04.12.2012

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Evonik: Betriebsgenehmigung für CDT-Anlage in Marl durch Bezirksregierung Münster erteilt

Nach dem Brand in der CDT-Anlage von Evonik Industries im Chemiepark Marl sind nun die umfangreichen Reparaturarbeiten abgeschlossen. Die Bezirksregierung Münster hat im November die Betriebsgenehmigung nach Bundes­immissions­schutzgesetz (BImSchG) erteilt, teilt das Unternehmen mit. Die mechanische Fertig­stellung der CDT-Anlage erfolgte demnach Ende November 2012. Die Anlage soll wie geplant noch im Dezember in Betrieb gehen. Erste Lieferungen von Polyamid 12 aus Rohstoff, der in dieser Anlage produziert wurde, werden voraussichtlich im Januar 2013 erfolgen. Das gesamte Produktportfolio soll anschließend sukzessive auf­ge­baut werden, die volle Polyamid-12-Kapazität steht dann wieder zur Verfügung.

Grund für den Produktionsausfall war eine Explosion mit nachfolgendem Brand am 31. März 2012 in einer Anlage zur Produktion von Cyclododecatrien (CDT). Sie verursachte erhebliche Sachschäden. Bei dem Unfall waren zwei Mitarbeiter ums Leben gekommen (siehe auch plasticker-News vom 5.4.2012).

Die zuständige Staatsanwaltschaft Essen hatte unmittelbar nach dem Unglück die Ermittlungen aufgenommen, die nach wie vor gegen Unbekannt geführt werden. Evonik hat den Angaben nach basierend auf den Vorgaben der Störfallverordnung einen unabhängigen Gutachter mit der Untersuchung der Schadensursache beauftragt. Es sei nach dessen Erkenntnissen als gesichert anzusehen, dass die Überdosierung eines Katalysators schadensursächlich ist. Evonik habe ferner ein unabhängiges Institut damit beauftragt, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für die wieder aufzubauende CDT-Anlage auf Basis des Gutachtens abzuleiten, um auszuschließen, dass sich das Ereignis wiederholen kann. Die Empfehlungen der Sachverständigen seien beim Wiederaufbau in vollem Umfang berücksichtigt worden.

CDT ist ein Rohstoff zur Produktion hochwertiger Kunststoffe, vor allem Polyamid 12, die beispielsweise in der Automobilindustrie eingesetzt werden.