06.09.2013

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Ensinger: Halbzeug-Sparte erweitert Produktion und nimmt Hochregallager in Betrieb

Ensinger hat im Stammwerk Nufringen einen Neubau für die Halbzeug-Fertigung und ein Hochregallager in Betrieb genommen. Die neuen Anlagen optimieren nach Angaben des Unternehmens die innerbetriebliche Logistik und erhöhen die Geschwindigkeit der Arbeitsabläufe. Der Kunststoffverarbeiter will somit mit zusätzlichen Produktionsflächen und Reinräumen, einer Vervierfachung der Lagerkapazität und einer weitgehenden Automatisierung des Warenflusses, die Voraussetzungen für das weitere Wachstum seiner größten Sparte geschaffen haben. Die Kunden sollen von kürzeren Durchlaufzeiten, einem breiteren Lagerprogramm, wettbewerbsfähigen Preisen und einem hohen Lieferservice profitieren. Insgesamt hat das Familienunternehmen den Angaben zufolge rund 20 Millionen Euro investiert.

Im Extrusionsverfahren verarbeitet Ensinger in Nufringen thermoplastische Kunststoffe zu Platten, Rundstäben und Hohlstäben. Die Konstruktions- und Hochleistungskunststoffe sind in verschiedenen Abmessungen ab Lager lieferbar. Darüber hinaus fertigt Ensinger spezielle Halbzeug-Modifikationen und Zuschnitte nach Kundenwunsch. Das neue Langgut-Hochregallager und die zusätzlichen Produktionsbereiche sind über eine Anbindungsbrücke mit den bestehenden Fertigungshallen verbunden. Ensinger hat den Zufluss und Abfluss der Waren weitgehend automatisiert. Mit Hilfe moderner Fördersysteme können innerbetriebliche Transporte und Handhabungsvorgänge nun wesentlich schneller durchgeführt werden.

Intralogistik und Fördertechnik
Die automatisierte Intralogistik bietet weitere Vorteile: "Sie macht den teuren Betrieb von Flurförderfahrzeugen überflüssig, reduziert die Unfallgefahr und vermeidet Beschädigungen am Material", erläutert der für den Neubau verantwortliche Projektleiter Ruhullah Wasseh. Um die Prozesse von der Fertigung bis zum Versand miteinander zu verzahnen, haben die Fördertechnik-Experten gemeinsam mit dem Lieferanten Herrmann und Hieber maßgeschneiderte Komponenten entwickelt. Die Basis für den vollautomatischen Transport und die Lagerung der bis zu 3 Meter langen Halbzeug-Platten und -Stäbe sind sogenannte Skids. Diese Warenträger können mit bis zu 2,5 Tonnen belastet werden.

Zweigassiges Hochregallager
Das zweigassige Hochregallager (Hersteller: Remmert) ist 50 Meter lang, 24 Meter breit und 24 Meter hoch. Auf einer Grundfläche von rund 1.100 Quadratmetern kann Ensinger bis zu 5.700 Tonnen Kunststoffhalbzeuge lagern. Die gegenüber dem alten Lager vierfache Kapazität eröffnet dem Kunststoffverarbeiter den Angaben zufolge die Möglichkeit, das Portfolio der ständig verfügbaren lagerhaltigen Halbzeuge um neue Produkte zu erweitern.

"Das Hochregallager mit 3.000 Lagerplätzen wird durch zwei vollautomatische Regalbediengeräte versorgt. Alle Kunststoffe werden chargenrein eingelagert", erklärt Dieter Scharf, Leiter der Logistik am Standort. "Die Kapazitätsvorschau und -planung und die Steuerung der Fördertechnik erfolgen über den computergestützten Logistikleitstand. Wir können bis zu 135 Ein- oder Auslagervorgänge pro Stunde vornehmen."

Ergonomische Kommissionier-Arbeitsplätze
Das Zusammenstellen der Einzelpositionen für einen Auftrag soll im Neubau deutlich weniger Zeit einnehmen als zuvor. Ensinger hat auf ein dynamisches Kommissionierverfahren umgestellt, nach dem Prinzip "Ware zum Mann". Mit der Einführung des papierlosen Systems habe sich die durchschnittliche Kommissionierdauer mehr als halbiert.

Verbessert habe sich auch die Arbeitsergonomie. Decken-Krananlagen erreichen demnach auf beiden Ebenen alle Bereiche der Halle. Für das Anheben der schweren Platten und Stäbe werden flexibel einsetzbare Handlinggeräte eingesetzt. Für das Ablängen der Halbzeug-Platten und -Stäbe stehen an allen Kommissionierarbeitsplätzen Sägen bereit, so dass ohne einen Zwischenpuffer gearbeitet werden kann.

Erweiterung der Produktionsfläche und Reinräume
Auf der zusätzlichen Produktionsfläche im Neubau hat Ensinger weitere Extrusionslinien und sechs Reinräume installiert. Gefertigt werden hier u.a. Spezialprodukte für die Halbleiterindustrie und Medizintechnik. Die Reinräume sind gemäß DIN EN ISO 14644-1 Klasse 8 bzw. EU-GMP-Klasse D qualifiziert. Mit ihrem 3-Zonen-Kaskadenprinzip entsprechen sie laut Unternehmen dem aktuellen Stand der Technik.

Vor dem Versand oder der Zwischenlagerung im neuen Hochregallager werden die im Reinraum extrudierten Halbzeuge eingeschweißt und verpackt. Auch diese letzten beiden Prozessschritte führt Ensinger in einem Reinraum der ISO-Klasse 8 durch. Durch die konstanten und kontrollierten Verarbeitungsbedingungen könne Ensinger garantieren, dass über eine definierte Grenze hinaus keine Fremdpartikel ins Endprodukt gelangen.

Weitere Informationen: www.ensinger-online.com

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