03.04.2012

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Dreychem: Neues Reinigungsgranulat beseitigt hartnäckige Vercrackungen und Verbrennungen in Spritzgussteilen

BrandEx ist ein neu entwickeltes, chemisch-mechanisch wirkendes Reinigungsgranulat im Portfolio von Dreychem, das laut Anbieter besonders hartnäckige Vercrackungen (Produkte der thermischen Zersetzung von Kunststoffen) im Schnecken-, Zylinder und Düsenbereich zeitsparend und mit hoher Kosteneffizienz beseitigt. Wo bisher oft ein Tag und mehr verloren gehen, um die Schnecke zu ziehen und mechanisch eine während der Produktion aufgebaute Zunderschicht zu entfernen, kann demnach ein kompletter Reinigungslauf mit BrandEx in rund einer Stunde abgeschlossen sein. Selbst aufwändige Reinigungen sollen, einschließlich eines anschließenden Spülvorgangs, meist deutlich weniger als zwei Stunden erfordern. Danach könne die Produktion sofort wieder aufgenommen werden.

Dreychem bietet BrandEx in zwei Varianten an: Der Typ S10 eignet sich für Verarbeitungstemperaturen von 200 °C bis 360 °C und damit beispielsweise für PS, SAN, ABS, PA, POM, PBT, PC, ABS/PC und PBT/PC. Der Typ E10 ist auf Temperaturen von 180 °C bis 330 °C und damit zum Beispiel für PE, PP, PET, TPE und TPU ausgelegt. BrandEx wirkt darüber hinaus auch bei schwierigen Farbumstellungen und bei äußerst hartnäckigen Pigmentvercrackungen, heißt es weiter. Beide Typen eignen sich grundsätzlich nicht für die Reinigung von Heißkanal und Werkzeug. Ausnahmefälle können z.B. bei der Verarbeitung hoch glasfaserverstärkter Polyamide mit groß dimensioniertem Anschnitt vorliegen. In Kombination mit dem Einsatz von BrandEx für Schnecke, Zylinder und Düse empfiehlt Dreychem zur Reinigung von Heißkanal und Werkzeug das Reinigungsgranulat Supernova ST.

Gerhardi Kunststofftechnik ist ein erster Anwender
Ein erster Anwender von BrandEx ist der Automobilzulieferer Gerhardi Kunststofftechnik, Ibbenbüren. Dort hat man sich von der Wirksamkeit des neuen Reinigungsgranulats an Hand der Spritzgussfertigung eines Kühlergrill-Elements aus ABS natur überzeugt. Dazu Ingo Zühlow, Projektverantwortlicher bei Gerhardi: "Während der Produktion hatte sich auf der Oberfläche der Schnecke eine Zunderschicht gebildet. Beim Aufheizen nach längerem Stillstand, z.B. am Wochenende, lösten sich Partikel davon, die sich dann als dunkle Einschlüsse im Bauteil abbildeten und zu Ausschuss führten. Bei nur geringen Änderungen der Maschineneinstellparameter haben wir BrandEx S10 eingefüllt und dann die Schnecke ins Freie leer gespritzt. Anschließend haben wir mit Supernova nachgereinigt und schließlich mit dem Originalmaterial noch zehnmal ins Freie gespritzt. Der gesamte Vorgang dauerte rund zwei Stunden, der Materialverbrauch lag bei ca. 17,5 kg BrandEx, 7,5 kg Supernova und rund 3 kg ABS natur. In der dann wieder aufgenommenen Teilefertigung ließen sich ab dem fünften Satz keine Verunreinigungen im Bauteil mehr feststellen, und während der folgenden 24 Stunden fielen nur noch 26 Satz (52 Teile) mit ,schwarzen Punkten‘ aus. Ab diesem Zeitpunkt war dieses Fehlerbild vollständig eliminiert. Insgesamt stand die Maschine nur rund 2 Stunden nicht für die Fertigung zur Verfügung."

Gemeinsam mit Spezialisten für die Herstellung von Reinigungsgranulaten will Dreychem die Entwicklungsarbeit weiter voran treiben. Schon in Kürze werde das Unternehmen ein bis 430 °C einsetzbares, hoch effizientes Reinigungs­granulat für Hochtemperatur-Thermoplaste vorstellen können. Dazu Dreychem Geschäftsführerin Kerstin Brunken: "Aus vielen Gesprächen mit unseren Kunden wissen wir, dass wir mit BrandEx und dem kommenden HT-Typ einen dringenden Bedarf decken. Darum haben wir jetzt begonnen, uns zu einem Anbieter von Reinigungsgranulaten für besondere Anforderungen und kundenspezifische Problemstellungen zu entwickeln."