13.12.2013

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European Bioplastics: Aktuelle Marktdaten veröffentlicht - "Biokunststoffmarkt wächst kräftig zwischen 2012 und 2017"

Der 2012 rund 1,4 Million Tonnen zählende Biokunststoffmarkt wird bis 2017 auf über 6 Millionen Tonnen wachsen. Selbst unter Berücksichtigung dieses Wachstumspotentials wird die für den Anbau von Biomasse benötigte Fläche 2017 lediglich etwa 0,02 Prozent der weltweiten Landwirtschaftsfläche betragen. Dies geht aus der aktuellen Marktprognose hervor, die der Branchenverband European Bioplastics jährlich in Kooperation mit dem Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe der Hochschule Hannover veröffentlicht.

"Unsere aktuellen Marktdaten bestätigen erneut, dass die Biokunststoffbranche weltweit in den kommenden Jahren gesund und überdurchschnittlich wachsen wird", erläutert François de Bie, Vorstandsvorsitzender European Bioplastics. "Die Produktionskapazitäten für alle Biokunststoffmaterialien legen zu und verteilen sich auf eine breite Palette unterschiedlicher Marktsegmente - von Verpackungen über Fasern bis hin zu Verbraucherelektronik."

Deutlich am stärksten wächst dabei die Gruppe der biobasierten, nicht-biologisch abbaubaren Biokunststoffe. Vor allem die sogenannten "drop-in" Lösungen, also Massenkunststoffe wie PE und PET1, die auf Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt werden, bauen große Kapazitäten neu auf. Die Sparte der biologisch-abbaubaren Kunststoffe, die beispielsweise die Bioabfallsammlung unterstützen und so zu effizienteren Abfallströmen beitragen, zeigt ebenfalls stolze Wachstumsraten: um etwa 60 Prozent werden die Produktionskapazitäten voraussichtlich bis 2017 steigen.

Der Verpackungsmarkt bleibt auch in den kommenden Jahren das führende Anwendungsgebiet für Biokunststoffe. Die Biokunststoffbranche bietet eine breite Auswahl an marktreifen Anwendungen - dringend benötigte, innovative Lösungen, die beispielsweise die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen sowie den CO2-Fussabdruck von Verpackungen reduzieren und zusätzliche Entsorgungs- und Recyclingwege eröffnen. Obwohl Verpackungen gegenwärtig das größte Anwendungsfeld sind, holen andere, sehr unterschiedliche Segmente stetig auf: das gilt insbesondere für die Märkte Verbraucherelektronik, Automobil oder Fasern.

Regionale Entwicklung - Europa und die Welt
Die stark wachsende Biokunststoffindustrie bietet ein entsprechendes Potential für neue Arbeitsplätze in ganz Europa. Insbesondere in ländlichen Gegenden, die möglicherweise eher veröden würden, können neue Anstöße zur Entwicklung gegeben und Arbeitsplätze geschaffen werden. Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten bietet die rund um die Biokunststoffwirtschaft entstehende Wissensbasis - hochqualifizierte Jobs werden geschaffen und sichern Beschäftigung für kommende Generationen.

European Bioplastics aktuelle Daten zeigen, dass Europa und Nordamerika weiterhin im Bereich Forschung und als Absatzmärkte interessant bleiben. Produktionskapazitäten werden jedoch eher in Südamerika und Asien aufgebaut. "Die EU muss sich anstrengen, wenn sie auch künftig eine führende Position in allen Stufen der Wertschöpfungskette besetzen möchte. Wir fordern die Europäische Kommission auf, Chancengleichheit für die gesamte biobasierte Industrie in Europa zu schaffen und klar definierte politische Rahmenbedingungen für vielversprechende Zukunftsmärkte wie die Biokunststoffindustrie zu setzen”, plädiert de Bie angesichts der aktuellen Prognosen.

1 Biobasiertes PET beinhaltet biobasiertes Monoethylen-Glykol (MEG). Der Anteil des MEG beträgt derzeit etwa 30 Prozent des PET-Materials. Terephthalsäure, PTA, stellt die übrigen 70 Prozent

Weitere Informationen: www.european-bioplastics.org


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