25.10.2012

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Engel: 2,3 Mio.-Invest ins Roboterwerk Dietach

Mit der Einführung einer getakteten Fließmontage und der Modernisierung des Maschinenparks in seinem Roboterwerk reagiert Engel auf das kontinuierlich steigende Auftragsvolumen in der Auto­matisierungstechnik, teilt das Unternehmen mit. Insgesamt 2,3 Mio. Euro investierte der Spritzgieß­maschinenbauer und Auto­mat­isierungs­experte demnach in seinen österreichischen Standort Dietach.

"Lieferzeiten verkürzt - Fertigungskapazität erhöht"
"Der Markt für Automatisierungstechnik wächst weltweit", betont Dr. Stefan Engleder, Geschäftsführer Technologie und Produktion von Engel, gegenüber der Fachpresse während der Fakuma 2012 in Friedrichshafen. Bereits 50 Prozent aller Großmaschinen und 35 Prozent der Klein- und Mittelmaschinen liefert Engel demzufolge inklusive Automatisierung aus, mit weiter steigender Tendenz. "Mit der neuen Struktur realisieren wir jetzt auch bei vollen Auftragsbüchern kurze Lieferzeiten für Engel viper Linearroboter sowie integrierte Systemlösungen", so Stefan Engleder. "Gleichzeitig haben wir damit die Fertigungskapazität erhöht."

Neben kürzeren Lieferzeiten lasse sich deutlich flexibler und schneller auf kurzfristige Auftragsänderungen und Kundenwünsche reagieren, ohne den Produktionsprozess an anderer Stelle zu stören.

"Im Takt: Von der Wareneingangskontrolle bis zur Inbetriebnahme"
Als eine Besonderheit des Fließprozesses bei Engel wird herausgehoben, dass sämtliche Arbeitsschritte im Montagetakt erfolgen. Hierzu gehöre auch die Inbetriebnahme, was unnötige Wartezeiten vermeide und dem Kunden von Anfang an Planungssicherheit garantiere. Da auch die EDV-gestützte Qualitätskontrolle von Baugruppen und Komponenten in die Taktfertigung integriert wurde, soll sich zudem die Prozesssicherheit erhöhen.

Zwei Montagelinien für Engel viper Roboter haben im September ihren Betrieb aufgenommen. "90 Prozent aller Aufträge können wir so mit der Fließmontage abdecken", sagt Engleder. "Auch ein Großteil der Optionen wird im Takt gefertigt."

2003 hatte Engel die Fließmontage für die Herstellung von Klein- und Mittelmaschinen am Stammsitz Schwertberg eingeführt. Im Großmaschinenwerk in St. Valentin werden seit April dieses Jahres die Spritzeinheiten im Takt produziert. Mit der jüngsten Investition in Dietach folgte jetzt der dritte der österreichischen Produktionsstandorte.

Roboter für Spritzgießmaschinen aller Marken
Außer für einfache Pick-and-Place-Anwendungen finden die viper Roboter immer häufiger für Insert- und Mehrkomponentenprozesse Einsatz. "Vor einigen Jahren waren dafür noch Sonderautomatisierungslösungen notwendig", so Engleder. "Inzwischen können wir ein breites Anwendungsspektrum mit Standard-Lineargeräten bedienen."

Mit sieben Baugrößen, die nominale Traglastvermögen von 6 bis 120 kg abdecken, lassen sich die Engel Linearroboter an die jeweilige Automatisierungsaufgabe anpassen. Dabei zeichnen sich die Roboter nach Angaben des Herstellers über alle Baugrößen hinweg aus durch maximale Stabilität mit höchster Dynamik und optimalem Bedienkomfort. Dank der innovativen Konstruktion aus lasergeschweißten Stahlprofilen konnte das Eigengewicht niedrig gehalten und so das Traglastvermögen erhöht werden. Clevere Softwarepakete würden die Eigenschwingungen auch bei langen Achsmaßen reduzieren und die Roboterbewegungen und Dynamikwerte optimieren.

Um bei einer zunehmenden Komplexität der Anwendungen eine einfache Bedienbarkeit der Roboter sowie der Komplettanlagen sicherzustellen, integriert Engel die Steuerungen - sowohl der viper Lineargeräte als auch der easix Mehrachsroboter - vollständig in die CC 200 Steuerung der Engel Spritzgießmaschinen.

Diese Leistungs- und Effizienzmerkmale sorgen dafür, dass Engel die viper Roboter nicht nur im Paket mit Spritzgießmaschinen verkauft, sondern immer häufiger auch als Ersatz für Altgeräte und zum Einsatz auf Spritzgießmaschinen anderer Marken.