09.04.2010

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Engel: Neue Hausmesse & Konferenz 'med.con' zur Medizintechnik mit 500 Teilnehmern

Erstmals seit drei Jahren führte Engel Ende März wieder eine grössere Kundenveranstaltung zum Thema Spritzguss-Anwendungen für die Medizintechnik durch. Wie bereits bei den 2007er "Medical Days" lud der größte Hersteller von Spritzgießmaschinen wieder Mitarbeiter von Kunden- bzw. Anwenderfirmen der Medizintechnik aus aller Welt zu seinem Stammsitz in Schwertberg, Oberösterreich, ein. Zur diesjährigen "med.con 2010" folgten nach Angaben des Veranstalters über 500 Besucher aus rund 20 Ländern der Einladung und nutzten am 17. und 18. März die Gelegenheit, über die Medizintechnik-Herausforderungen der Zukunft zu diskutieren und sich über die aktuellen Trends auf der Produktionsseite zu informieren.

Im Mittelpunkt der med.con standen die folgenden Fragen:
• Was sind die aktuellen Trends in der Medizintechnik?
• Wie wird dank intelligenter Reinraumlogistik Qualität zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor und
• Welche innovativen Spritzgießlösungen können dabei unterstützen?

Dazu standen neben einem abwechslungsreichen Mix von Fachvorträgen und Diskussionen auch eine Exponateschau aus der Engel medical-Produktreihe auf dem Programm. Gemeinsam mit Projektpartnern aus den Bereichen Werkzeug, Automatisierung und Reinraum wurden unter dem Motto „Reinheit, Präzision, Effizienz“ fünf intelligente Spritzgießlösungen für die Medizintechnik präsentiert.


Vortragsprogramm über Logistik und Qualität
Fachvorträge zu spezifischen Themen aus der Medizintechnik von DI Christoph Lhota (Engel, Leiter Geschäftsbereich medical), Prof. Dr.-Ing. Thomas Seul (FH Schmalkalden) und DI Dr. Georg Steinbichler (Engel, Leiter Entwicklung) gaben einen Überblick über den aktuellen Stand der Technik. Daneben stellten sich namhafte Experten einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wettbewerbsfaktor Qualität – Eine Frage der Reinraumlogistik“:
• Prof. Gernod Dittel, CEO, Dittel Cleanroom Engineering
• Dr. Ing. Oliver Pfannschmidt, Technischer Leiter Balda Medical
• Joachim Köbelin, Technischer Vertrieb Zahoransky-Köbelin
• Christian Boos, Leiter Engineering, Waldorf Technik
• DI Detlev Schmidt, Vertriebsleiter Osteuropa, Motan-Colortronic
• DI Christoph Lhota, Geschäftsbereichsleiter medical, Engel Austria

Gemeinsames Fazit war, dass, obwohl die Medizintechnik ein hochreguliertes Feld ist und die Technik auf höchstem Niveau liegt, der Mensch den wichtigsten Faktor für eine saubere Qualität darstellt. Darüber hinaus sei es wichtig über den Tellerrand zu blicken und Potenziale auch aus anderen Branchen wie Teletronics oder Automotive zu nutzen.


Exponate & Anwendungen im Schwertberger Technikum
Eine holmlose Engel victory 330 H/80 W/130 combi produzierte auf einem Werkzeug der Firma Raumedic die 2-Komponenten-Katheterkupplung Perifix® von B.Braun. Dank einem Minimum an Maschinen-Einzelteilen bietet die Maschine viel Platz für große Werkzeuge und ist leicht zu reinigen.

Auf einer Engel e-victory 80/50 LIM wurden Schläuche für Peristaltikpumpen aus Flüssigsilikon mit langen und dünnen Kernen maximal präzise, vollautomatisch und nacharbeitsfrei gefertigt. Dank der intelligenten Servohydraulik Engel ecodrive ist die Maschine sehr energiesparend und durch die Kapselung der Führungen wird höchster Produktschutz sichergestellt.

Eine Engel e-motion 310/100 T produzierte PP-Pipettenspitzen auf einer komplett integrierten Anlage, welche Teile in nur sechs Sekunden vollelektrisch spritzt, kameraprüft und kavitätensortiert auf Racks ablegt. Projektpartner: Tanner Formenbau AG und Waldorf Technik GmbH & Co. KG.

Auf einer Engel e-motion 740/180 T wurde die Produktion eines innovativen Dünnwand-Spritzenzylinder gezeigt – vollelektrisch und höchst präzise. Projektpartner Schöttli AG und Max Petek Reinraumtechnik.

Eine vollelektrische Engel e-max 200/75 fertigte Nadelhalter für Sicherheitsspritzen. Der Vorteil hier: hohe Performance auf minimaler Stellfläche. Projektpartner: Fostag Formenbau AG

Darüber hinaus wurde im Engel Reinraum eine Engel e-motion 200/55 mit integriertem Sechs-Achs-Roboter im Trockenlauf gezeigt. Die Engel e-motion medical Baureihe verbindet Höchstleistung mit höchster Reinheit. Optimiert auf Reinraumanwendungen verfügt sie über einen gekapselten Massezylinder zur Minimierung von Partikel- und Wärmelast; gekapselte Spritzeinheitsantriebe sowie eine Ölrückführungseinrichtung am Kniehebel sind hier Standard.


Partnerschaftliches Arbeiten auch bei der Medizintechnik wichtig
„Der Schlüssel für den Erfolg in der Medizintechnik ist, partnerschaftlich zu arbeiten“, sagte DI Christoph Lhota. Engel lebe diesen Gedanken sehr erfolgreich vor: So präsentierten auch 15 Partnerunternehmen aus den Bereichen Werkzeug, Automation und Reinraum im Rahmen einer Partnermesse ihr Know-how und mehr als 500 Vertreter aus der Branche nutzten die Gelegenheit sich mit Branchekollegen auszutauschen. Das bestätige einmal mehr, dass Engel auch in Sachen Medizintechnik auf dem richtigen Weg ist, so Lhota weiter.

Und eine solch grosse Veranstaltung zum jetzigen Zeitpunkt kann man als Beleg dafür nehmen, dass die Medizintechnik auch für Engel ein wichtiges Feld ist und bleibt, gerade in Zeiten, wo die Abnehmer im Kernbereich Automotive-Anwendungen noch relativ zurückhaltend agieren. Zwar ist die Medizintechnik für die Kunststoff-Verarbeitung - und somit auch für die Maschinen-Hersteller - noch ein relativ kleiner Markt ( s. plasticker vom 23.10.2008), jedoch einer, der krisensicheres Wachstum und auch mittel- bis langfristig einträgliche Margen verspricht.


Weitere Informationen: www.engelglobal.com