23/02/2012

www.plasticker.de

GKV: Produktion auf Rekordniveau - Wachstum deutlich über BIP-Prognose erwartet

Mit einem Zuwachs von 8,8 % auf 55,9 Mrd. Euro hat die deutsche Kunststoff verarbeitende Industrie das Jahr 2011 mit einem neuen Rekord abgeschlossen. Damit knüpft die Branche an die Entwicklung vor der Krise an und übertrifft das bisherige Rekordjahr 2007 deutlich. Für das laufende Jahr erwartet GKV-Präsident Dr. Bernd-O. Kruse eine stabile Entwicklung auf hohem Niveau.

Die Kunststoff verarbeitende Industrie in Deutschland hat nach vorläufigen Zahlen im zurückliegenden Jahr Waren im Wert von insgesamt 55,9 Milliarden Euro hergestellt. Das bedeutet einen Zuwachs von 8,8 Prozent im Vergleich zum ebenfalls wachstumsstarken Vorjahr. Dabei stieg die Zahl der Beschäftigten um 6,6 % auf 292.000 Mitarbeiter. "Damit wurde erstmals wieder die Größenordung von Anfang der 90er Jahre erreicht, allerdings bei etwa dem halben Branchenumsatz." Die Verdopplung der Produktivität in 20 Jahren sieht Kruse als deutliches Indiz für die ungebrochene Innovationskraft der Unternehmen.

Unbefriedigend sei weiterhin die Margensituation - die starken und kaum abzufangenden Schwankungen der Rohstoffpreise scheinen noch problematischer zu sein als die absoluten Kosten. Das drückt sich besonders deutlich aus im Bereich der Technischen Teile: Während hier die Mengen um knapp 23 % stiegen, legte der Umsatz nur um knapp 11 % zu. Solche Differenzen seien auch mit hohen Produktivitätssteigerungen kaum in den Griff zu bekommen.

Als wettbewerbverzerrend sieht Kruse die aktuelle Situation der Energieversorgung. Auch hier sei weniger die absolute Höhe der Kosten ein Problem als der Versorgungssicherheit auf der einen Seite und die Mehrbelastung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, die mit 1,5 Cent je kWh zu Buche schlagen. Das führe zu Mehrkosten von durchschnittlich etwa 60 Euro/t, die bei Wettbewerbern in Nachbarländern nicht anfallen würden.

Von der deutschen Politik erhofft sich der GKV auch eine baldige Kehrtwende in der Steuerung der Forschung und Entwicklung. Gefordert wird die grundsätzliche Neuausrichtung der staatlichen Innovationsförderung, von denen die oft innovativen mittelständischen Unternehmen kaum profitieren, hin zu einer steuerlichen Berücksichtigung der FuE-Aktivitäten in den Unternehmen.

Für das laufende Jahr sieht sich die deutsche Kunststoffverarbeitung sehr gut aufgestellt. Kruse erwartet auch in diesem Jahr ein Branchenwachstum, das sehr deutlich über dem von Wirtschaftsexperten für Deutschland prognostizierten BIP von 0,9 % liegt, schließlich erwarten etwa 86 Prozent der Mitgliedsunternehmen für 2012 stabile oder steigende Umsätze. Das gelte auch angesichts der aktuell gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufigen Auftragseingänge. Kruse. "Das ist eine nach einem solchen Boomjahr völlig normale Entwicklung. Hier sehe ich keine Delle im Jahresverlauf."

(Quelle für alle Daten: GKV, Frankfurt, aus Unternehmen der Trägerverbände mit 20 oder mehr Beschäftigten).