18.09.2015

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Engel: Aktuelle Leichtbau-Projekte mit Composites - Neue Anwendung für Automotive auf der Engel v-duo

Auf der Composites Europe 2015 präsentiert der Spritzgießmaschinenbauer Engel das Spektrum der Möglichkeiten seiner Baureihe von Vertikalmaschinen, der Engel v-duo und gewährt darüber hinaus Einblick in weitere aktuelle Leichtbau-Projekte. In seinem eigenen Technologiezentrum für Leichtbau-Composites in St. Valentin, Österreich, will Engel gemeinsam mit Partnerunternehmen und Universitäten die interdisziplinäre Entwicklung von Faserverbund-Technologien intensiv vorantreiben. Ziel sei es, den Einzug von Composites-Technologien in der Automobilindustrie zu beschleunigen. Thematisch liegt der Fokus aktuell auf der Verarbeitung thermoplastischer Halbzeuge (Organobleche und Tapes) und auf reaktiven Technologien mittels duromeren wie thermoplastischen Werkstoffsystemen, zum Beispiel dem HP-RTM (High-Pressure Resin Transfer Moulding) und die In-situ-Polymerisation von Caprolactam.

Engel v-duo als platzsparende Vertikalmaschine für große Leichtbauteile
Da das Thema Leichtbau für die automobile Zukunft immer wichtiger wird, hat Engel eine Vertikalmaschinen-Version seiner Großmaschinen-Baureihe duo entwickelt, welche zur K 2013 erstmals vorgestellt wurde. Die Engel v-duo bezeichnet der Hersteller als "feinfühliges Kraftpaket", das speziell bei Faserverbundanwendungen und bei Prozessen mit hohem Forminnendruck präzise Ergebnisse liefern soll. Zusätzlich zeichne sich diese vertikale Großmaschine durch viele individuelle Ausstattungs-Optionen, eine hohe Energieeffizienz und eine kompakte Größe aus.

Beschleunigter Einsatz von Leichtbautechnologien in Großbritannien
Die erste Engel v-duo Presse in Großbritannien steht im Automotive Composite Research Centre (ACRC) der WMG an der Universität Warwick. Das Forschungszentrum, dessen Ziel es ist, die Automobilindustrie bei der Erschließung innovativer Technologien zu unterstützen, nutzt die Großmaschine für die Entwicklung von Serienprozessen für die Herstellung von faserverstärkten Composite-Bauteilen.

Engel lieferte die 1.700-Tonnen-Presse inklusive Werkzeug und integrierter Ausrüstung für HP-RTM-Faserverbundtechnik. Mit einer Werkzeugaufspannfläche von 2,2 x 1,8 Metern bietet die Maschine die Möglichkeit, eine Vielzahl von Komponenten herzustellen sowie unterschiedliche Materialien und Verarbeitungsprozesse anzuwenden. WMG ist ein Forschungs- und Ausbildungszentrum mit Sitz an der Universität Warwick, das eng mit internationalen Unternehmen zusammenarbeitet, um neue Produkte, Prozesse und Dienstleistungen zu entwickeln. Neben dem Hauptsitz in Großbritannien unterhält die WMG Ausbildungszentren und Kooperationen in sieben weiteren Ländern.
"Als Entwicklungspartner der Automobilindustrie ist Flexibilität für uns sehr wichtig", betont Prof. Ken Kendall, Professional Fellow im ACRC. "Die Engel v-duo können wir sowohl für die Verarbeitung von duroplastischen Pressmassen (Prepregs oder SMC) als auch für das Verpressen von thermoplastischen Faserverbunden und für HP-RTM-Prozesse einsetzen. Die präzise Steuerung, die uns diese Maschine bietet, ist für die Erforschung dieser Prozesse essentiell."
Zudem war es Prof. Kendall wichtig, eine intergierte Lösung aus einer Hand zu erhalten um die Projektierung und Inbetriebnahme beschleunigen zu können.

Vollständig integrierte Lösung für hohe Leistung bei niedriger Bauhöhe
Ein weiterer Vorteil dieser Lösung sei, dass die HP RTM-Einheit, die Engel gemeinsam mit seinem Systempartner Hennecke aus St. Augustin bei Bonn realisiert hat, in die Steuerung der Schließeinheit integriert ist, so dass sich der gesamte Verarbeitungsprozess über das Maschinendisplay kontrollieren lässt.

Die Engel v-duo wurde gezielt für Faserverbundanwendungen entwickelt. Im Vergleich zu herkömmlichen Pressen liegt die Bauhöhe der Engel-Presse den Angaben zufolge um 50 Prozent und das Gewicht um rund 60 Prozent niedriger. Damit ermögliche die vertikale Großmaschine, die mit Schließkräften von 4.000 bis 36.000 kN erhältlich ist, kompakte Fertigungszellen zu niedrigen Investitionskosten.

Die Engel v-duo zeichne sich außerdem durch hohe Steifigkeit und hohe Plattenparallelität aus. Die Plattenparallelitätsregelung für den Prägeprozess ist bereits im Standard enthalten. Handling-Geräte können platzsparend integriert werden und auf direktem Weg in den Werkzeugbereich einfahren. Mit Hilfe von Schiebetischen lassen sich Einlegearbeiten und Werkzeugwechsel flexibel und einfach gestalten. Auf eine Speicherhydraulik wird vollständig verzichtet. Mit der Servohydraulik namens ecodrive, die ebenfalls im Standard enthalten ist, will Engel auch eine zugleich energieeffiziente Lösung bieten.

Weitere Informationen:
www.engelglobal.com, www.warwick.ac.uk/fac/sci/wmg/research/engineering_materials/composites/, www.composites-europe.com

Composites Europe 2015, 22.-24. September 2015, Stuttgart, Halle 7, St. D20

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