23.01.2013

Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

Frankreich setzt 2013 verstärkt auf Solarstrom

Die Ministerin für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie, Delphine Batho, stellte am 7. Januar 2013 ein Maßnahmenbündel zum Ausbau der französischen Solarstrom-Projekte mit einer Gesamtkapazität von insgesamt 1 000 MW für das Jahr 2013 vor. Dies entspricht einer Verdopplung der durch Solarenergie erzeugten Strommenge im Vergleich zu den von der vorigen Regierung während des Umweltgipfels Grenelle de l’environnement gesetzten Zielen. Die Produktionskapazität des Photovoltaikparks wird damit um insgesamt 25 % gesteigert.

Vor dem Hintergrund der von Frankreich eingeleiteten Energiewende stellen diese Entscheidungen eine Art Notfallplan für die Entwicklung der Photovoltaik-Branche in Frankreich dar:
Die französische Energieregulierungsbehörde (CRE) wurde mit der Durchführung einer neuen Projektausschreibung für große Photovoltaikparks mit einer Gesamtleistung von 400 Megawatt beauftragt (entspricht in etwa 25 % der Leistung eines großen Kernreaktors vom Typ EPR), wobei 200 MW durch innovative Technologien erzeugt werden sollen. Eine zweite Ausschreibung wird in diesem Jahr gestartet. Der Umwelt- und Klimaschutz sowie der Beitrag zu Forschung, Entwicklung und Innovation gehören zu den Bewertungskriterien im Auswahlprozess.

Die Einspeisung von Solarstrom, der aus Photovoltaik-Anlagen stammt, deren Komponenten mit dem Label „Made in Europe“ zertifiziert sind, wird von EDF mit einer Bonuszahlung von 5 bis 10 % vergütet. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die französische Solarbranche angesichts eines unlauteren Wettbewerbs zu unterstützen.

Am 1. Februar 2013 wird ein Verzeichnis von Industrieunternehmen der PV-Branche im Internet veröffentlicht, um dem breiten Publikum den Zugang zu Informationen zu erleichtern.
Zum Schutz landwirtschaftlicher Nutzflächen wird für den Bau von Solaranlagen vorwiegend Brachland genutzt.
In dieses Maßnahmenpaket, das die Schaffung bzw. den Erhalt von rund 10 000 Arbeitsplätzen sichert, werden mehr als zwei Milliarden Euro investiert. Die jährlichen Kosten für den Endverbraucher liegen dabei etwa zwischen 90 und 170 Millionen Euro, d. h. 1-2 Euro pro Jahr/pro Haushalt.

Die Gespräche auf nationaler Ebene zur Energiewende tragen dazu bei, einen vorhersehbaren, stabilen und nachhaltigen Rahmen für den Ausbau der Solarenergie und anderer erneuerbarer Energien zu definieren, vor allem im Hinblick auf die Umsetzung der vom Staatspräsidenten für 2025 gesetzten Ziele.

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