04.09.2012

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Gerresheimer: Niederlassung in Dongguan ausgebaut

Gerresheimer Medical Plastic Systems baut seinen Standort im chinesischen Dongguan zum Kompetenzzentrum für das Spritzgießen, Bedrucken und die Montage medizinischer Geräte aus, teilt das Unternehmen mit. Die Produktion preissensitiver Produkte wird demnach zunächst am deutschen Standort Pfreimd gestartet und dann von der auf solche Transfers spezialisierten Production Coordination Unit des Unternehmens nach China verlagert. Die Produktion für zwei Stechhilfen sei auf diese Weise bereits erfolgreich transferiert worden.

Im Markt für medizinische Geräte wie Stechhilfen und Lanzetten werden die Produktzyklen immer kürzer und der Preisdruck immer größer. Bei der Produktentwicklung wird daher laut Gerresheimer verstärkt auf modulare Plattformkonzepte gesetzt, deren Elemente über mehrere Produktgenerationen hinweg genutzt werden können. Hinzu komme die Forderung nach möglichst effizienten Lösungen für Produktion und Montage der Produkte.

"Durch die Verzahnung unserer europäischer Entwicklungs- und Industrialisierungskompetenz mit dem Produktionspotenzial in China können wir unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen mit attraktiven Produktionskosten bieten.", erläutert Manfred Baumann, Geschäftsführer der Gerresheimer Regensburg GmbH das Konzept. "Abläufe, die sich in Europa nur vollautomatisiert rechnen, können durch die globale Aufstellung von Gerresheimer Medical Plastic Systems (MPS) manuell oder teilautomatisiert verwirklicht werden. Dies bedeutet wesentlich geringere Investitionen in die Automationstechnik."

Im konkreten Fall werden von Gerresheimer zwei Stechhilfen produziert, die eine Vielzahl von Gleichteilen zur Senkung der Kosten nutzen. Die Industrialisierung erfolgte im Technischen Competence Center von Gerresheimer MPS in Wackersdorf, die Fertigung wurde zunächst in Europa aufgebaut und dann nach festgelegten Meilensteinen nach China transferiert. Die permanente Versorgung des Kunden mit Bauteilen sei durch ein entsprechendes Produkttransfer- und Logistikkonzept sichergestellt worden. Ein wichtiges Element für den erfolgreichen Transfer sei das Schulungsprogramm für die chinesischen Mitarbeiter gewesen.

Die gesamte Steuerung der Verlagerung wurde von der Fachabteilung "Production Coordination Unit" übernommen. Hierzu gehörte die Layoutplanung für Produktion und Montage, die gesamte Personalplanung sowie die Kapazitätsplanung, Maschinenspezifizerung und Qualifizierung. In der Transferphase selbst kam eine Vielzahl von Detailaufgaben von der Verpackung bis zur Abwicklung der Zollformalität hinzu.

Inzwischen ist die gesamte Prozesskette für Stechhilfen in China aufgebaut. 15 Spritzgießmaschinen, zwei halbautomatische Montageanlagen einschließlich Schweißanlagen sowie sechs Kent-Bedruckungsanlagen für Tampondruck stehen in dort zur Verfügung.