10.09.2013

ARBURG GmbH & Co KG

Freiheit muss man erleben: bei Arburg auf der K 2013

Weltpremiere: Für den neuen elektrischen Allrounder 820 A wurde sowohl die 4.000-kN-Kniehebel-Schließeinheit als auch die elektrische Spritzeinheit der Größe 2100 neu entwickelt.

Mit der Aufforderung „Freiheit muss man erleben!“ lädt Arburg die internationale Fachwelt auf die K 2013 ein. In Halle 13, Stand A13, stellt der Maschinenbauer sein Thema Produktionseffizienz in den Mittelpunkt und zeigt mit über zehn Exponaten, wie Kunststoffteile in Zukunft effizient gefertigt werden. Wie immer werden in Düsseldorf hochkarätige Weltpremieren im Maschinen-, Verfahrens- und Anwendungssektor präsentiert. Darüber hinaus läutet Arburg mit der K 2013 eine neue Ära ein. Wer diese Geburtsstunde miterleben möchte, muss sich jedoch bis zum ersten Messetag gedulden.


„Als Weltleitmesse der Kunststoffbranche war und ist die K für Arburg das beste Forum, um die internationale Fachwelt zu verblüffen. Das werden wir in diesem Jahr mehr denn je tun“, betont Michael Hehl, geschäftsführender Gesellschafter und Sprecher der Arburg-Geschäftsführung. „Um einen ersten Eindruck des innovativen Messeprogramms zu vermitteln, stellen wir ausgewählte Weltpremieren und Highlights vorab in der Fachpresse und auf unserer Website vor“, so Michael Hehl. „Doch es gibt bahnbrechende Neuheiten, die sich nicht in Worte fassen lassen. Diese muss man einfach mit eigenen Augen sehen.“ Auf eine solche ziele die K-Kommunikationskampagne „Freiheit muss man erleben!“ ab. „Daher führt kein Weg daran vorbei, Arburg auf der


K 2013 zu besuchen und zusammen mit uns eine neue Zeitrechnung zu beginnen.“


Premiere: neuer Messestand


Der großen Bedeutung der K 2013 und der Exponate entsprechend wird der rund 1.650 Quadratmeter große doppelstöckige Messestand mit neuem Konzept und Design aufwarten. Im Sektor Spritzgießmaschinen liegt der Fokus auf elektrischen und großen Allroundern. Mit insgesamt fünf Exponaten dominieren die elektrischen Baureihen Edrive und Alldrive. Drei Exponate mit 3.200 bzw. 4.000 kN decken den größeren Schließkraftbereich ab. Bei der Anwendungspalette ist die Mehrkomponenten-Verarbeitung prominent vertreten, bei den Automationen reicht das Spektrum von der einfachen Entnahmelösung bis zum Sechs-Achs-Roboter für komplexe Aufgaben.


Premiere: elektrischer Allrounder 820 A


Weltpremiere bei den Spritzgießmaschinen feiert in Düsseldorf der elektrische Allrounder 820 A, der die elektrische High-End-Baureihe Alldrive komplettiert. Für diese Maschine wurden sowohl die 4.000-kN-Kniehebel-Schließeinheit als auch die elektrische Spritzeinheit der Größe 2100 neu entwickelt. Damit schließt sich bei den elektrischen Schließeinheiten die Lücke zwischen 3.200 und 5.000 kN. Gleiches gilt für die hybride Hochleistungsbaureihe Hidrive, für die diese neue Kniehebelgröße in Zukunft ebenfalls zur Verfügung stehen wird. Mit der neuen elektrischen Schließkraft- und Spritzeinheitsgröße erhöht sich die Modularität des Arburg-Programms weiter und bieten Kunden die Möglichkeit, ihre Allrounder noch detaillierter auf die Anwendung und das Produkt hin abzustimmen und damit die Produktionseffizienz weiter zu erhöhen.


Premiere: Sechs-Achs-Roboter hängend auf Linearachse


Für den Automationssektor präsentiert Arburg zusammen mit dem Kooperationspartner fpt Robotik als Weltneuheit einen Agilus-Sechs-Achs-Roboter der Firma Kuka mit implementierter Selogica-Bedienoberfläche. Dieser hängt an einer quer zur Maschine angeordneten Linearachse. Die Kombination des Sechs-Achs-Roboters mit einer Linearachse ermöglicht dynamischere Bewegungen und schnellere Eingriffe ins Spritzgießwerkzeug. Daraus resultieren kürzere Zykluszeiten und eine höhere Produktivität. Weiterer Vorteil dieser mobil einsetzbaren Lösung ist der vergrößerte Arbeitsraum, da der kleine Roboter auf der Achse verfahrbar ist und auch die Bodenfläche unterhalb ohne Einschränkung nutzbar bleibt. So kann der Agilus-Roboter zahlreiche Aufgaben rund um die Spritzteilfertigung übernehmen. Von der Größe und Leistungsfähigkeit her ist er mit Traglasten zwischen 6 und 10 kg genau auf die Bedürfnisse der Kunststoffverarbeitung abgestimmt und stellt eine wirtschaftliche Handhabungslösung dar.


Anwendungs-Highlight: Partikelschaum-VerbundSpritzgießen


Vorgestellt wird die neue Automationslösung an einem Zwei-Komponenten-Allrounder 470 S, mit dem auch die Weiterentwicklung des Partikelschaum-VerbundSpritzgießens (PVSG) präsentiert wird. Das noch junge Verfahren, das die Firmen Ruch Novaplast, Krallmann und Arburg gemeinsam entwickelt haben, eröffnet völlig neue Möglichkeiten für den Leichtbau. Bei dem K-Exponat wird im ersten Schritt die Kunststofffelge an den eingelegten Partikelschaum-Reifen angespritzt. Nach dem Umsetzen des Vorspritzlings im Werkzeug folgt das Umspritzen des Reifens mit einem TPE. Der Sechs-Achs-Roboter übernimmt alle Handhabungsaufgaben vom Einlegen des geschäumten Reifens bis zur Übergabe der Fertigteile an die Verpackungsanlage, deren Beutel im laufenden Prozess bedruckt werden.


Anwendungs-Highlight: Langfaser-Direktspritzgießen kombiniert mit Organoblech


Als weiteres innovatives Verfahren für den Leichtbau präsentiert Arburg das Langfaser-Direktspritzgießen. Es ermöglicht erstmals, bis zu 50 Millimeter lange Fasern über eine Seitenbeschickung an der Spritzeinheit direkt in die flüssige Schmelze zuzuführen und dort homogen zu verteilen. Faserlänge, Faseranteil und die Materialkombination lassen sich individuell einstellen. Das neue Verfahren bietet eine hohe Flexibilität und die Möglichkeit, eigenes Know-how zu erarbeiten. Hinzu kommt ein signifikanter Kostenvorteil, da die Ausgangsstoffe Kunststoff und Glasfaserroving günstiger sind als fertige Langfasergranulate.


Vorgestellt wird das Verfahren an einem energieoptimierten hydraulischen Allrounder 820 S mit Servohydraulik, der mit einem Werkzeug der Firma Georg Kaufmann Formenbau AG arbeitet. Durch Umspritzen von endlosfaserverstärkten Thermoplast-Einlegern (Organobleche) entstehen hochfeste und stabile Composite-Bauteile, die bei einer Länge von über 500 mm unter 300 Gramm wiegen. Organobleche kombinieren gezielt zwei oder mehrere Materialien miteinander, wobei sich deren Eigenschaften potenzieren. Die Endlosfasern – im Allgemeinen Glas, Carbon und Aramid in Gewebe- oder Gelegeform – bestimmen die mechanischen Eigenschaften wie Festigkeit und Steifigkeit. Der Matrixwerkstoff ist im Verbund für die Kraftübertragung zwischen den Fasern verantwortlich und schützt die Verstärkungsstruktur vor Ausknicken und Umwelteinflüssen.


Bei dieser Anwendung nimmt ein Sechs-Achs-Roboter die Organobleche aus einem Magazin auf. Diese werden materialschonend aufgeheizt und bei Umformtemperatur an das LIPA-Werkzeug (Lightweight Integrated Process Application) übergeben. In einer Zykluszeit von rund 40 Sekunden erfolgen dort gleichzeitig das Umformen der Einleger und das Anspritzen von Funktions- und Versteifungselementen wie z. B. Randbereiche, Lageraugen und Rippenstrukturen. Das produzierte Bauteil ist ein anschauliches Beispiel, wie sich durch die Kombination von Organoblech und Langfaser-Direktspritzgießen Leichtbauteile mit hoher Funktionsintegration und kurzen Zykluszeiten fertigen lassen.


Werkzeug-Highlight: komplett elektrische Würfelanwendung


Ein weiteres Highlight ist die komplett elektrische Würfel-Anwendung zur Herstellung von Saftverschlüssen, die zusammen mit dem Partner Foboha präsentiert wird. Bei dem elektrischen Zwei-Komponenten Allrounder 720 A mit 3.200 kN Schließkraft ist die große Spritzeinheit 800 horizontal und die kleine Spritzeinheit 400 horizontal auf der beweglichen Aufspannplatte mitfahrend auf der Maschine angeordnet. Komplett elektrisch heißt bei dieser Anwendung, dass sowohl das Drehen des Würfels als auch die Linearverschiebung des 12+12-fach-Werkzeugs elektrisch angetrieben ist. Daraus resultieren Vorteile hinsichtlich Präzision und Zykluszeit und damit eine höherer Produktivität der Anlage.


Maschinen-Schwerpunkt: elektrische Allrounder


Die Vielseitigkeit und Leistungsfähigkeit der elektrischen Allrounder zeigen weitere Exponate auf.


Ein Allrounder 370 E der Baureihe Edrive ist zusammen mit einem Sechs-Achs-Roboter und einer Inline-Bedruckungsanlage der Firma fpt Robotik in eine Fertigungszelle integriert.


Ein Allrounder 470 A stellt eindrucksvoll das Potenzial der Hochleistungsbaureihe Alldrive unter Beweis: Mit dem


64-fach-Werkzeug der Firma Männer werden hochpräzise filigrane Dosiereinheiten in einer Zykluszeit von nur zwei Sekunden gespritzt.


Den Einsatz der elektrischen Maschinen im Medizintechniksektor unter Reinraumbedingungen stellt ein Allrounder 520 A unter Beweis. Die Maschine in Edelstahlausführung produziert mit einem 64-fach-Werkzeug der Firma Tanner Pipetten in rund 5,0 Sekunden Zykluszeit. Als Automationskomponente kommt ein Vario-TIP-System von Waldorf Technik zum Einsatz, das speziell zur Handhabung von Pipettenspitzen konzipiert wurde.


Verfahrens-Schwerpunkt Mehrkomponententechnik


Neben der elektrischen Würfeltechnologie und dem Partikelschaum-VerbundSpritzgießen gibt es eine weitere Mehrkomponenten-Anwendung. Zusammen mit Kooperationspartner Rico wird die Verbindung zwischen Thermoplast und Flüssigsilikon (LSR) gezeigt. Auf einem hydraulischen Allrounder 570 S mit zwei Spritzeinheiten in L-Stellung entsteht ein Vakuum-Sauger, wie er etwa zum Bewegen sperriger oder schwerer Lasten in der Logistik eingesetzt wird. Bei der Herstellung des Saugers wird eine Gewindebuchse aus Metall von einem Multilift V Robot-System eingelegt und mit den beiden Komponenten umspritzt.


Für jeden das Passende


Mit über zehn Exponaten auf dem eigenen Messestand und über zehn weiteren Maschinen auf Fremdständen ist Arburg auf der K 2013 prominent vertreten und präsentiert sein gesamtes Spektrum: elektrische, hybride und hydraulische Allrounder, Horizontal- und Vertikalmaschinen, Automationslösungen, Verarbeitung von Thermoplast, Duroplast und Silikon. Mehrkomponenten-Verarbeitung, Umspritzen von Einlegeteilen, Verpackungs- und Medizintechnik und vieles mehr. Alle Exponate sind genau auf die jeweiligen Produkt- und Produktionsanforderungen abgestimmt und zeigen auf, wie sich Kunststoffteile in Zukunft mit Arburg-Technik effizient herstellen lassen.