04/04/2012

www.gupta-verlag.de/kautschuk

Fortführung des Geschäftsbetriebs der Meteor Gummiwerke zunächst bis Ende 2012 gesichert

Nach komplexen Verhandlungen hat sich Seagon bereits im vorläufigen Insolvenzverfahren mit wesentlichen Kunden, Banken und Lieferanten über die Fortführung des Geschäftsbetriebes zunächst bis Ende 2012 geeinigt. In den kommenden Wochen und Monaten hat er nun das Ziel, einen nachhaltigen Sanierungs- und Restrukturierungsplan zu erarbeiten und mit den wesentlichen Beteiligten abzustimmen. Auf dieser Grundlage soll dann der Investorenprozess durchgeführt werden.

"Aufgrund des gescheiterten Investorenprozesses vor dem Insolvenzantrag, muss der bevorstehende Verkaufsprozess so gründlich wie nötig vorbereitet werden", sagt Insolvenzverwalter Seagon mit Blick auf die Historie des Unternehmens. 2011 konnte ein bereits unterzeichneter Kaufvertrag nicht erfüllt werden, da der vermeintliche Investor den Kaufpreis nicht gezahlt hatte. Daraufhin musste Meteor Insolvenzantrag stellen.

Seagon bestätigte verschiedene Anfragen potenzieller Investoren, er steht mit ihnen aber noch nicht im direkten Kontakt. "Zunächst muss der finale Sanierungsplan erarbeitet und abgestimmt werden, bevor wir den Investorenprozess einleiten", gibt er die nächsten Schritte vor. Seagon ist zuversichtlich, für Meteor eine gute Lösung zu finden. "Trotz Insolvenz werden wir von Kunden auf mögliche neue Aufträge angesprochen. Das ist schon außergewöhnlich und ein gutes Zeichen", sagt Seagon.

"Es geht nun darum, die Effizienz bei Meteor deutlich zu steigern, um kostengünstiger produzieren zu können", nennt Seagon eine der wesentlichen kommenden Aufgaben. Das Insolvenzverfahren bietet eine gute Möglichkeit für die notwendige operative und finanzielle Sanierung.

Die Geschäftsführung von Meteor hatte Mitte Januar 2012 beim zuständigen Amtsgericht in Hildesheim Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der vom Gericht bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Christopher Seagon konnte den Geschäftsbetrieb seit Antragstellung stabilisieren, so dass die störungsfreie Weiterbelieferung der Kunden vor allem in der Automobilindustrie gewährleistet ist. Durch die gelungene Fortführung bleiben zudem die Vermögenswerte des Unternehmens stabil.

Meteor produziert hochspezialisierte Dichtungen und Dichtsysteme aus Gummi oder Elastomeren, die unter anderem in Automobilen, Schienen- und Luftfahrzeugen, in Gebäuden sowie in Elektro- und Haushaltsgeräten eingesetzt werden und dort für Sicherheit, Funktionalität und Komfort sorgen. Kunden des Unternehmens stammen entsprechend aus den Bereichen Automobil- und Automobilzulieferindustrie und weitere technische Industriezweige wie beispielsweise Umwelttechnik, Sonderfahrzeugbau, Hoch- und Tiefbau sowie aus der Verpackungs- und Elektroindustrie. Meteor erwirtschaftet mit weltweit etwa 2.300 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von etwa 221 Millionen Euro. In Deutschland sind am Stammsitz in Bockenem etwa 1.700 Mitarbeiter beschäftigt, am Standort in Worbis/Thüringen etwa 240 Mitarbeiter.

Die Tochtergesellschaft Meteor Weigelt GmbH & Co. KG mit Sitz in Bietigheim-Bissingen hatte ebenfalls Ende Januar beim Amtsgericht Hildesheim Insolvenzantrag gestellt. Auch dieses Verfahren wurde zum 1. April 2012 eröffnet und Rechtsanwalt Christopher Seagon zum Insolvenzverwalter bestellt. Das Unternehmen hat etwa 100 Mitarbeiter und produziert für die Automobilindustrie Spritzgussteile. Für dieses Unternehmen wurde bereits der Investorenprozess eingeleitet. Seagon sieht hier Chancen, sich bereits im 2. Quartal 2012 mit einem Investor über die Übernahme der Meteor Weigelt zu einigen.

www.gupta-verlag.de/kautschuk