09.07.2012

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Ehlebracht: In 2011 Rekordergebnis erzielt - Kunststoff-Technik mit Umsatzrückgang

Die Aktionäre der im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notierten Ehlebracht AG stimmten auf der Hauptversammlung der Gesellschaft in der Stadthalle Bielefeld am 4. Juli 2012 allen Anträgen der Verwaltung mit deutlichen Mehrheiten zu, teilt das Unternehmen mit. Nach einem starken Wachstumskurs in den letzten Jahren erwirtschaftete Ehlebracht 2011 demnach eines der besten Ergebnisse in der Unternehmensgeschichte. Dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat, aus dem Bilanzgewinn 2011 in Höhe von 3,1 Millionen Euro eine Dividende von 0,10 Euro je Stammaktie auszuschütten, folgten die Aktionäre. Der verbleibende Betrag in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro wird vollständig in die Gewinnrücklagen eingestellt.

Die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat wurden entlastet. Auf der Aktionärsversammlung waren mit rund 100 Aktionären über circa 65,5 Prozent des stimmberechtigten Kapitals der Ehlebracht AG in Höhe von 19,35 Millionen Euro und 12,9 Millionen Stimmrechten vertreten.

Gedämpfter Start in das Geschäftsjahr 2012
Der Geschäftsanlauf 2012 erfuhr konjunkturellen Gegenwind. Von Januar bis Mai verzeichnete der Konzern gegenüber dem Vorjahreszeitraum rückläufige Umsätze in Höhe von 31,9 Millionen Euro (Vergleichsperiode des Vorjahres: 34,6 Millionen Euro). Das ist ein Rückgang von 2,7 Millionen Euro oder 7,8 Prozent (siehe auch plasticker-News vom 11.5.2012).

Kunststoff-Technik mit Umsatzrückgang
Diese Entwicklung wird den weiteren Angaben zufolge auf eine Absatzschwäche der Haushaltsgeräteindustrie im Marktsegment der ´Weißen Ware´ zurückgeführt. Infolge der Euroschuldenkrise sei der südeuropäische Markt weggebrochen. Diese Absatzschwäche führte bei der Ehlebracht Kunststoff-Technik zu rückläufigen Umsätzen von rund 2,8 Millionen Euro. Davon war insbesondere das Berliner Werk betroffen. In China, bei Elektra Industrial China (EIC), war ebenfalls ein Rückgang dieses Marktsegments zu spüren. Allerdings konnte die Konzerntochter den Umsatzausfall durch Neu- und Werkzeuggeschäft kompensieren. Insgesamt schloss die Kunststoff-Technik die ersten fünf Monate mit einem Umsatz von 20,8 Millionen Euro. Gegenüber den ersten fünf Monaten des Vorjahres mit 22,7 Millionen Euro ist das ein Minus von 1,9 Millionen Euro oder 8,4 Prozent.

Der Geschäftsbereich Möbelfunktions-Technik mit der Elektra GmbH erreichte in dem umsatzstarken Kerngeschäft ´Licht für Möbel´ das Niveau des Vorjahres. Der gegenüber dem Vorjahr um rund 0,8 Millionen Euro geringere Umsatz von 11,0 Millionen Euro wird im Wesentlichen auf geringeres Objektgeschäft zurückgeführt. Dieses Geschäft soll allerdings projektbezogen mit abzurechnenden längerfristigen Aufträgen in den nächsten Monaten anziehen.

Der Konzern erzielte 2012 ein Fünfmonats-Vorsteuerergebnis von 0,5 Millionen Euro. Durch den Ausbau des Chinaengagements mit dem zweiten Standort in Suzhou war zusätzlicher Aufwand für Personal, gestiegene Fixkosten, Finanzierungen und Abschreibungen in Höhe von 0,6 Millionen Euro angefallen. Das Fünfmonats-Vorsteuerergebnis 2011 belief sich auf 1,8 Millionen Euro.

Neues Werk in China startbereit
Die rund zweijährigen Aufbauarbeiten des neuen Standorts in Suzhou, Ostchina, sind mittlerweile fast vollständig abgeschlossen, heißt es weiter. Nach ersten Produktionsanläufen sei das neue Werk in China startbereit, um die Produktion nach und nach hochzufahren. Die Auslastung des neuen Werkes soll in der zweiten Jahreshälfte 2012 stetig zunehmen. Der Maschinenpark im Werk in Suzhou umfasst aktuell 30 Spritzgießautomaten samt Peripherie und einem eigenen Werkzeugbau.

Ausblick: 2012 Übergangsjahr
Für die nächsten Monate sind die Geschäftserwartungen aufgrund vorliegender Forecasts besser. Der Ehlebracht-Konzern hält zunächst an der zu Jahresbeginn 2012 gestellten Prognose von 85 bis 88 Millionen Euro Umsatz und einem Vorsteuerergebnis von 2,8 bis 3,3 Millionen Euro fest. Aufgrund der gestiegenen Kosten für den Geschäftsanlauf des neuen Werkes in Suzhou in China bei noch vergleichsweise geringer Leistung betrachtet die Unternehmensgruppe das Geschäftsjahr 2012 als Übergangsjahr. Für das Jahr 2013 wird bei einem störungsfreien Geschäftsverlauf mit einem Anstieg der Konzernumsätze in Richtung der 90 Millionen Euro Marke und einem Vorsteuerergebnis von 4 Millionen Euro gerechnet.