23.09.2014

VDI/VDE Innovation + Technik GmbH

Evaluation der Exzellenzinitiative startet

Im Jahr 2005 haben Bund und Länder die Exzellenzinitiative mit dem Ziel beschlossen, den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken, seine internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und die universitäre Spitzenforschung sichtbarer zu machen. Die begonnene Leistungsspirale sollte fortgeführt werden; die Ausbildung von Spitzen und die Anhebung der Qualität des Hochschul- und Wissenschaftsstandortes in der Breite gehören ebenfalls zu den Zielsetzungen. Dafür stellen Bund und Länder den deutschen Hochschulen in zwei Förderphasen rund 4,6 Mrd. Euro zur Verfügung. Nach fast zehn Jahren Laufzeit sollen das Programm und seine Auswirkungen auf das deutsche Wissenschaftssystem evaluiert werden. Eine unabhängige, international zusammengesetzte Expertenkommission wird sich im Auftrag von Bund und Ländern dieser Evaluierungsaufgabe annehmen.

Der Zeitpunkt der Evaluierung wurde so gewählt, dass die geförderten Projekte in ihrer Umsetzung hinreichend weit fortgeschritten sind und der Abschlussbericht der Kommission im politischen Entscheidungsprozess berücksichtigt werden kann. „Die Exzellenzinitiative hat im deutschen Wissenschaftssystem eine große, international beachtete Dynamik erzeugt, die wir auch in Zukunft erhalten und ausbauen wollen. Wir wollen dabei auch bewährte Förderlinien weiterentwickeln und in neue Formate bringen, die Evaluationsergebnisse werden eine wichtige Grundlage für diese Entscheidungen sein“, sagt die GWK-Vorsitzende Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, vor dem Hintergrund, dass das Programm Ende 2017 ausläuft. „Bund und Länder sind den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sehr dankbar für ihre Bereitschaft zur Mitarbeit in der Kommission. Die unabhängige Expertenkommission spiegelt die Vielfalt der Wissenschaft gut wider und wird dadurch in der Lage sein, eine umfassende Evaluation aus ganz unterschiedlichen Perspektiven vorzulegen“, so die stellvertretende GWK-Vorsitzende und rheinland-pfälzische Bildungs- und Wissenschaftsministerin Doris Ahnen.

Die von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) berufene Expertenkommission wird morgen mit ihrer konstituierenden Sitzung die Arbeit aufnehmen und ihr Vorgehen vollkommen eigenständig gestalten. Sie wird dabei von einer in einem Ausschreibungsverfahren ausgewählten, unabhängigen Geschäftsstelle unterstützt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat erarbeiten bis Juni 2015 einen datengestützten Bericht über den Verlauf der Exzellenzinitiative, den die Expertenkommission in ihre Beratungen einbezieht. Das Gremium wird seine Evaluationsergebnisse Bund und Ländern im Januar 2016 präsentieren.

Mit Herrn Professor Dr. Dieter Imboden konnte die GWK einen international renommierten Wissenschaftler und Wissenschaftsmanager als Vorsitzenden der Expertenkommission gewinnen. Von 2005 bis 2012 saß er dem Forschungsrat des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) vor, von Januar 2009 bis Oktober 2011 war er Präsident der Vereinigung der Präsidien der europäischen Forschungsförderorganisationen (EUROHORCs). Als stellvertretende Vorsitzende der Kommission wurde Frau Prof. Dr. Elke Lütjen-Drecoll berufen. Sie war u.a. langjährige Präsidentin der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz und gehörte dem Vorstand der Union der deutschen Akademien an.

Die GWK hat die Mitglieder des hochkarätigen Expertenteams auf Vorschlag von Professor Imboden berufen. „Wichtig war allen Beteiligten, dass wir als Kommission eine gewisse persönliche Distanz zur Exzellenzinitiative haben und durch die Kommissionsmitglieder unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven eingebracht werden“, sagt der Kommissionsvorsitzende. So ist kein Mitglied selbst in Entscheidungsgremien der Exzellenzinitiative beteiligt gewesen. Die Expertinnen und Experten verfügen neben Erfahrungen mit systemischen Begutachtungen und Evaluationen auch über ausgezeichnete wissenschaftliche Reputation sowie Kenntnisse des deutschen Wissenschaftssystems.

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