Diamanten auf Werkzeugen

Dr.-Ing. Fiona Sammler hat sich in ihrer Dissertation, die sie am Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik der TU Berlin geschrieben hat, mit diamantbeschichteten Werkzeugen beschäftigt und wurde nun für ihre herausragenden Leistungen mit dem Bertha Benz-Preis 2016 geehrt. Mit diesem mit 10.000 Euro dotierten Preis würdigt die Daimler und Benz Stiftung herausragende Promotionen junger Ingenieurinnen. Die Auszeichnung wurde im Rahmen der Bertha Benz-Vorlesung am 7. Juli in Heidelberg verliehen.

„Steigerung der Nutzungspotenziale von CVD-diamantbeschichteten Werkzeugen“ lautet der Titel der Dissertation von Dr.-Ing. Fiona Sammler, die von Prof. Dr. h.c. Dr.-Ing. Eckart Uhlmann am Fachgebiet Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik betreut wurde und die sie 2015 abschloss. Sie hat sich mit neuartigen diamantbeschichteten Hochleistungswerkzeugen und deren wirtschaftlicher Bedeutung beschäftigt. Diese Werkzeuge vermögen dank ihrer unglaublichen Härte faserverstärkte Kunststoffe, Aluminium-Silizium-Legierungen, Holz, aber auch Stein und Beton, Keramik und Glas zu schneiden. Durch das Verfahren der chemischen Gasphasenabscheidung (CVD) können Diamantschichten heute direkt auf Werkzeugen aufgetragen werden. Seitdem solche CVD-Diamantschichten darüber hinaus auf Werkzeugen mit komplexer Geometrie verfügbar sind, hat sich das Spektrum ihrer Einsatzmöglichkeiten enorm erweitert. Andererseits kommt es in der Praxis immer wieder zu Hemmnissen und Unternehmen setzen in der Produktion solche Hochleistungswerkzeuge oftmals nicht ein. Gerade mittelständischen Firmen ist nicht bekannt, dass auch sie von dieser Technologie profitieren könnten. Fiona Sammler konnte in ihrer Dissertation erstmals Richtwerte für den Einsatz solcher Werkzeuge erarbeiten, die ihre Einführung in die breite industrielle Nutzung künftig deutlich erleichtert.

Dr.-Ing. Fiona Sammler studierte Maschinenbau an dem University College Dublin in Irland. Nach Abschluss des Studiums begann sie 2008 mit ihrer Promotion an der TU Berlin, die sie im vergangenen Jahr abschloss. In dieser Zeit arbeitet sie zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin und später als Gruppenleiterin im Bereich „Werkzeugtechnologie“. Die Mutter zweier Kinder ist seit Januar 2016 als stellvertretende Oberingenieurin am Produktionstechnischen Zentrum (PTZ) der TU Berlin und des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) tätig.

Quelle
Technische Universität Berlin