17.02.2016

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Dedienne Multiplasturgy: Strategischer Zukauf in den USA - Übernahme des US-Verabeiters MET Plastics

Die französische Kunststoff-Verarbeiter Gruppe Dedienne meldet den ersten Zukauf jenseits des Atlantiks. Für einen nicht genannten Kaufpreis hat man demnach die Firma Met Plastics aus Elk Grove Village (Illinois) bei Chicago übernommen, die ab sofort als Met2Plastic LLC firmiert. Der neue Name leitet sich von "metal to plastics" ab und soll für den Schwerpunkt im Bereich Metallersatz und Leichtbau stehen.

Die jüngste Tochtergesellschaft der als Holding fungierenden Dedienne Multiplasturgy Group S.A.S. ist den weiteren Angaben zufolge seit über 40 Jahren in den Bereichen Formenbau, Rapid Tooling und Prototyping aktiv, später kamen noch Spritzguss und Composite-Verarbeitung hinzu. Met2Plastic ist spezialisiert auf hochtechnische Teile und Baugruppen für Kunden in der Luft- und Raumfahrtindustrie, in der Automobilindustrie und im Bereich Medizintechnik. Für Letztere bestehen auch Produktionskapazitäten im Reinraum, über welche Dedienne bislang an keinem seiner Standorte verfügte.

Eintritt zum US-Markt und zu amerikanischen Flugzeugbauern
Mit diesem Portfolio und den Reinraumkapazitäten, sei Met2Plastic eine passende Ergänzung, beide Unternehmen gewännen nun transatlantische Absatzchancen, so Dedienne in einer Erklärung. Vor allem aber erhofft sich Dedienne einen direkten Zugang zur US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtindustrie, speziell zu Boeing, für die Met2Plastic bereits als Tier-2 Zulieferer tätig sei, so Pierre-Jean Leduc, PDG (Vorstandsvorsitzender) von Dedienne. Bisher habe man - ebenfalls als Tier-2 Lieferant - fast ausschließlich für die Zulieferer von Airbus gearbeitet und somit nur die Hälfte des weltweiten Luftfahrtmarktes erreichen können. Daher passe die aktuelle Übernahme genau in die Strategie von Dedienne, die internationale Entwicklung zu beschleunigen. Um eine solche "Perle" wie Met2Plastic zu finden, die einen Marktzutritt in den USA verschaffe, habe man fast drei Jahre gebraucht, erläuterte Leduc weiter.

Dedienne plant weiteres Wachstum
Nach den ehrgeizigen Zielen zu urteilen, die Jean Leduc (PDG) darüber hinaus gegenüber der Presse erklärte, soll das weitere Wachstum künftig noch rascher vonstatten gehen: "Die Größe von Dedienne muss sich innerhalb der nächsten fünf Jahre verdoppeln." Dabei wolle man insbesondere international wachsen, auch durch weitere Zukäufe, und der Exportanteil von zur Zeit etwa 40 Prozent des Umsatzes soll bis zum Jahr 2020 auf das Doppelte steigen, so die Vorgabe, von der Leduc zugibt, dass sie ambitioniert sei.

Über die Dedienne Gruppe
Dedienne ist ein größerer Kunststoff-Verarbeiter mit Hauptsitz in Saint-Aubin-sur-Gaillon, einer Kleinstadt in der Haute-Normandie nicht weit von Rouen. In Frankreich befinden sich zwei weitere Standorte in Clamart bei Paris und in der Bretagne bei Nantes, ein vierter Produktionsstandort mit 110 Mitarbeitern ist in Făgăras, Siebenbürgen, Rumänien. Nach Firmenangaben erwirtschafteten die insgesamt rund 440 Mitarbeiter im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 48 Mio. Euro.

Die 1947 gegründete Gesellschaft ist in den Bereichen Formenbau, Spritzguss, Thermoformen, Composite-Verarbeitung und noch einigen weiteren, speziellen Verarbeitungsverfahren aktiv. Dabei konzentriert man sich auf die drei Zielmärkte Automotive, Luft- und Raumfahrt sowie Allgemeine Industrie (Medizintechnik, E+E, Weiße Ware et al).

Das neue Tochterunternehmen Met2Plastic LLC hat einen ähnlichen Branchenfokus unter ihren Kunden. Zuletzt erwirtschafteten dort den Angaben zufolge etwa 40 Mitarbeiter einen Jahresumsatz von rund 5 Mio. US-Dollar.

In Deutschland unterhält Dedienne ein eigenes Vertriebsbüro in Kirchhellen bei Bottrop (Westfalen).

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