättern gedeckte Hütte auf, die während der Erntezeit seine Behausung bildete. Nach ihrer Errichtung begann er einen Pfad durch den Urwald zu schlagen, der sämtliche im zugeteilten Gebiet vorhandenen Kautschukbäume miteinander verband. Durch das Gewirr der Wurzeln, Farne und Ingwergewächse legte er in mühsamer Arbeit eine Estrada, die gewöhnlich 90 bis 120 Heveabäume umfasste. Jeder Kontraktist erhielt ein bis zwei solcher Waldstraßen, die vor seiner Hütte begannen und in weitem Bogen zu ihrem Ausgangspunkt zurückgeführt wurden. Nach all diesen Vorbereitungen konnte die eigentliche Milchgewinnung beginnen. Zu diesem Zweck ging der Seringueiro am frühen Morgen sein Revier ab, schlug hierbei mit einem Spezialmesser den Stamm in einer Höhe von etwa drei Metern an und befestigte unterhalb der V-förmigen, grätenartigen oder spiraligen Wunde, aus der die Gummimilch (→Latex) austrat, einen Becher aus Weißblech. Dieses →Zapfen musste vor Sonnenaufgang durchgeführt werden, weil später die schnelle Verdunstung den Latexfluss vorzeitig zum Stillstand brachte.
Quellen: Jünger 1942, 22-23 u. 75-76; Klemm 1960, 36-37; Hoppenhaus 2013, 36

 
Tapajós

810 Kilometer langer Nebenfluss des →Amazonas, entsteht aus dem Zusammenfluss von Juruena und Teles Pires; für Ozeandampfer schiffbar bis zu den 330 Kilometer von der Mündung bei Santarém entfernten Stromschnellen. „Zwischen Mauern turmhoher Vegetation“, darunter viele Kautschukbäume (→ Hevea brasiliensis), „fließt er dahin. Das Plätschern des Wassers dringt anheimelnd bis an die starre Urwaldschranke, hinter deren Halbdüster sich die unendliche Mannigfaltigkeit tierischen und pflanzlichen Lebens verbirgt“, schilderten Reisende die Fahrt auf dem Tapajós. 240 Kilometer stromaufwärts von Santarém, am rechten Ufer des Flusses, liegt Itaituba, Ende des 19. Jahrhunderts ein Dorf mit einigen hundert indianischen Einwohnern, die als Fischer, Jäger und Bauern (Anbau von Mais, Yucca, Zuckerrohr und Bananen) für ihren Lebensunterhalt sorgten. Hier in Itaituba nahm im Mai 1876 Henry →Wickham 70.000 Kautschuksamen an Bord, die er mithilfe der Indianer gesammelt hatte, und schmuggelte sie nach England – ein Coup, der den Plantageanbau in Britanniens asiatischen Kolonien ermöglichte. „Der Name Itaituba steht in keinem englischen Geschichtsbuch, obgleich Großbritannien diesem weltverlassenen brasilianischen Dorf ein Vermögen verdankt, das nach Hunderten von Milliarden gerechnet werden kann“, heißt es in dem Buch „Kampf um Kautschuk“. Der Rio Tapajós ist aber auch Schauplatz des Scheiterns wirtschaftlicher Ambitionen: An seinen Ufern versuchte sich der US-Automobilmagnat Henry Ford (1863-1947) mit der Anlage von Hevea-brasiliensis-Plantagen. 1927 erwarb Ford von der Regierung des brasilianischen Bundesstaates Pará die Konzessionsrechte für 12.000 Quadratkilometer Land, eine Fläche von der Größe des österreichischen Bundeslandes Tirol, um es für die Pflanzung von Kautschukbäumen urbar zu machen. Infolge Gebietstausches handelte es sich ab 1934 um zwei Domänen: Fordlândia, 200 Kilometer südlich von Santarém, mit einer Ausdehnung von 9.500 Quadratkilometern, und Belterra, 50 Kilometer vor der Mündung des Tapajós in den Amazonas, mit einer Fläche von 2.500 Quadratkilometern. Die Zapfung der ältesten Bäume konnte im Frühjahr 1937 beginnen. Bis 1940 wuchs der Bestand auf zehn Millionen Heveen an. Trotzdem endete Fords Dschungelexperiment in einem Desaster: Mehrfach befiel ein Pilz die – zu dicht gepflanzten – Kautschukbäume, sodass diese abstarben und man wieder bei Null beginnen musste. Zudem verschlechterten sich die Absatzmöglichkeiten, weil der synthetische Kautschuk auf den Markt drängte – Fordlândia schrieb fortwährend rote Zahlen. Der Enkel des Autokönigs, Henry Ford II (1917-1987), wollte das brasilianische Abenteuer so schnell wie möglich beenden. 1945 schlug er für den symbolischen Preis von 244.200 Dollar die Anlagen an den brasilianischen Staat los, in die Grandpa über 25 Millionen Dollar gesteckt hatte. Heute ist Fordlândia, das einst 8.000 Menschen Arbeit und Brot gab, eine Geisterstadt mit gerade mal 800 Einwohnern.
Quellen: Zischka 1936, 165-166; Fischer 1938, 144 u. 167; Jünger 1942, 63-67, 169, 173 u. 179; Hoppenhaus 2013, 37

          
United States Rubber Company

Die „United States Rubber Company“, kurz: US Rubber, wurde 1892 in Naugatuck im Staate Connecticut, damals Hochburg der amerikanischen Gummiindustrie, gegründet. Es handelte sich um einen Zusammenschluss von anfänglich neun Unternehmen, die in erster Linie Schuhe und Stiefel aus Gummi herstellten, allen voran Haywards „Colchester Rubber Company“ und Goodyears „Metallic Rubber Shoe Company“ (→Vulkanisation). Initiiert worden war die Gründung von Charles Ranlett Flint (1850-1934), ein Businessman, der beim Kautschukhandel zwischen →Brasilien und den USA mitmischte und „Father of Trusts“ genannt wurde. Als Flints größter Wurf neben der US Rubber gilt die 1911 entstandene Computing-Tabulating-Recording Company (CTR), aus der später IBM hervorging.

Gummischuhwerk war damals ein Wachstumsmarkt, auf den immer mehr Unternehmen drängten und sich harte Preiskämpfe lieferten. Die US Rubber bündelte 50 Prozent Marktmacht, ein klarer Wettbewerbsvorteil für die beteiligten Unternehmen. Der Gummitrust erwarb in der Folge zwei der größten Rivalen und baute seinen Marktanteil auf 75 Prozent aus. Um die Jahrhundertwende verlagerte sich das Kerngeschäft der Gummi produzierenden Unternehmen auf die Herstellung von Autoreifen. 1905 stieg auch die US Rubber, bislang ganz auf Gummischuhe festgelegt, ins Reifengeschäft ein, indem sie die Rubber Goods Manifacturing (RGM) aufkaufte. Als Schatzmeister der US Rubber begab sich Flint 1906 nach Brüssel, um sich bei König Léopold II. (1835-1909) den Kautschuk aus dem Kongo zu sichern (→Kongogräuel). 1927 übernahm DuPont die Kontrolle über die US Rubber. 1929, mit Beginn der Weltwirtschaftskrise („Große Depression“), brach der Reifenabsatz in den USA um zwei Drittel ein. Trotzdem florierte das Geschäft der US Rubber, die durch Preissenkungen ihren Marktanteil in nur einem Jahr von knapp sieben Prozent auf 30 Prozent steigern konnte; zu den Hauptabneh-mern zählten General Motors und Ford.

Solange die USA keinen eigenen Kautschuk erzeugte, blieb die US-Gummiindustrie als weltweit größter Kautschukverbraucher vollkommen abhängig von Rohstofflieferungen aus den britischen und niederländischen Kolonien in Asien – und hatte widerstrebend die Preise zu zahlen, die das Monopol verlangte. Die US Rubber fand diesbezüglich Gehör bei US-Präsident Calvin Coolidge (1872-1933, Amtszeit: 1923-1929). Der amerikanische Kongress bewilligte daraufhin umgerechnet zwei Millionen Mark, um die Möglichkeit von Gummipflanzungen auf den Philippinen und in Lateinamerika prüfen zu lassen – ohne durchschlagenden Erfolg. Auf Granit bissen Abgesandte der US Rubber hingegen in London bei Winston Churchill (1874-1965): Der britische Schatzkanzler (Finanz- und Wirtschaftsminister) setzte weiterhin alles daran, die Menge des angebotenen Kautschuks zu begrenzen, damit der Preis auf möglichst hohem Niveau stabil blieb. Downing Street hatte im Weltkrieg bei Uncle Sam reichlich Schulden gemacht – dass man sie am liebsten mit amerikanischem Geld aus dem Kautschukgeschäft zurückzahlte, war ein Gerücht, dem kaum jemand widersprach ...
Quellen: Fischer 1938, 142-145; Gale Encyclopedia of U. S. Economic History

          
Vulkanisation

Verfahren, natürlichen oder synthetischen →Kautschuk bei hohen Temperaturen mithilfe von Schwefel beständig zu machen – aus Kautschuk wird →Gummi. Während der Schwefel sich mit →Isopren (Naturkautschuk) bzw. Butadien (synthetischer Kautschuk, →Buna) verbindet, verlängern sich die Molekülketten und werden zugleich durch Querverbindungen (Schwefelbrücken) netzartig verknüpft. Dadurch wird das Material stabiler, ohne dass es seine Elastizität einbüßt. Der chemische Eingriff verändert mit anderen Worten die physikalischen Eigenschaften des Kautschuks, macht ihn beispielsweise widerstandsfähiger gegen Hitze und Kälte, erhöht somit seinen Gebrauchswert und verbreitert das technische Einsatzspektrum.

Erfunden hat die Vulkanisation kein Chemiker, sondern Charles Nelson Goodyear (1800-1860), ein Eisenwarenhändler aus Philadelphia, der die Beziehungen von Kautschuk zu anderen Stoffen so lange experimentell untersuchte, bis seine Trial-and-Error-Methode von Erfolg gekrönt war. Goodyears Entdeckung wird auf das Jahr 1839 datiert, doch hat die Vulkanisation eine Vorgeschichte: Angeblich war das Schwefeln des Kautschuks schon in präkolumbischer Zeit den Indianern am Amazonas bekannt. Verlässlich überliefert ist, dass der Berliner Chemiker Friedrich Wilhelm Lüdersdorff (1801-1886) die Beobachtung machte, dass Schwefelpulver einer Kautschuk-Terpentin-Lösung die Klebrigkeit nahm. Lüdersdorff veröffentlichte dazu 1832 eine wissenschaftliche Abhandlung („Das Auflösen und Wiederherstellen des Federharzes, genannt Gummi elasticum“), deren Tragweite jedoch nicht erkannt wurde und die schon bald in Vergessenheit geriet. Wohl um dieselbe Zeit gelang es Nathaniel Hayward (1808-1865), Fabrikant in Colchester/Connecticut (USA), durch „Solarisation“ aus dem klebrigen Kautschuk ein brauchbares Material zu machen (1838: US-Patent 1090). Nach vergeblichen Versuchen habe er im Traum den Fingerzeig erhalten, Kautschuk mit Schwefel zu vermischen und dann in der Sonne trocknen zu lassen, teilte Hayward mit. Goodyear erkannte die Entwicklungsmög-lichkeit des Verfahrens, das er für umgerechnet 12.000 Mark erwarb. Nach einigen Rückschlägen und sich dahinziehenden Versuchen, welcher Hitzegrad der richtige sei, gelang es Goodyear im Winter 1839, ein markttaugliches Vulkanisat erzeugen. Er nannte es „metallisiertes Gummi“ oder „elastisches Metall“. Allerdings versäumte er, Patentschutz anzumelden. Als er sich schließlich fast fünf Jahre später darum kümmerte, stellte sich heraus, dass der britische Chemiker Thomas Hancock (1786-1865) ein ähnliches Verfahren entwickelt hatte, das bereits 1843 in Großbritannien patentiert worden war. Obendrein hatte sich der Unternehmer Horace H. Day (1813-1878) von Hancock die Ansprüche für Nordamerika gesichert und vergab munter Lizenzen. Dagegen stand nun das Goodyear am 15. Juni 1844 erteilte US-Patent 3633 für die „Vulkanisation von Kautschuk“. Den juristischen Patent- und Prioritätsstreit gegen Day entschied 1852 das Gericht in Trenton/New Jersey zugunsten Goodyears. Dieser hatte den amtierenden US-Außenminister, Daniel Webster (1782-1852), als Anwalt gewonnen, der überzeugend darlegte, Hancock habe nur durch Kenntnis des „metallisierten Gummis“ zu seiner eigenen Methode finden können. Der Begriff „Vulkanisation“ hingegen geht nicht auf Goodyear zurück: Es handelt sich um eine Sprachschöpfung des mit Thomas Hancock befreundeten Künstlers und Erfinders William Brockedon (1787-1854), der Bezug nahm auf Vulcanus, den römischen Gott des Feuers und der Schmiedekunst.
Quellen: Jünger 1942, 31, 34, 36-41, 188-189, 193; Klemm 1960, 13-15; Hoppenhaus 2013, 36

Wickham, Henry (1846-1928)

britischer Pflanzer in der Goldgräberstadt Santarém am Rio →Tapajós, einem Nebenfluss des →Amazonas; schmuggelte im Mai 1876 70.000 Samenkapseln der Hevea brasiliensis, über die ein striktes Ausfuhrverbot verhängt war, auf dem Seeweg nach England. Nach erfolgreicher Anzucht in den Kew Gardens, den königlichen botanischen Gärten von London, wurden die jungen Kautschukbäume in die britischen Kolonien im tropischen Asien verschifft und zuerst auf Ceylon (Sri Lanka) erfolgreich angebaut – die Ära des Plantagenkautschuks hatte begonnen.
Quellen: Zischka 1936, 152-155; Fischer 1938, 67-87; Jünger 1942, 63-70; Kropf 1949, 22-23; Klemm 1960, 34-36; Hoppenhaus 2013, 37

          
X

Unbestimmtheitsfaktor bei der Polymerisation. Beispiel →Kautschuk: Dieses natürliche Polymer setzt sich aus dem Kohlenwasserstoff →Isopren als seinem Grundkörper (Monomer) zusammen. Das Kautschukmolekül stellt mit anderen Worten einen Zusammenschluss vieler Isoprenmoleküle dar. Wie vieler genau es bedarf, ein Kautschukmolekül zu formieren, musste die Forschung vorerst offen lassen: Die chemische Formel lautete „(C5H8) x-mal“, also das Isoprenmolekül vielleicht zehn-, hundert-, eventuell sogar tausendmal. Das X stand mithin für eine Unbekannte beziehungsweise, was die Qualität und die physikalischen Eigenschaften des jeweiligen Kautschuks betraf, für eine Variable. Bei hochwertigem Plantagenkautschuk etwa nahm man in den 1930er-Jahren an, das X bewege sich irgendwo zwischen 1.000 und 2.000.
Quellen: Zischka 1936, 170 u. 173; Kropf 1949, 34

Yvannah

von dem in →Buitenzorg ausgebildeten französischen Botaniker Perrin gegründete Plantage für Kautschukbäume in Französisch-Indochina (heute Vietnam), 40 Kilometer nördlich von Saigon (heute Ho-Chi-Minh-Stadt). 200 Jahre nach La Condamines Reise an den Amazonas (→Cahuchu) gewann Frankreich nun selbst Naturkautschuk und konnte damit immerhin ein Fünftel des damaligen Bedarfs seiner Industrie selbst decken.
Quelle: Zischka 1936, 168

Zapfen

Gewinnen von →Latex aus der →Hevea brasiliensis durch täglich wiederholte Einschnitte in deren Rinde. Die Zapfer (→Seringueiros) müssen dabei sehr gewissenhaft vorgehen: Ein zu tiefer Einschnitt mit dem Zapfmesser verletzt nämlich das →Kambium, es kommt zu Wucherungen der Rinde, was die Ergiebigkeit des Baumes schmälert. Sich zu erneuern, braucht die Rinde einige Zeit, deshalb muss beim Zapfen der gesamte Baum sorgfältig ausgenutzt werden. Wird all dies beherzigt, lässt sich die Hevea etwa drei Jahre lang zapfen, bevor an der ersten, inzwischen völlig vernarbten Einschnittstelle von Neuem begonnen werden kann. Während der etwa fünfmonatigen Ernteperiode außerhalb der Regenzeit lassen sich so pro Baum etwa drei bis vier Kilogramm Kautschuk gewinnen. Angesichts dieser recht geringen Ausbeute fand die langwierige Zapfmethode in den Wäldern am →Amazonas kaum Anwendung. Statt des Messers benutzten die Kautschuksammler häufig eine Axt, woraufhin die Milch zwar reichlicher floss, der Kautschukbaum aber ohne mehrjährige Erholungspause immer abstarb. Manche Bäume wurden geschält oder sogar gefällt, um möglichst viel Latex auf einmal zu gewinnen. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts war der Raubbau so weit fortgeschritten, dass die Wälder an ihren leichter zugänglichen Stellen für die regelmäßige Kautschukernte nicht mehr taugten. Solche Verschwendung natürlicher Ressourcen oder, wie es heute ausgedrückt wird, mangelnde Nachhaltigkeit trieb den Kautschukpreis hoch – die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt wurde größer und größer. Mit dem Aufkommen des Plantagenkautschuks sollte sich das ändern – allerdings zeitverzögert, denn die Hevea in Kultur ist frühestens fünf Jahre nach dem Pflanzen zapfbar.
Quellen: Zischka 1936, 142 u. 145; Jünger 1942, 57, 69 u. 76-78; Helbig 1949, 260 u. 267; Kropf 1949, 10; Klemm 1960, 36-37

Autoren
Redaktionsbüro GDeußing
M.Weber/G.Deußing
Uhlandstraße 16
41464 Neuss

 

Verwendete Literatur

Butze, Herbert (1954): Im Zwielicht der tropischen Wälder. Landschaft, Mensch und Wirtschaft. Leipzig: F. A. Brockhaus, 446 S.

Carvajal, Gaspar de (o. J.): Die Fahrt des Francisco de Orellana über den Amazonas. In: Robert Grün und Evamaria Grün (Hgg.): Die Eroberung von Peru. Pizarro und andere Conquistadoren 1526-1712. München und Zürich: Droemer Knaur (= Knaur-Tb., 4401), S. 235-282

Fischer, Karl (1938): Blutgummi. Roman eines Rohstoffes. Berlin: Kommodore (Killisch-Horn & Co.), 176 S.

Helbig, Karl (1947): Indonesiens Tropenwelt. Stuttgart: Franckh, 1.-5. Tsd., 78 S.

Helbig, Karl (1949): Der Kautschukrummel. In: K. H.: Paradies in Licht und Schatten. Erlebtes und Erlauschtes in Inselindien. Braunschweig: Vieweg, S. 260-268

Hochschild, Adam (2000): Schatten über dem Kongo. Die Geschichte eines der großen, fast vergessenen Menschheitsverbrechen. Stuttgart: Klett-Cotta, 2. Aufl., 494 S.

Hoppenhaus, Kerstin (2013): Die Kautschuk-Apokalypse. Autoreifen, OP-Handschuhe, Schnuller – unser Alltag ist voller Dinge, die aus dem Saft des Kautschukbaums hergestellt werden, bis heute. Denn die elastischen Fähigkeiten von Naturgummi sind unerreicht. Ein mikroskopisch kleiner Pilz aber bedroht die Weltproduktion. In: Die Zeit, Nr. 45, 31. Oktober, S. 36-37

Jünger, Wolfgang (1942): Kampf um Kautschuk. Leipzig: Wilhelm Goldmann, 4. Aufl., 241 S.

Kaiser, Klaus (1994): „Kongogreuel“. Zur Kongoreformbewegung in England und Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg. In: Horst Gründer (Hg.): Geschichte & Humanität. Münster und Hamburg: LIT (= Europa – Übersee, 1), 2., unv. Aufl., S. 137-149

Klemm, Peter (1960): Blutgummi und Buna. In: P. K.: Entthronte Götter. Geschichten um Rohstoffe. Berlin: Neues Leben, S. 7-62

Kropf, Johannes (1949): Vom Blutgummi zum Buna. Halle (Saale): Mitteldeutscher Verlag (= Werner und Peter auf Entdeckungsfahrten, 9), 40 S.

Olden, Balder (1977): Paradiese des Teufels. Das Leben Sir Roger Casements. In: B. O.: Paradiese des Teufels. Biographisches und Autobiographisches. Schriften und Briefe aus dem Exil. Berlin: Rütten & Loening, S. 81-215

Zischka, Anton (1936): Kautschuk aus Kalk und Kohle gegen „Kautschuk aus Blut“. Der Kampf um den lebenswichtigen Rohstoff der Kraftwagen- und Elektroindustrie. In: A. Z.: Wissenschaft bricht Monopole. Bern, Leipzig und Wien: Wilhelm Goldmann, S. 139-186