07.02.2011

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Engel: Wasserverteiler mit Überwachungsfunktion

Mit ENGEL flomo hat der Spritzgießmaschinenbauer ENGEL seit der K 2010 einen kleinen, manuell einstellbaren Temperierwasserverteiler mit elektronischer Überwachung aus eigener Fertigung im Lieferprogramm. Das System, dessen Name sich von flow monitoring ableitet, eignet sich zur permanenten Überwachung sämtlicher Kühl- und Temperierkreisläufe von Spritzgießmaschinen und Werkzeugen. Da es elektronisch arbeitet, stellt es eine besonders wirtschaftliche Alternative zu den gängigen, wartungsintensiven Kühlwasserbatterien mit Schaugläsern dar, erläutert der Maschinenbauer das Produkt.

Über den zentralen Zulauf gelangt das Wasser von der Wasserversorgung oder vom Temperiergerät in den Verteiler, wo der Vorlauf-Druck und die Temperatur gemessen werden. Die Temperaturmessung dient zur Funktionskontrolle des Temperiergeräts bzw. des Kühlsystems. Die Vorläufe sind mit Absperrventilen versehen, um bei Bedarf einzelne Kreise deaktivieren zu können. In den Rücklaufkanälen des Systems werden die Durchflussmengen und Temperaturen des direkt aus dem Werkzeug kommenden Wassers gemessen. Die Durchflüsse jedes Kreises können mittels Feinregulierventilen manuell eingestellt werden.

Die Druck-, Temperatur- und Durchflusssignale werden über eine Schnittstelle an die Steuerung der Spritzgießmaschine übertragen, dort grafisch sowie numerisch angezeigt, ausgewertet und für eine lückenlose Dokumentation gespeichert. ENGEL flomo ist in die CC 200-Steuerung der ENGEL-Spritzgießmaschinen integriert. Das heißt, der Anwender kann in seiner gewohnten Steuerungsumgebung bleiben und muss sich nicht neu in die Gerätebedienung einarbeiten. Zusätzlich sorge die Integration für ein Höchstmaß an Prozesssicherheit, da nun sämtliche qualitätsrelevanten Parameter inklusive der Informationen direkt aus dem Werkzeug auf einen Blick erfasst werden können, heißt es weiter.

Geringer Aufwand für Wartung
Für den Durchfluss lassen sich in der Steuerung Sollwerte hinterlegen. Ändern sich die Istwerte zum Beispiel durch Verschmutzungen in den Kühlbohrungen im Werkzeug, löst das System einen Alarm aus. Optional ist auch eine Leckageüberwachung mit automatischer Abschaltung des Zu- und Rücklaufs erhältlich.

Im Vergleich zu herkömmlichen Wasserverteilern soll außerdem der Aufwand für Wartungsarbeiten erheblich sinken. Dazu tragen zwei Faktoren bei. Zum Ersten gibt es keine Schaugläser mehr, die regelmäßig gereinigt werden müssen, und zum Zweiten arbeiten die neuen Verteiler mit Vortex-Sensoren, die ohne bewegliche Teile und Wasserfilter auskommen. Bei diesem Sensortyp werden durch einen Störkörper im Messrohr künstlich Wirbel erzeugt. Dadurch entstehen, abhängig von der Menge des durchfließenden Wassers, Druckimpulse, die im Sensor in ein durchflussproportionales Messsignal umgewandelt werden. Vortex-Sensoren sollen unempfindlicher gegenüber Verschmutzungen seien als herkömmlich eingesetzte Durchflussturbinen, weshalb auf Wasserfilter verzichtet werden könne. Als Folge resultiere ein geringerer Druckverlust des Systems.

Standardisierung und Integrierte Absperrventile
ENGEL flomo ist zurzeit als 4- und 6-fach-Modul erhältlich, wobei sich bei Bedarf mehrere Module aneinanderreihen lassen. Die Module eignen sich für Temperaturen bis 95 °C und Durchflüsse von 1 bis 15 l/min bzw. 2 bis 40 l/min. Mit den Abmessungen von 280 x 240 x 134 mm bzw. 380 x 240 x 134 mm gehören die Verteiler den weiteren Angaben zufolge zu den kompaktesten ihrer Klasse und lassen sich auch direkt auf der Werkzeugaufspannplatte neben dem Werkzeug montieren. Das reduziere den Verschlauchungsaufwand und damit Wärmeverluste.

Integrierte Absperrventile im Vorlauf und Feinregulierventile im Rücklauf sind bereits in der Standardausführung enthalten.

Optional sind für die Verteilersysteme mobile Displays erhältlich, die vor allem in großen Maschinenparks für Effizienz sorgen können. Das Display hilft dem Maschinenbediener beim manuellen Einstellen der Verteiler vor Ort, da es an beliebiger Stelle an der Spritzgießmaschine platziert werden kann.