18/03/2015

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Frank plastic: Fachtagung zum Thema "Bisphenol A" - Weitere Expansion geplant

Die in Waldachtal/Salzstetten ansässige und auf die Herstellung komplexer medizintechnischer Produkte fokussierte Frank plastic AG veranstaltete am 4. März 2015 eine Fachtagung zum Thema "Bisphenol A". Dr. Ralf Kollmann, Vorstand der Frank plastic AG, konnte knapp 60 Gäste aus der Kunststoff verarbeitenden Industrie sowie Politik und Wirtschaft begrüßen.

Die Veranstaltung hatte die Zielsetzung, den aktuellen Wissenstand um Bisphenol A (BPA), dem Grundbaustein von Polycarbonat, herauszuarbeiten sowie den Stand der kontroversen Diskussion um BPA zu verdeutlichen. Hierzu wurden drei herausragende Wissensträger gewonnen: Univ.-Prof. Dr.-Ing Christian Bonten, seit 2010 Leiter des Instituts für Kunststofftechnik (IKT) der Universität Stuttgart. Dr. Sven Gestermann, innerhalb der Bayer MaterialScience AG verantwortlich für den Bereich "Product Safety and Regulatory Affairs” für Bisphenol A in Europa und Dr. Jochen Tschakert, selbstständiger Auditor für die DQS Medizinprodukte GmbH.

Zunächst gab Klaus Kantorczyk, Key Account Manager Medizintechnik, den Teilnehmern einen Überblick über Aktivitäten und Potentiale der Frank plastic AG. Besondere Aufmerksamkeit widmete er dabei der Produktentwicklung, die in direkter Zusammenarbeit mit Kunden erfolge und der erfolgreichste Weg sei, um zu optimalen Ergebnissen zu kommen. Christian Bonten begann seinen Beitrag mit einem Hinweis auf das Medizinproduktegesetz (MPG). Dieses regelt den Verkehr mit Medizinprodukten und zielt dabei auf die Sicherheit, die Eignung und die Leistung von Medizinprodukten im Sinne des Schutzes von Patienten, Anwendern und Dritten. Dieses nationale Gesetz sei Voraussetzung für die Zulassung von Medizinprodukten und regelt auch den Schutz vor Risiken durch verwendete Materialien. Dr. Sven Gestermann gab danach einen Überblick zu BPA aus Sicht eines Rohstoffherstellers. BPA sei unter anderem ein wesentlicher Ausgangsstoff für die Herstellung des vielseitig einsetzbaren Polycarbonats. Aufgrund seiner technischen Eigenschaften wird dieses seit über 30 Jahren unter anderem erfolgreich in medizinischen Geräten eingesetzt. BPA sei eine der bestuntersuchten Substanzen mit einer umfassenden Datenlage, deren Sicherheit in allen beabsichtigten Verbraucheranwendungen von maßgeblichen behördlichen Expertengremien weltweit untersucht und bestätigt worden sei. Erst im Januar 2015 habe die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, EFSA (=European Food Safety Authority), nach über dreijähriger Auswertung der umfassenden wissenschaftlichen Datenlage bestätigt, dass für Verbraucher kein Risiko von BPA ausgehe. Dr. Gestermann erläuterte dem anwesenden Fachpublikum die aktuelle, Ende Februar 2015 publizierte, wissenschaftliche Beurteilung der Sicherheit von BPA in medizinischen Geräten. Diese Beurteilung wurde von dem zuständigen Expertengremium der Europäischen Kommission, SCENIHR, durchgeführt. Danach müsse die Datenlage für diesen Anwendungsbereich noch vervollständigt werden. Dr. Jochen Tschakert wies sodann auf den neuen Grenzwert für die Aufnahme von BPA durch den Körper hin. Laut aktueller Verlautbarung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gehe von BPA bei Einhaltung der Grenzwerte kein Risiko aus. Er führte weiter aus, dass ein Produkt, um der europäischen Medizinprodukterichtlinie zu genügen, grundlegende Anforderungen erfüllen muss. So dürfe der Mensch durch das Produkt nicht gefährdet werden; zudem dürfe vom Produkt über seine Lebensdauer keine Gefahr ausgehen. Unerwünschte Nebenwirkungen müssten durch eine Risikoabschätzung bewertet werden. Darüber hinaus müssten die eingesetzten Materialien biokompatibel sein. Laut Tschakert seien mit "jedem Produkt Risiken verbunden; der Nutzen muss in jedem Fall aber das Risiko übersteigen." Am Ende seines Vortrags legte Tschakert zu BPA dar, dass im Rahmen von Zulassungsverfahren eine Orientierung an Grenzwerten die übliche Vorgehensweise sei. Aus regulatorischer Sicht soll BPA bewertet und ggf. die zu erwartende und freigegebene Menge aufgezeigt und ins Verhältnis von Gefahr und Nutzen gestellt werden. Im Anschluss an die Darstellungen entfaltete sich eine lebhafte und konstruktive Diskussion, die Klaus Kantorczyk mit den Worten zusammenfasste: "Es lohnt sich, für die Medizinproduktehersteller die aktuellen Entwicklungen und Veröffentlichungen der Behörden genau zu beobachten. Die Hersteller sind insbesondere gefordert, sich an der Definition von Grenzwerten aktiv zu beteiligen."

Die Frank plastic AG erhielt beim anschließenden Get-Together ein durchweg sehr positives Feedback für die gelungene Veranstaltung.

Über die Frank plastic AG
Seit mehr als sieben Jahrzehnten versteht sich die Frank plastic AG als versierter Zulieferer für anspruchsvolle thermoplastische Kunststoffteile und Baugruppen. In hoch automatisierten und modernen Fertigungsverfahren entstehen Produkte für die Medizintechnik, die Elektrotechnik, die Industrietechnik, die Automobiltechnik, die Möbelindustrie und weitere Branchen.

Das Unternehmen beschäftigt knapp 300 Mitarbeiter. 2015 will das Unternehmen rund ein Drittel seines Umsatzes in neue Anlagen und in ein neues Produktionsgebäude für die Extrusion investieren.

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