27/04/2011

Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Die Geschichte des Berliner Blau

Katalysator, Sensor, Gegenmittel bei Vergiftungen mit radioaktiven Substanzen – Berliner Blau ist mehr als ein Farbstoff. Durch Zufall entdeckten ein paar findige Männer das vielseitige Pigment vor etwa dreihundert Jahren in Berlin: ein hessischer Theologe, ein schweizerischer Laborant, ein fränkischer Lehrer und ein preußischer Apotheker. Wie diese vier die Geschichte der chemischen Verbindung Berliner Blau, prägten, berichten die Nachrichten aus der Chemie.

Anfang des 18. Jahrhunderts zieht es viele Alchemisten nach Berlin. Auch der Theologe Johann Konrad Dippel sucht dort nach einer Universalmedizin: Er destilliert Schlachtabfälle und reinigt das so erhaltene Tieröl mit Pottasche. Sein Laborant Johann Jacob Diesbach verwendet diese Pottasche, um einen roten Farbstoff herzustellen – und erhält stattdessen Berliner Blau.

Das neue Pigment findet in der Malerei schnell großen Anklang. Die erste Publikation zum Berliner Blau erscheint vier Jahre später, im Jahr 1710, und lobt die Eigenschaften des Farbstoffs. Wie sich die Wunderfarbe herstellen lässt, verrät der Aufsatz aber nicht: Die Berliner Entdecker wollen das Monopol an der lukrativen Chemikalie behalten. Warum es der Londoner Royal Society vierzehn Jahre später doch gelingt, die Herstellungsmethode zu veröffentlichen, auch das schildert der Chemiker Alexander Kraft, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens Gesimat.

Die PDF-Datei des Beitrags gibt es bei der Redaktion der „Nachrichten aus der Chemie“ unter nachrichten@gdch.de.

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