14.10.2015

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European Bioplastics: Verband beklagt zunehmenden Missbrauch des EU-Standards für industrielle Kompostierung von Kunststoffen

European Bioplastics (EUBP) stellt einen zunehmenden Missbrauch des europäischen Standards für industrielle Kompostierung von Kunststoffen, EN 13432, fest. Hersteller von künstlichen Additiven für die Fragmentierung von herkömmlichen Kunststoffen nutzen laut EUBP Hinweise auf den Standard für die Vermarktung ihrer Produkte. Dabei sei wissenschaftlich belegt, dass diese Produkte und Materialien die Anforderungen des Standards nicht erfüllen. European Bioplastics sieht darin einen schweren Fall von Greenwashing.

Ein aktueller Fall betrifft ein mit künstlichen Additiven angereichertes herkömmliches Kunststoffprodukt, das vorgibt, den Standard EN 13432 zu erfüllen. In anderen Fällen würden Hersteller der Additive versuchen, sich den guten Ruf des europäischen Standards zu eigen zu machen, indem lediglich auf einzelne Teile des Standards hingewiesen werde, wie zum Beispiel ”Das Pflanzenwachstum und die Ökotoxizität wurden 100 Prozent positiv getestet entsprechend EN 13432”.

"Hinweise auf einen Standard sind nur dann zulässig, wenn das Produkt oder Material alle Anforderungen des Standards in vollem Umfang erfüllt. Ist dies nicht der Fall, dann ist ein solcher Hinweis ein klarer Missbrauch und eine Irreführung der Verbraucher. Wir fordern alle Marktteilnehmer auf, sich an die Richtlinien für Kommunikation von umweltrelevanten Werbebotschaften entsprechend der ISO 14020er Serie zu halten”, sagt François de Bie, Vorstandsvorsitzender von EUBP.

Auch die Europäische Kommission sei besorgt über negative Auswirkungen der mit künstlichen Additiven angereicherten herkömmlichen Kunststoffe auf die Umwelt, da diese lediglich in kleine Fragmente zerfallen und nicht vollständig abbauen. Verbote dieser Technologie würden bereits diskutiert. Derzeit untersucht die Kommission die Umweltauswirkungen sogenannter oxo-abbaubarer Kunststoffen. Laut der Novelle der EU-Verpackungsrichtlinie sollen die Ergebnisse der Studie spätestens 2017 vorliegen.

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