21/07/2014

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Dr. Boy: Viele Anwendungen für Spritzgieß-Automaten auf diversen Landes- und Spezialmessen

Im Frühsommer war der Hersteller von Spritzgieß-Automaten aus dem rheinland-pfälzischen Westerwald auf mehreren Messen in Europa präsent und zeigte dort ganz unterschiedliche, technisch interessante Anwendungen, je nach Spezialisierung der Messe oder den Anforderungen der jeweiligen nationalen Märkte. So waren auf den kleinen und mittelgroßen Maschinen von Dr. Boy zwei Lösungen für die Medizintechnik, aber auch für den Verpackungsbereich und für den Mehrkomponenten-Spritzguss gezeigt.

Dr. BOY mit drei Maschinen auf der Messe in Polen
Den Auftakt machte Ende Mai die Kunststoffmesse Plastpol im westpolnischen Kielce, wo sich Dr. Boy mit zwei Boy-Spritzgießautomaten im Produktionsbetrieb und einer Spritzeinheit für Mehrkomponenten-Spritzguss präsentierte. Auf dem Stand der polnischen Boy-Vertretung Wadim Plast Sp.j. demonstrierten die drei Maschinen des Spezialisten für Spritzgießmaschinen bis 1.000 kN ihre Leistungsfähigkeit, darunter auch eine Lösung mit kompaktem Reinraum:
Ausgestattet mit effizientem Servo-Antrieb und einer Antistatik-Lackierung fertigte eine Boy 35 E (350 kN Schließkraft) Schutzkappen einer Insulinspritze. Unter Laminar Flow, einer turbulenzarmen Luftströmung zur Abführung und Reduzierung von Partikeln in der Luft, der Reinraumklasse 7 (entspr. ISO 14 644) wurden die Schutzkappen nach der Entnahme aus einem 16fach-Werkzeug direkt in aseptische Verpackung abgepackt. Bedruckt mit Produktionsdaten für eine eventuelle Rückverfolgung, wurden die Klarsichtbeutel luftdicht versiegelt. Die Verpackungsmaschine konnte dabei Platz sparend unter der frei überstehenden Schließeinheit positioniert werden.

Schlüsselfertige Produktionseinheit für bruchfeste Biergläser
Eine neue Boy 60 E (600 kN Schließkraft) produzierte Biergläser aus hochtransparentem Polycarbonat. Die gefertigten Kunststoffgläser wurden mit dem Vier-Achs-Industrieroboter Boy SL 30 aus dem Werkzeug entnommen und auf einem Förderband abgestellt. Auf Knopfdruck erhielten die Messebesucher dann ihre frisch gespritzten Biergläser samt frisch gezapftem Inhalt. Der neu im Boy-Produktprogramm erhältliche Spritzgießautomat war ausgestattet mit einer höheren Schließkraft, der mehrfach patentierten Multi-Touch-Steuerung Procan ALPHA 2 sowie EconPlast. Das neu entwickelte, optionale Plastifiziersystem benötigt nach Herstellerangaben bis zu 50% weniger Energie für das Aufschmelzen der Kunststoffe.
Die gesamte Fertigungsanlage - bestehend aus Spritzgießautomat, Industrie-Roboter mit integrierter Dreh- und Schwenkfunktion, Förderbänder sowie CE-gerechter Schutzumhausung - kann schlüsselfertig komplett von Dr. Boy geliefert werden.

BOY XS als Zusatz-Spritzaggregat für den 2K-Spritzguss
Die Boy 2C XS - eine Spritzeinheit für den Zwei- oder Mehrkomponentenspritzguss - bietet flexible Möglichkeiten eine herkömmliche Spritzgießmaschine in eine 2K-Maschine zu verwandeln. Die Spritzeinheit mit integriertem Hydraulikantrieb und Procan ALPHA 2 Steuerung bietet ein Plastifiziervolumen bis zu 76,4 ccm und erreicht Spritzdrücke bis 3.128 bar.
Die Boy 2C XS lässt sich mit wenigen Handgriffen an unterschiedliche Spritzgießmaschinen anschließen. Das Aggregat ist durch lenkbare Rollen leicht zu transportieren und somit flexibler verwendbar. Ebenso ist die Positionierung und Ansteuerung mehrerer Boy 2C XS an einer Basismaschine möglich.

BOY stellt fünf Etappensieger auf der "Tour de FIP"
Vom 17. bis zum 20. Juni ging es in Frankreich weiter; auf der nur alle drei Jahre stattfindenden Kunststoffmesse FIP in Lyon zählten die fünf Boy-Spritzgießautomaten erneut zu den Siegern des Wettbewerbs "Tour de FIP" des Messeveranstalters. Technologisch anspruchsvolle Anwendungen mit effizienten Spritzgießmaschinen auf kompakten Raum - so nennt Dr. Boy die Erfolgsformel für seinen Messeauftritt, den sowohl die Westerwälder als auch die französische Boy-Vertretung Béwé-Plast als rundum gelungenen bezeichneten.

So zeigte sich Béwé-Plast insbesondere zufrieden mit dem Besucherstrom und den Fachgesprächen während der vier Messetage. Antoine Bidet, Geschäftsführer von BMS France und Béwé-Plast erläuterte dazu: "Da die FIP hier in Frankreich nur alle drei Jahre stattfindet, verzeichnen wir einen sehr hohen Anteil an interessierten Fachbesuchern. Unsere vielversprechenden Gespräche auf der wichtigsten französischen Kunststoffmesse lassen für die nahe Zukunft eine Vielzahl äußerst positiver Abschlüsse erwarten."

Eine 2K-Medizinanwendung auf der Boy 100 E mit Boy 2C XS, eine Boy 35 E mit einer Reinraumanwendung sowie eine Elastomeranwendung auf der Boy 25 E VV demonstrierten ihre energiesparende Technik. Durch Einsatz des servomotorischen Pumpenantriebs und der optionalen Plastifiziertechnologie EconPlast ist das Energie-Einsparpotenzial der E-Baureihe von Boy den Angaben zufolge besonders hoch; auch in Frankreich stehe die Steigerung der Maschineneffizienz im Vordergrund.

Eine BOY XS mit integriertem Entnahmegerät und Kleinst-Silikon-Mischpumpe sowie die mehrfach patentierte Steuerung Procan ALPHA 2 sei auch in Ostfrankreich auf reges Interesse gestoßen.

Schweizer Spezialisten für Filigranes unter sich - und BOY dabei
Zeitgleich mit der FIP versammelte sich in Genf auf der Uhren-, Mikro- und Medizintechnikmesse mit dem besonderen Namen "EPHJ-EPMT-SMT" alles, was sich in der Schweiz auf filigrane Technik spezialisiert hat. Der Name der Dreifach-Messe steht für "Environnement Professionnel Horlogerie-Joaillerie" (Uhrmacher- und Juweliertechnik), für Environnement Professionnel Microtechnologies (Mikrotechnologie) und für Swiss MedTech.
Dr. Boy war durch seine Vertretung Plastiversum AG auf der viertägigen Veranstaltung vertreten. Gezeigt wurde die Produktion von Ostheosyntheseplatten auf einer Boy XS. Diese Platten werden bei der Behandlung von Knochenfrakturen eingesetzt und fixieren die Knochen schnell und sicher.

Die Boy XS sei für die Fertigung von Kleinst- und Mikroteilen, sowohl aus Thermoplasten, als auch aus mit Metallpulver (MIM) und Keramikpulver (CIM) gefüllten Materialien prädestiniert, so Dr. Boy. Durch einen Schneckendurchmesser von 12 mm und einem Plastifiziervolumen bis max. 8,0 ccm sieht sie der Hersteller im angusslosen Einkavitäten-Spritzguss als technisch führend. Mit kompakten Abmessungen (nur 0,77 qm Aufstellfläche) und einer Schließkraft von 100 kN ist die Boy XS die kleinste Maschine aus dem Produktprogramm des Spezialisten für Spritzgießautomaten.
Die Boy-Fertigungsphilosophie, flexible und effiziente Einfach-Werkzeuge und kompakte Maschinen statt großformatiger, komplizierter und sensibler Werkzeuge einzusetzen, soll mit diesem Maschinentyp voll zum Tragen kommen.
Auch das Kassetten-Werkzeugkonzept der XS-Baureihe entspricht dieser Philosophie: Die Werkzeug-Grundgestelle verbleiben fest in der Maschine, die Kassetteneinsätze lassen sich binnen kürzester Zeit austauschen.

So zeigte sich Sascha Köppel, Geschäftsführer von Plastiversum, von der Spezialmesse begeistert: "Die Veranstaltung war sehr erfolgreich für uns, da wir mit den kleinen Spritzgewichten und der Boy XS genau auf dem Fokus der Messebesucher lagen. Zahlreiche Gespräche - vor allem direkt mit den Endkunden - waren sehr interessant für uns und legten den Grundstein für viel versprechende Projekte."

Über Dr. Boy
Die Dr. Boy GmbH & Co. KG ist ein weltweit aktiver Hersteller von Spritzgießmaschinen im Schließkraftbereich bis 1.000kN. Die Firma spricht von Ihren kompakten Maschinen als Spritzgießautomaten, welche sich durch Langlebigkeit sowie präzises, energiesparendes und somit wirtschaftliches Arbeiten auszeichnen sollen. Seit der Unternehmensgründung im Jahr 1968 wurden den Angaben zufolge weit mehr als 40.000 Spritzgießautomaten an Kunden auf allen Kontinenten ausgeliefert. Das inhabergeführte Unternehmen setzt dabei konsequent auf Ingenieurleistung und Wertarbeit "Made in Germany".

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