24/03/2011

Karlsruher Institut für Technologie

Folgen für die nuklearen Anlagen in Fukushima

Das Karlsruher Institut für Technologie hat federführend für die Helmholtz-Gemeinschaft unter Einbindung des Kompetenzverbundes Kerntechnik sechs Arbeitsgruppen eingerichtet, die sich mit den Auswirkungen der Naturkatastrophen in Japan auf die Kernkraftwerke am Standort Fukushima beschäftigen. Ziel ist die Zusammenfassung der wissenschaftlichen Expertisen, um wesentliche Fragen zu den aktuellen Ereignissen in den japanischen Kernkraftwerken beantworten zu können. Außerdem sollen Rückschlüsse auf deutsche kerntechnische Anlagen gezogen werden.

Die Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit folgenden Themen:

1. Zerstörungsgrad der einzelnen Reaktorkomponenten
2. Berechnung des Störfallablaufes und der Energiefreisetzung im Reaktorkern; Prognose der weiteren möglichen Unfallentwicklung
3. Auswirkungen der Wasserstoffexplosionen auf Anlagenkomponenten und Identifizierung von kritischen Randbedingungen für weitere Wasserstoffexplosionen.
4. Radioaktive Emissionen und Ausbreitungsrechnungen für verschiedene Störfall- und Unfallszenarien
5. Auswirkungen von radioaktiven Freisetzungen auf die betroffenen Menschen
6. Vergleich der Sicherheitsaspekte deutscher und japanischer Siedewasser-Reaktoren

Das KIT hat langjährige Erfahrungen bei der experimentellen Untersuchung und Berechnung von schweren Störfällen in kerntechnischen Anlagen. Außerdem hat das KIT Rechenmodelle entwickelt, mit denen die Ausbreitung von radioaktiven Stoffen berechnet werden können und die bereits europaweit im Einsatz sind.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden zeitnah auf der Homepage des KIT (www.kit.edu) veröffentlicht.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

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