Fachtagung "Anlagenbau der Zukunft" – Wege in die Digitalisierung

Die Tagung "Anlagenbau der Zukunft" 2016 diskutiert Wege in die Digitalisierung für den Anlagenbau und die Prozessindustrie. Foto: Fraunhofer IFF / Dirk Mahler

Wie schafft der deutsche Maschinen- und Anlagenbau den Sprung in die digitalisierte Produktion? Auf der 9. Tagung "Anlagenbau der Zukunft" am 22. und 23. Juni 2016 in Magdeburg diskutieren Fachexperten aus Wirtschaft und Forschung über den "Anlagenbau 4.0", neue Technologien und alte Herausforderungen.

"Die Industrie 4.0 ist zwar als Begriff eine deutsche Erfindung, aber leider kein Alleinstellungsmerkmal der deutschen Industrie. Der globale Wettbewerb um die Digitalisierung der Wirtschaft, um Effizienzzuwächse und moderne Produktionsmethoden geht aktuell in die nächste Runde, und der deutsche Maschinen- und Anlagenbau droht den Anschluss zu verlieren", sagt Professor Michael Schenk, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg. Die Forschungseinrichtung lädt alle zwei Jahre Fachexperten aus Wirtschaft und Forschung zu der in Magdeburg stattfindenden Fachtagung "Anlagenbau der Zukunft" ein.

Den Grund für das drohende internationale Abrutschen deutscher Unternehmen sehen viele Experten in der fehlenden flächendeckenden Nutzung digitaler Technologien in den produzierenden Branchen. Dazu gehören beispielsweise prozessübergreifende Werkzeuge für Planung, Entwicklung, Bau und Instandhaltung, ein durchgängiges digitales Datenmanagement und die Vernetzung im Unternehmen und über Unternehmensgrenzen hinaus. Zwar bringen Maschinen- und Anlagenbauer, Komponentenlieferanten und Dienstleister immer wieder neue Konzepte, Komponenten und Werkzeuge für die vernetzte Produktion auf den Markt. Doch der Weg hin zu deren Nutzung ist noch weit und für viele Unternehmen oftmals sehr aufwendig und kompliziert. Wettbewerber im globalen Markt wie die USA gehen mit dem "Industrial Internet" ähnliche Wege, aber oft mit pragmatischerem Ansatz.

Digitalisierung für den Mittelstand

Der Blick der Tagung »Anlagenbau der Zukunft« geht darum insbesondere in Richtung der kleinen und mittelständischen Unternehmen. Sie müssen ebenso wie die Großkonzerne die Potenziale und die Chancen der Vernetzung über Unternehmensgrenzen hinweg und somit zu Industrie 4.0 für sich erkennen und umsetzen. Denn noch hat der deutsche Maschinen- und Anlagenbau die Chance, im globalen Wettbewerb ganz vorn mitzuspielen. Auf der zweitägigen Konferenz soll die Vermittlung neuer Konzepte und von Best-Practice-Beispielen helfen, erfolgreiche Ideen für zukunftsorientierte Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus und der Prozessindustrie zu generieren.

Die diesjährigen Schwerpunkte der Veranstaltung lauten «Digitalisierung im Fabrik- und Anlagenlebenszyklus«, "Einsatz mobiler Endgeräte und Assistenzsysteme für effizienten und sicheren Betrieb" sowie "Innovative Qualifizierung von Mitarbeitern zum sicheren und effizienten Betreiben von Anlagen und Fabriken".

Die Tagung "Anlagenbau der Zukunft" ist Teil der 19. IFF-Wissenschaftstage in Magdeburg. Zu diesem aus mehreren Fachtagungen bestehenden Wissenschaftskongress versammelt das Fraunhofer IFF alljährlich hunderte Entscheidungsträger und Fachexperten aus Wirtschaft und Forschung, um sich fachlich auszutauschen und gemeinsam neue Entwicklungswege für ihre Branchen zu diskutieren.

Quelle
Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF