30.06.2014

www.plasticker.de

Evonik: Gesteigerte Polyamid-12-Kapazität in Marl - Neue Pulverstraße in Planung - Neuer C12-Strang

Evonik Industries hat die Kapazität seiner Polyamid-12-Produktion im Chemiepark Marl um 5.000 Tonnen ausgebaut, um damit die Liefersicherheit des Konstruktionswerkstoffs "Vestamid" zu erhöhen, teilt das Unternehmen mit. Daneben haben demzufolge Vorbereitungen zur Steigerung der Produktion von "Vestosint" Polyamid-Pulver begonnen. Für den weiteren Ausbau der Produktion habe Evonik ein verbessertes konventionelles Verfahren zur Herstellung von Polyamid 12 ausgearbeitet. Zusätzlich seien wesentliche Fortschritte in der Entwicklung einer Butadien- und CDT unabhängigen Route erzielt worden.

Evonik betreibt seit nahezu 50 Jahren eine voll rückintegrierte Produktion von Polyamid 12 im Chemiepark Marl, ausgehend vom Butadien über alle Vorstufen bis zum Polymer. Ursprünglich als Batch-Betrieb begonnen, wurde die Produktionsanlage ab dem Jahr 2000 um kontinuierliche Anlagen ergänzt. Die Kapazitäten wurden im Laufe der Jahre an die Marktbedürfnisse angepasst, was mit der neuen Erweiterung fortgeführt wurde. Auch die Pulverkapazitäten wurden stetig erhöht.

"‘Vestamid‘ ist ein gefragter Werkstoff im Markt: Durch den temporären Ausfall der CDT-Anlage bedingte Ersatzprodukte haben sich nur in Nischen halten können. Wir sehen es als unsere Verpflichtung an, unseren Kernmärkten, und hier vor allem der Automobilindustrie, höchstmögliche Liefersicherheit zu bieten", sagt Dr. Michael Pack, seit 1. Juni neuer Leiter von Performance Polymers bei Evonik.

Evonik verfügt einerseits über eine produktionsreif ausgearbeitete, konventionelle Route basierend auf verbesserten Verfahren für einen unabhängigen C12-Strang bis zum Polymer.

Andererseits sei der Biosyntheseweg aufbauend auf Palmkernöl - ohne Butadien und Cyclododecatrien (CDT) - weit fortgeschritten. Der Prozess führt zu ω-Amino-Laurinsäure, einer Alternative zum erdöl-basierten Laurinlactam, und ergibt ein identisches Polyamid 12. Erste Chargen von Polyamid aus diesem Vorprodukt wurden den weiteren Angaben zufolge bereits erfolgreich zu Rohren verarbeitet und getestet, Proben für Kundentests sollen in Kürze zur Verfügung stehen. Das Verfahren biete mehrere Vorteile: 100 Prozent erneuerbare Rohstoffe als Basis für Polyamid 12, identische Produkteigenschaften, einfacherer Produktionsprozess.

Weitere Ergebnisse aus der seit über einem Jahr laufenden Pilotanlage sollen Grundlage für die Auswahl des Verfahrens der nächsten Kapazitätserweiterung von Polyamid 12 sein.

Weitere Informationen: www.evonik.com

Weitere News im plasticker