10.12.2014

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FSK: Aktuelle Abfallpolitik und Nachhaltigkeit von Polyolefin-Schaumstoffen - Arbeitsgruppe Verwertung zu Besuch bei Sekisui Alveo

Aktuelle Fragen der europäischen Abfallpolitik, des Kunststoff-Recyclings sowie der letzten Stufe des Altautogesetzes 2015 diskutierten kürzlich Vertreter der Arbeitsgruppe Verwertung im Fachverband für Schaumkunststoffe und Polyurethane e.V. mit Vertretern des BKV, der Matratzenindustrie sowie des Verbandes der Thermischen Abfallverwertung beim Besuch von Sekisui Alveo in Bad Sobernheim. Der Hersteller von Polyolefin-Schaumstoffen Sekisui Alveo betreibt dort in direkter Nähe zur Schaumstoffproduktion eine Anlage zur Verwertung von Schaumresten aus der PE-Schaumstoffherstellung und -verarbeitung.

Wie nicht nur Produktionsabfall sondern Post Consumer Abfall aus Kunststoffen verwertet wird und welche politischen Verwertungsziele diskutiert werden, stellte BKV Geschäftsführer Rainer Mantel dar. Dabei ging er unter anderem auf den kritisierten Vorschlag der EU-Kommission zur Änderung der Abfallrichtlinien mit seinen Auswirkungen auf die Verwertungsquoten ein.

Dass nicht für alle Anwendungen und Werkstoff-Kombinationen die stoffliche Verwertung machbar sei, zeigte Martin Treder, stellv. ITAD-Geschäftsführer, auf. Er stellte Ökobilanzen und Verwertungswege vor und zeigte dabei, dass die energetische Verwertung energieeffizient und sinnvoll sei.

Auch für die Verwertung von gebrauchten Matratzen zähle die energetische Verwertung neben dem Downsizing zu den besten Verwertungswegen. Stoffliche Verwertungstechnologien im Sinne von Cradle to Cradle seien hier noch nicht verfügbar, so Dr. Leifeld, Geschäftsführer des Fachverbandes Matratzen-Industrie. "Wer möchte schon auf Teilen alter, verunreinigter Matratzen schlafen", beschreibt Leifeld die Problematik. Wichtig seien Verwertungswege nicht nur innerhalb eines Produktkreislaufes. Deswegen erörterte der Matratzenverband mit dem FSK weitere Verwertungsmöglichkeiten innerhalb der Polyurethananwendungen.

Bei dem Treffen der FSK-Arbeitsgruppe Verwertung wurden außerdem wesentliche Kriterien für Nachhaltigkeit in Unternehmen und Branchen erörtert. Der Nachhaltigkeitsbegriff, der oftmals noch als ein ganz unterschiedlich ausgelegtes Modewort mit wenig Aussagekraft benutzt wird, soll beim FSK in einem Konzept mit messbaren Kennzahlen aufgegriffen werden. Dazu plant der FSK einen realitätsnahen Kriterienkatalog für Bereiche wie Arbeits-/Betriebsschutz, sicheren Umgang mit Chemie, Recycling usw. zu entwickeln, anhand dessen Unternehmen bewertet und ausgezeichnet werden können.

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