07.02.2012

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GKV: Verband begrüßt Gleichstellung von Meister und Bachelor

Der Gesamtverband der Kunststoff verarbeitenden Industrie e.V. (GKV) begrüßt die jüngste Entscheidung zur Einführung des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR). Am 31. Januar 2012 haben Bund, Länder und Sozialpartner sich darauf verständigt, Meister- und Technikerabschlüsse auf Niveau sechs des DQR einzustufen. Dadurch nehmen diese den gleichen Stellenwert im neuen Bewertungssystem für Schul- und Berufsqualifikationen ein wie der Grad des Bachelors (siehe auch plasticker-News vom 13.12.2011). Der Spitzenverband sieht in dieser Entscheidung eine notwendige und längst überfällige Wertschätzung für die duale Berufsaus- und -weiterbildung, die nun mit der akademischen auf Augenhöhe gebracht wird. Auch der Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik wird aus Sicht des Verbandes davon profitieren.

Die Bedeutung für die Kunststoff verarbeitende Industrie beschreibt Ralf Olsen, Geschäftsführer des GKV-Trägerverbandes pro-K und im GKV zuständig für den Bereich Bildungspolitik und Berufsbildung: "Für unsere Branche ist die Gleichstellung ein wichtiges Signal. Sie zeigt nun Schwarz auf Weiß, dass man mit einer Berufsausbildung und anschließender Weiterbildung einem Akademiker in nichts nachsteht. Dies steigert die Attraktivität von Ausbildungsberufen und so auch die des Verfahrensmechanikers enorm. Gerade Abiturienten und gut qualifizierten Schulabgängern wird somit ein Ausbildungsberuf wieder schmackhaft gemacht. Und dies ist entscheidend für unsere ebenso wie für andere Industriezweige. Ohne gut ausgebildete Facharbeiter, Techniker und Meister wird es in Deutschland schwer, das aktuelle wirtschaftliche Niveau zu halten."

Auch in der künftigen Gestaltung des DQR sieht der GKV nun den Weg für eine Gleichberechtigung von schulischer und beruflicher Ausbildung geebnet, wie Ralf Olsen betont. "Das Gremium des DQR hat erkannt, dass eine berufliche Aus- und Weiterbildung ebenso wertig ist, wie eine schulische bzw. universitäre. Wir erwarten daher, dass sich dies in fünf Jahren auch in der Einstufung von allgemeinem Abitur im Vergleich zur Fachausbildung widerspiegeln wird."

Noch im Dezember des vergangenen Jahres hatte der Gesamtverband moniert, dass im Rahmen des DQR vorgesehen war, die dreijährige Berufsausbildung mindestens eine Stufe unter der allgemeinen Hochschulreife anzusiedeln. Der Verband warnte vor einem möglichen Imageverlust der dualen Ausbildung sowie der Zuspitzung des Fachkräftemangels. Er befürchtete, dass es aufgrund der Herabstufung gerade für Abiturienten kaum mehr attraktiv sei, eine Fachausbildung dem Studium vorzuziehen. Der GKV hatte daher dazu aufgerufen, diesen Entwurf nochmals zu überdenken.

Nun könne er zumindest einen vorläufigen Erfolg verbuchen. Aus dem jüngsten Beschluss von Bund, Ländern und Sozialpartnern gehe hervor, dass die Zuordnung von allgemeinbildenden Schulabschlüssen bis auf weiteres vertagt werde. Eine Gleichstellung von Abitur und dreijähriger Ausbildung sei somit noch möglich und müsse weiter Ziel sein.