11.08.2010

Kunststoff Information Verlagsgesellschaft

Deutsche Kunststoffindustrie erholt sich schneller als erwartet

Rechtzeitig zur Weltleitmesse "K 2010" im Oktober in Düsseldorf kommt die deutsche Kunststoffindustrie wieder richtig in Schwung: Die Geschäftsentwicklung übertraf im ersten Halbjahr 2010 die Erwartungen deutlich, und die Branche rechnet auch für die zweite Jahreshälfte mit besseren Geschäften. Eine große Mehrheit der Unternehmen erwartet spätestens für das kommende Jahr 2011 eine Rückkehr auf Vorkrisen-Niveau.

Dies berichtet der Branchendienst "KI - Kunststoff Information" als Ergebnis seiner aktuellen Umfrage zur Kunststoff-Konjunktur, an der sich 255 Unternehmen beteiligt haben. KI befragt seit 2001 im halbjährlichen Rhythmus Führungskräfte der Kunststoffindustrie zu Geschäftsverlauf und -erwartung, Investitionen und Beschäftigung.

Rekordverdächtige 80 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen die Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten mit "besser als im zweiten Halbjahr 2009". Lediglich 46 Prozent hatten eine solche Prognose bereits im Januar gewagt. Damit ist zum dritten Mal in Folge die Zahl derer, die "bessere Geschäfte" melden, gewachsen. Das erfolgreiche erste Halbjahr beeinflusst auch die Einschätzung hinsichtlich der Bewältigung der Folgen der Finanzkrise. Noch im Januar rechneten lediglich 34 Prozent der Unternehmen mit dem Beginn einer "soliden Erholung im eigenen Industriezweig" für das erste Halbjahr, während nun im Juli schon 56 Prozent der Ansicht sind, eine solide Erholung habe bereits eingesetzt. Auch der Zeitpunkt für die Rückkehr auf das Vorkrisen-Niveau wird heute optimistischer beurteilt. 67 Prozent erwarten ihn spätestens für 2011, während dieser Anteil noch im Januar bei nur 49 Prozent lag.

Entsprechend der guten Geschäftsentwicklung korrigierten 27 Prozent der Befragten ihre kurz- und mittelfristige Investitionsplanung nach oben. 41 Prozent verzeichneten eine Zunahme der Beschäftigtenzahlen.

Die konjunkturelle Wiederbelebung wird ihr Tempo nach Ansicht der Unternehmen im zweiten Halbjahr nicht beibehalten können und etwas an Schwung verlieren. Doch immerhin noch 42 Prozent erwarten weiterhin bessere Geschäfte - gegenüber 7 Prozent, die mit einer schlechteren Entwicklung rechnen.