02.04.2013

www.gupta-verlag.de/kautschuk

Elastomer-Forum an der Hochschule Osnabrück 2013

Prof. Dr. Norbert Vennemann und Prof. Dr. Claudia Kummerlöwe konnten erneut ein bunt gemischtes Publikum aus Vertretern von Industriepartnern und regionaler Kunststoffindustrie sowie den Studierenden willkommen heißen und damit einmal mehr die gute Zusammenarbeit zwischen der Hochschule Osnabrück und der Industrie unter Beweis stellen. Im Rahmen des Elastomer-Forums wurden Studienarbeiten des Masterstudiengangs "Angewandte Werkstoffwissenschaften"/Fachrichtung Polymerwerkstoffe aus dem Wintersemester 2012/13 vorgestellt. Die Studienarbeiten boten eine erstaunliche Themenbreite, die von neuartigen TPVs, über Hybridelastomere, dynamische Beanspruchung von Netzwerkstrukturen, thermoelastischen Aktoren, Recycling von Gummimehl bis zu Nanocomposites reichte. Im Einzelnen:Yeampon Nakaramontri, Doktorand der Prince of Songhkla University, Thailand, beschäftigt sich in seiner Arbeit mit den Auswirkungen der Reinigung und Funktionalisierung von Kohlenstoffnanoröhrchen auf die Eigenschaften von NR/CNT-Composites. In der Hauptsache ging es dabei um die Funktionalisierung der CNTs mit TESPT und die Bestimmung der Perkolationsschwellen nach dem Einmischen in die Latexphase bzw. in den Festkautschuk. Bei Zugabe zu Latex sinkt die Perkolationsschwelle.In seiner Studienarbeit Einfluss dynamischer Beanspruchung auf die Netzwerkstruktur von NR-Vulkanisaten untersuchte Sebastian Teich, inwieweit unterschiedliche Netzwerkstrukturen unterschiedlich auf Belastung reagieren. Verglichen wurde die konventionelle Schwefelvernetzung mit SEV- und EV-Systemen. Offenbar treten im Hinblick auf die Einwirkung dynamischer Belastungen keine nennenswerten Abweichungen auf.Als höchst interessanter Beitrag erwies sich die Entwicklung thermoplastischer Vulkanisate (TPV) auf Basis von EPDM/HDPE. Die Entwicklung von Michael Giesen basiert auf einem harzvernetzten EPDM/HDPE. Nach allen vorgestellten Tests schneidet dieses TPV hinsichtlich typischer elastischer Eigenschaften besser ab als ein EPDM/PP. Es zeigte sich allerdings auch, dass die Zeit für eine Studienarbeit mit drei Monaten äußerst knapp bemessen ist und dementsprechend weitere Aspekte dieses Vergleichs nicht mehr behandelt werden konnten.Für die Universität Osnabrück ging Ana-Maria Lepadatu mit dem Recycling von EPDM-Gummiabfallmehl durch Aktivierung mit Flüssigpolymeren ins Rennen. Sie überprüfte, ob es mit Hilfe flüssiger EPDM-Typen, mit 4,5 % respektive 9,5 % ENB, gelingt, das Gummimehl einer besseren Wiederverwendbarkeit zuzuführen.Natalie Saam setzte sich mit dem Thema Thermoplastische Hybridelastomere auf Basis kovalent vernetzter SBS-Compounds: Einfluss von Peroxid als Vernetzungsmittel auseinander. Während die Butadienblöcke im SBS als schwefelvernetzte Weichphase dienen sollten, interessierte das durch Peroxid initiierte Vernetzungsverhalten (Geschwindigkeit, Umsatz usw.) an den Styrolblöcken. Zum einen konnte mit den bisherigen Untersuchungen nicht nachgewiesen werden, ob das Peroxid definitiv mit den Styroleinheiten reagiert, und zum anderen geht mit dieser Vernetzung natürlich der thermoplastische Charakter des Materials verloren, was wohl in diesem Auftragsprojekt beabsichtigt war.Abgerundet wurde die Vortragsreihe durch den Einblick in die Entwicklung thermoelastischer Aktoren (TEA) von Karsten Weghorst, der damit die Ergebnisse zu seinem Modell EPDM-Mischung - Kupferdraht vorstellte.Zum Ende des Forums gab es die Möglichkeit, offene Fragen bei der Abschlussdiskussion mit den Referenten bei einem Getränk etwas ausführlicher zu behandeln oder sich der Führung Prof. Kummerlöwes durch die gut ausgestatteten Labor-/Technikumsräume anzuschließen.

www.gupta-verlag.de/kautschuk