30.04.2015

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Freudenberg: Technologiekonzern zum fünften Mal in Folge mit Umsatzrekord

Freudenberg meldet für das Geschäftsjahr 2014 mit einem Umsatz von 7.039,1 Millionen Euro (VJ. 6.622,5 Millionen Euro) zum fünften Mal in Folge einen neuen Rekordwert. Dies ist ein Anstieg von 416,6 Millionen Euro und entspricht einer Steigerung von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach den Effekten aus Akquisitionen und Desinvestitionen in Höhe von per Saldo 131,0 Millionen Euro und nach Berücksichtigung der Wechselkurseffekte lag der Umsatz um 5,6 Prozent oder 368,0 Millionen Euro über dem des Vorjahres. Der Umsatz hat sich in allen Geschäftsfeldern erhöht. Das Konzernergebnis betrug 478,3 Millionen Euro (VJ. 401,5 Millionen Euro) und ist im Wesentlichen auf den Markterfolg und auf innovative Produkte zurückzuführen. Zum 31. Dezember 2014 beschäftigte die Freudenberg Gruppe 40.456 Mitarbeiter (VJ. 39.897).

Die Geschäftsergebnisse basieren auf der Quotenkonsolidierung für Gemeinschaftsunternehmen (inklusive der Aktivitäten der 50:50 Joint Ventures), die Freudenberg weiter zur Steuerung der operativen Tätigkeiten verwendet. Den Bilanzierungsregeln nach IFRS entsprechend werden 50:50 Joint Ventures nach der At-Equity-Methode bewertet, das heißt Umsatz- und Mitarbeiterzahlen werden nicht berücksichtigt. Dem­nach lag der Umsatz mit 5.982,3 Millionen Euro (VJ. 5.646,1 Millionen Euro) im Jahr 2014 um 336,2 Millionen Euro über dem Niveau des Jahres 2013.

Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) lag bei 563,4 Millionen Euro (VJ. 457,3 Millionen Euro). Das Konzernergebnis betrug 477,8 Millionen Euro (VJ. 398,8 Millionen Euro) und beruht zum einen auf dem höheren Umsatz und zum anderen auf einer besseren Kapazitätsauslastung sowie Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung. Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit erhöhte sich um 101,9 Millionen Euro auf 617,8 Millionen Euro (VJ. 515,9 Millionen Euro). "Wir konnten die Investitionsquote von 4,1 auf 4,5 Prozent im Jahr 2014 weiter ausbauen", sagte Dr. Ralf Krieger, Mitglied des Vorstands. Die Investitionen in Sachanlagen betrugen im Berichtsjahr 271,6 Millionen Euro (VJ. 229,3 Millionen Euro). Die liquiden Mittel lagen zum Jahresende bei 917,7 Millionen Euro (VJ. 672,9 Millionen Euro).

Die finanzielle Basis der Unternehmensgruppe wurde nochmals gestärkt. Mit einer Eigenkapitalquote von 48,2 Prozent (VJ. 47,3 Prozent) verfügt die Freudenberg Gruppe weiter über eine komfortable Eigenkapitalausstattung. Die Ratingagentur Moody´s beurteilte im Mai 2014 die Freudenberg SE mit Baa1 und bestätigte den Ausblick mit "stabil". Damit verfügt Freudenberg über eine sehr gute Bonitätseinschätzung und liegt im Investmentgrade. Insgesamt beschäftigte die Freudenberg Gruppe zum Jahres­ende auf der Basis der At-Equity-Methode 34.030 Mitarbeiter (VJ. 33.245).

Innovationen und Investitionen
Zur Steigerung der Innovationskraft hat das Unternehmen die Aufwendungen in Forschung und Entwicklung von 2010 bis 2014 auf quotaler Basis von 181,3 Millionen Euro um rund 50 Prozent auf 270,3 Millionen Euro erhöht. Ziel aller Aktivitäten sei es, den Umsatzanteil neuer Produkte weiter zu steigern. Der Anteil der Produkte, die jünger sind als vier Jahre, liegt auf quotaler Basis bei 28,2 Prozent (VJ. 27,5 Prozent). Im Berichtsjahr arbeiteten durchschnittlich nach Quote 2.582 Mitarbeiter (VJ. 2.484 Mitarbeiter) in der Forschung und Entwicklung. Regionaler Schwerpunkt war erneut Deutschland mit 1.542 Mitarbeitern.

Insgesamt investierte die Unternehmensgruppe auf Basis der At-Equity-Konsolidierung 369,8 Millionen Euro, davon 271,6 Millionen Euro (VJ. 229,3 Millionen Euro) in Produktionsanlagen, Sachanlagen, Gebäude und immaterielle Vermögenswerte. Beispiele dafür sind der Aufbau eines Produktionsstandortes von Freudenberg Chemical Specialities in Valinhos, Brasilien, sowie das neue Forschungs- und Entwicklungs­zentrum von Freudenberg Chemical Specialities in Qingpu, China. Außerdem errichtete Freudenberg Oil & Gas Technologies einen neuen Standort in Port Talbot, Großbritannien.

Personelle Veränderungen
Im Berichtsjahr hat sich Freudenberg personell neu aufgestellt: Mit dem Wechsel im Vorsitz des Aufsichtsrats von Dr. Wolfram Freudenberg zu Martin Wentzler sollen Kontinuität und verantwor­tungsvolle Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand sichergestellt werden. Dr. Wolfram Freudenberg schied aus Altersgründen aus dem Aufsichtsrat aus. Seit Oktober verstärkt Dr. Tilman Krauch das Vorstandsteam. Er bringt rund zwei Jahrzehnte umfassende Erfahrung aus einem international erfolgreichen Konzern mit in die Unternehmens­gruppe. Vorstandsmitglied Christoph Mosmann hat die zuständigen Gremien gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden. Er ist zum Jahresende aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Unterstützt wird der Vorstand von einem neuen Gremium, dem Executive Council. Durch die vier Mitglieder dieses Gremiums, Dr. Klaus Peter Meier (Freudenberg Home and Cleaning Solutions), Claus Möhlenkamp (Freudenberg Sealing Technolo­gies), Bruce R. Olson (Freudenberg Performance Materials) und Hanno D. Wentzler (Freudenberg Chemical Specialities), sollen die Sichtweisen der Geschäftsgruppen bei geschäftsgruppenübergreifenden Themen stärkeres Gewicht erhalten.

Ausblick
Die weltweiten konjunkturellen Rahmenbedingungen für das Geschäftsjahr 2015 schätzt Freudenberg insgesamt vorsichtig optimistisch ein. Das wirtschaftliche Umfeld könne sich allerdings sehr schnell ändern. Freudenberg geht davon aus, dass sich die schwierige wirtschaftliche Lage in Südamerika, Russland und Südeuropa auch in den kommenden Jahren nur unwesentlich ändern wird und erwartet, dass sich die Öl- und Gasindustrie auf heftige Widerstände einstellen muss. Daher geht das Unternehmen von einem moderaten Umsatzwachstum zwischen 2 und 4 Prozent für das Geschäftsjahr 2015 aus. Hierzu sollen alle Geschäftsgruppen beitragen.

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