10.02.2012

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Fraunhofer IVV: Prüfnorm zur optischen Permeationsmessung an Kunststoffverpackungen als Merkblatt erschienen

Die Industrievereinigung für Lebensmitteltechnologie und Verpackung e.V. IVLV hat eine Norm zur "Prüfung von Kunststoffen - Bestimmung der Sauerstoffdurchlässigkeit - optisches Verfahren zur Messung an Packstoffen (Folien und Formteile)" herausgegeben. Das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV hat ein Verfahren mit entwickelt und das Merkblatt erstellt.

Die Sauerstoffdurchlässigkeit gilt als eines der wichtigsten Kriterien von Packstoffen, die für Lebensmittel und Pharmazeutika geeignet sind. Bisher wird die Sauerstoffdurchlässigkeit hauptsächlich durch das manometrische oder das sauerstoffspezifische Trägergasverfahren mit einem elektrochemischen Sensor gemessen. In den letzten Jahren hat sich diese Sensortechnik für Sauerstoff weiterentwickelt. Es entstanden Sauerstoffsensoren, die optisch ausgelesen werden können. Sie basieren auf fluoreszierenden, sauerstoffsensitiven Schichten. Die Sensoren sind für den Einsatz in der Gasphase und in Flüssigkeiten geeignet. Sie haben sich in der Biotechnologie und Getränketechnologie etabliert. Zunehmend werden sie für Permeationsmessungen eingesetzt, gegenwärtig vor allem zur Barrieremessung bei befüllten Getränkeflaschen. Wichtige Gründe sind ihre Effizienz und breite Anwendbarkeit.

Trotz der wachsenden Bedeutung fehlen anerkannte Standards und Messmethoden für diese neuen Verfahren. Das Fraunhofer IVV hat deshalb mit einem Industriepartner ein Permeationsmessverfahren entwickelt und validiert. Die Messung der Sauerstoffdurchlässigkeit wird jetzt in einer IVLV-Norm der Industrievereinigung für Lebensmitteltechnologie und Verpackung e.V. IVLV beschrieben. Die IVLV-Norm kann kostenfrei als Merkblatt mit der Nummer 108/2011 in englischer und deutscher Sprache von der Internetseite der IVLV heruntergeladen werden. Die Adresse lautet www.ivlv.de/de/Veroeffent.html. Die Norm soll als Grundlage für eine DIN, CEN beziehungsweise ISO-Norm dienen, die in Kooperation mit Messgeräteherstellern, Instituten und Anwendern ab 2012 oder 2013 erstellt werden sollen.