26/06/2015

www.plasticker.de

Fraunhofer IFAM: Erweiterungsbau eingeweiht

Mit einem Festkolloquium wurde der Erweiterungsbau des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM nach knapp zweijähriger Bauzeit am 24. Juni eingeweiht. Auf rund 6200 Quadratmetern sind moderne Labore und Büroräume für über 60 Wissenschaftler entstanden. Mit Blick auf die Stärkung des Bremer Wissenschaftsschwerpunkts "Materialwissenschaften" wurde das Gebäude zu gleichen Teilen vom Land Bremen und vom Bund finanziert. Dieser bereits dritte Bauabschnitt des Instituts soll es ermöglichen, vorhandene Forschungsschwerpunkte weiter zu stärken und gleichzeitig zukunftweisende neue Themen wie Faserverbund-Bauweisen, Energie, multifunktionale Beschichtungssysteme und Elektromobilität konsequent auszubauen.

Die ersten Geräte und Maschinen konnten schon in dem Gebäude an der Wiener Straße im Bremer Technologiepark aufgebaut werden. Im Labor "Additive Fertigung" werden alle 3D-Drucksysteme des Instituts installiert. Neben dem Selektiven Laserschmelzen wird dort auch ein binderbasiertes Druckverfahren eine neue Heimat finden, das beispielsweise die Herstellung gradierter, 3D-gedruckter Metallbauteile ermöglichen soll. Fertigungstechnische Aspekte stehen daneben auch bei der Oberflächentechnik im Vordergrund, etwa bei der kontinuierlichen Beschichtung von Kunststofffolien durch Plasmaprozesse.

In einem anderen Raum wird an materialwissenschaftlichen Lösungen für zukünftige Batterien gearbeitet. Dabei steht insbesondere die Entwicklung von Feststoffbatterien ohne flüssige Elektrolyte im Fokus. Besonders wichtig sei die Erweiterung der technischen Nutzfläche für das Thema Faserverbundwerkstoffe und somit für den Leichtbau. Die großzügigen Räume sollen ermöglichen, Anlagen in ganz neuen Dimensionen zu realisieren und somit in neuartigen Konzepten für Materialien und Fertigungsprozesse zu denken - insbesondere für die Luftfahrt-, Automobil- und Windkraftindustrie. Für die Weiterentwicklung der Elektromobilität forscht die Abteilung "Elektrische Antriebe", die sich mit der Steigerung des Wirkungsgrads, der kompakten Bauweise und den zugehörigen Fertigungstechnologien für elektrische Antriebe beschäftigt. Im neuen Technikum wird an der Entwicklung prototypischer Antriebssysteme und deren Integration in Hybrid- und Elektrofahrzeugen gearbeitet. Ein Lernlabor bietet gleichzeitig eine praxisnahe Weiterbildung und fördert den Technologietransfer neuester Forschungsergebnisse.

Neubau mit offenen Forschungs- und Arbeitswelten
Architektur und Gebäudetechnik des Neubaus wurden von "ATP architekten ingenieure" nach modernen ökonomischen, ökologischen und sozialen Kriterien integral geplant. Leitlinien des Entwurfs waren die Integration in die Strukturen des Universitätscampus, Nachhaltigkeit, Flexibilität und Arbeitswelten. Die innenräumliche Konzeption verbindet große Laborflächen mit klar strukturierten Bü­robereichen und zahlreichen Kommunikationsarealen. Atriumartige gläserne Einschnitte prägen den Charakter des modernen Klinkerbaus. Sie sollen den Labor- und Lagerflächen im Erdgeschoss eine natürliche Belichtung und Belüftung verschaffen. Ein einladender, transparenter Eingangsbereich, ein Foyer als verbindendes Element des Gebäudes und Schaufenster zu den Forschungsbereichen sind Zeichen einer Verzahnung mit der Öffentlichkeit. Eine gläserne Überbrückung der Wiener Straße verbindet das bestehende Institutsgebäude nahtlos mit dem neuen Forscherhaus und sorgt für die gewünschten kurzen Wege.

Weitere News im plasticker