20.02.2015

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Faurecia: Forschungskooperation mit TU Chemnitz zur Bündelung von Kompetenzen im Bereich Leichtbau

Der französische Automobilzulieferer Faurecia und die TU Chemnitz haben sich darauf verständigt, gemeinsam Forschungsaktivitäten voranzutreiben. Das Ziel der Kooperation des Unternehmens und des Exzellenzclusters MERGE der Hochschule ist die Bündelung von Kompetenzen im Bereich Leichtbau. Die Innovationen mit praxisnaher Entwicklung sollen speziell auf die künftigen Bedürfnisse der Automobilbranche zugeschnitten werden. Neben neuartigen Material- und Designansätzen stehen auch die Anforderungen an Sicherheit und Komfort im Fokus.

Prof. Lothar Kroll, CEO Bundesexzellenzcluster MERGE, erklärt: "Die TU Chemnitz belegt immer wieder Spitzenplätze bei Rankings in puncto Anwendungsbezug und Praxisnähe sowohl in der Ausbildung als auch Forschung. Die Forschungskooperation mit Faurecia ist ein weiterer Beleg dafür. Mit Faurecia verbindet uns das gemeinsame Interesse an der Erforschung und Entwicklung leichter Strukturen für automobile Anwendungen. Gerade Sitzstrukturen sind dabei ein hochspannendes Betätigungsfeld, da beim Einsatz von Textilien als Polster- und auch Verstärkungsmaterial in Strukturkombination Gewicht eingespart werden kann. Faser-Kunststoff-Materialien bieten hierfür zahlreiche innovative Ansätze."

Lars Janssen, Manager Innovation Purchasing bei Faurecia, betont: "Wir freuen uns sehr, mit der TU Chemnitz einen idealen Partner an unserer Seite zu haben. Die Hochschule verfügt über langjährige Erfahrung und eine hervorragende Expertise im Bereich Automotive. Wir wollen gemeinsam neue, besonders effiziente Wege im Leichtbau beschreiten und die weltweit führende Position von Faurecia auf dem Markt der Fahrzeug-Erstausrüstung ausbauen."

In einem ersten Projekt unterstützt Chaitanya Bhirud von Faurecia India die Forscher des Exzellenzclusters bei einem Autositzkonzept. Statt der klassischen Bauweise aus Metall und Polymerweichschaum setzt das Team auf ein neues Materialkonzept mit faserverstärkten Kunststoffen in Kombination mit textilen Polstermaterialen. Diese Innovation soll insbesondere einen besseren Klimakomfort des Polsters erzielen. Die Faserverbundwerkstoffe bieten zudem ein hohes Leichtbau-Potenzial, welches das Gewicht des Fahrzeugs und damit den CO2-Ausstoß reduziert. Die Sitzkonstruktion soll später seinen Platz im MERGE-Demonstratorfahrzeug, einem VW up!, finden.

Das Thema Leichtbau spielt eine große Rolle bei Faurecia. Unter dem Claim "Less is more" bündelt der französische Automobilzulieferer zahlreiche Innovationen zur Gewichtsreduzierung und Energieeffizienz. Darunter sind Fahrzeugböden aus Glasfaser-Verbundwerkstoffen, gewichtsreduzierte Fensterheber, Leichtbau-Sitze und kompakte Abgassysteme mit Energierückgewinnung. Mit Hilfe neuer Konstruktionstechnik und optimiertem Design sowie mit der Entwicklung und Verwendung alternativer Materialien und neuen Herstellungsprozessen gelingt es Faurecia den Angaben zufolge, Fahrzeuge um mehr als 100 Kilogramm leichter zu machen.

Der Exzellenzcluster "Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) der TU Chemnitz wurde im Jahr 2012 ins Leben gerufen. In dem Projekt arbeiten etwa 100 Wissenschaftler an einer Technologiefusion im Leichtbau. Das Ziel ist, heute noch getrennte Fertigungsprozesse bei der Verarbeitung unterschiedlicher Werkstoffgruppen wie Textilien, Kunststoffe und Metalle zusammenzuführen. Mehrkomponentenbauteile sollen dann in Großserie kostengünstiger und energieeffizienter produziert werden können. Durch zusätzliche Integration von Nano- und Mikroelektroniksystemen soll zudem eine neue Ebene der Strukturintelligenz erreicht werden.

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