12.03.2010

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Georg Kaufmann Formenbau: Spezialist für hoch integrierte Spritzgiess-Technologie

Die Georg Kaufmann Formenbau AG präsentiert auf dem VDI-Kongress „Kunststoffe im Automobilbau“ ein breites Spektrum an verfahrens- und werkzeugtechnischen Innovationen für die Kunststoffverarbeitung. Sie erlauben es, hochintegrierte und qualitativ hochwertige Multifunktionsteile kostengünstig herzustellen. Gemeinsames Merkmal aller Technologien sei die Zusammenfassung von bisher getrennten Arbeitsschritten in einen einzigen, hoch automatisierten Fertigungsablauf, teilt das Unternehmen mit.

Werkzeugtechnik für Leichtbauteile
Als Neuentwicklungen stellt Kaufmann unterschiedliche Werkzeuge vor, die für die Verarbeitung von faserverstärkten Hochleistungs-Halbzeugen zu Leichtbau-Formteilen optimiert sind. Zu diesen Halbzeugen zählen

• Organo-Bleche, das sind mit Technischen Kunststoffen imprägnierte Glasgewebe, sowie
• GMTex-Platten – das sind Organo-Bleche, die beidseitig mit einer Schicht aus einem glasmattenverstärkten Thermoplast (GMT) versehen sind und dadurch eine gewisse Fliessfähigkeit erreichen.

Diese Werkzeuge erlauben es, derartige Halbzeuge ohne Vorformung weiterzuverarbeiten sowie je nach Anforderung durch Hinter- bzw. Umspritzen Funktionselemente wie Schnapphaken oder metallische Einlegeteile in das Bauteil zu integrieren. Ferner können bei Formteilen aus GMTex-Platten Verstärkungsrippen angeformt werden.

Hinterspritzen von Printed Electronics
Eine weitere Neuentwicklung ist die Werkzeug- und Verfahrenstechnik für das Hinter- bzw. Umspritzen von Elektrolumineszenz(EL)-Folien. Diese Technologie eröffnet bei der Anwendung und beim Design von „Printed Electronics“ – z. B. Displays, berührungsempfindliche Tastaturen oder gedruckte Sensoren – völlig neue funktionelle und gestalterische Möglichkeiten, weil sich die mehrschichtige, weniger als 0,1 mm dicke EL-Folie unmittelbar beim Spritzgiessen in das Formteil integrieren lässt. Selbst eine dreidimensionale Verformung der EL-Folien ist in gewissen Grenzen möglich. Zum entscheidenden Know-how zählt es, die empfindliche EL-Folien exakt im Werkzeug zu positionieren und durch das Spritzgiessen nicht zu beschädigen.

Varysoft®: Softtouch gezielt einstellen
Das von Kaufmann entwickelte Varysoft®-Verfahren erlaubt es erstmals, bei Kfz-Innenteilen die Dicke einer Softtouch-Schaumschicht zwischen Träger und Dekor funktionsgerecht einzustellen. In einem speziellen Schiebetisch-Werkzeugs wird zunächst die tragende Struktur des Formteils spritzgegossen. In der Position für das Hinterschäumen des zusätzlich eingelegten Dekormaterials ist die Werkzeugmatrize so ausgeführt, dass das fertige Innenteil die in den unterschiedlichen Funktionsbereichen gewünschte Schaumdicke aufweist.

Duo-Lamination: In einem Schritt zu Kfz-Innenteilen mit Mehrfachdekor
Eine als Duo-Lamination bezeichnete Werkzeug- und Verfahrenstechnik erlaubt es, dekorative Kfz-Innenteile herzustellen, deren Oberfläche mit unterschiedlichen Materialien – Textil, Folien, Leder usw. – veredelt ist. Das dafür erforderliche Drehwerkzeug wird auf einer Spritzgiessmaschine betrieben, die mir einer zweiten Einspritzeinheit und einem mitfahrenden Drehtisch ausgestattet ist. In den Fertigungsablauf ist auch das Ausstanzen des überstehenden Dekormaterials integriert, sodass der Herstellprozess ein einbaufertiges dekoratives Kfz-Innenteil ergibt.

Dolphin: Softtouch vereint mit Steifigkeit
Mit einem von Kaufmann für das Dolphin-Verfahren entwickelten Zweikomponenten-Drehwerkzeug lassen sich das Spritzgiessen und das Schäumen in einer Fertigungszelle zusammenfassen. Auf diese Weise lassen sich tragende Funktionsteile mit Softtouch-Oberfläche kostengünstig herstellen. Dazu wird in der ersten Werkzeugstation das Trägermaterial eingespritzt. Nach einer Drehbewegung wird in Station zwei ein schäumbarer Polyester in das zunächst geschlossene Werkzeug eingespritzt. Dabei bildet sich an der Werkzeugwand eine dichte Haut. Dann schafft ein Öffnungshub des Werkzeugs den für das Aufschäumen erforderlichen Raum.

Bauteilheizung beim Spritzgiessen integrieren
Die Anwendung von Heizlack-Systemen beim Dekor-Hinterspritzen ergibt Verbundbauteile mit einer temperierbaren Oberfläche. Einzelheiten dazu enthält die beigefügte Pressemitteilung „Dekorierte Innenraumverkleidungen mit integrierter Heizung“.

Weitere Informationen: www.gktool.ch

VDI-Tagung „Kunststoffe im Automobilbau“, 17.-18. März 2010, Mannheim, Stand 7