15.11.2010

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FSK besucht Feststoffverbrennungsanlage bei Odenwald-Chemie

Zukünftig sollen so die Produktionsabfälle vor Ort verwertet und der Transport zum Entsorger sowie die anfallenden Entsorgungskosten eingespart werden. Hinzu kommen die Entlastung des Ortes Neckarsteinach um ca. 600 Lkws jährlich und das Einsparpotenzial von rd. 2/3 des jährlichen Rohölverbrauchs für Heizung und Prozesswärme in der Produktion durch die Energiegewinnung aus Produktionsabfällen. Odenwald-Chemie rechnet mit rd. 20 t CO2-Einsparung durch den Energiegewinnungsprozess mit kurzen Wegen auf dem eigenen Werksgelände. Durch die steigenden Rohstoff- und Energiepreise soll sich die Anlage in den nächsten ca. fünf Jahren amortisieren. Messungen haben zudem ergeben, dass die Emissionen bei der Verbrennung der PE-Produktionsabfälle im Vergleich zur Pellet-Verbrennung niedriger liegen, so heißt es.Michael Feist von der Odenwald-Chemie GmbH kann sich ähnliche Anlagen auch für andere Kunststoffe und bestimmte Arten von Post-Consumer-Abfällen ebenso effizient vorstellen und hält dies für einen umwelt- und energiepolitisch guten Weg. Die Recycling-Gruppe im FSK, die bereits vor zwei Jahren eine großtechnische Anlage zur Verbrennung von Feststoffabfällen bei Conti besichtigt hatte, bewertet die Feststoffverbrennung als effiziente energetische Verwertung in Anbetracht der steigenden Energiepreise.Roland Schneider, Umweltfachmann des Automobilzulieferers Fehrer, ein großer Verarbeiter von Polyurethan, schränkt ein, dass nicht alle Kunststoffe in gleicher Form für die Feststoffverbrennung geeignet seien. Bei anderen Kunststoffen sei möglicherweise ein etwas aufwändigerer Verbrennungs- und Luftreinhaltungsprozess notwendig.Umweltpolitisch sei es aber auch mit Blick auf das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz das richtige Ziel, den Verbrauch von Rohöl zur Energiegewinnung durch die Verbrennung von Feststoffen zu reduzieren, die bereits zehn oder zwanzig Jahre in Kunststoffen wertvollen Dienst geleistet haben. Dieses Ziel fließt in die Position des FSK zum neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz ein, das die europäische Abfall-Rahmenrichtlinie umsetzt und bis Ende des Jahres die parlamentarischen Hürden nehmen muss. Dort wo Verwertung und Recycling marktfähig und technisch effizient machbar ist, sei dies zu unterstützen, ansonsten müsse effiziente Verbrennung gesetzlich erlaubt sein. Es könne nicht richtig sein, so der FSK Geschäftsführer Dr. Schloz, dass Produktions- und Consumer-Abfälle durch ganz Europa gefahren und weltweit verschifft werden, um diese einem Recyclingprozess zuzuführen. Transportenergie und -Kosten müssten beim Verwertungsprozess in die Bilanz mit aufgenommen werden. Wenn man das tut, erscheint mancher Recyclingweg nicht gerade umweltfreundlich!

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