16.05.2011

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Grüner Punkt: Erstes "Fishing for Litter"-Projekt in Deutschland gestartet - DSD analysiert Meeresabfall in eigener Kunststoffverwertungsanlage in Hörstel

Die Der Grüne Punkt - Duales System Deutschland GmbH (DSD) kämpft gegen den Müll im Meer. In der Kunststoffverwertungsanlage der DSD-Tochter Systec Plastics GmbH im nordrhein-westfälischen Hörstel werden DSD-Experten im Rahmen des Pilotprojekts "Fishing for Litter" von Fischern gesammelte Abfälle analysieren, um Aufschluss über die Art und Zusammensetzung zu bekommen. In einem weiteren Schritt will der Grüne Punkt erforschen, ob ein Recycling der Abfälle möglich ist, oder für eine schadlose und ordnungsgemäße Beseitigung sorgen.

"Wir werden unser Know-how und unser hervorragendes Netzwerk in der Branche einsetzen, um zur Bekämpfung dieses wichtigen Problems beizutragen", erklärt Stefan Schreiter, Vorsitzender der DSD-Geschäftsführung. "Eine gute Entsorgungsinfrastruktur hilft, den Eintrag von Müll vom Land ins Meer zu begrenzen. Der Grüne Punkt und die Mülltrennung in Deutschland haben hier viel geleistet. Wir möchten mit unserer Projektbeteiligung dafür sorgen, die Müllmengen in Nord- und Ostsee weiter zu reduzieren."

Gemeinsam mit DSD und regionalen Partnern hat der Naturschutzbund Deutschland (NABU) das erste "Fishing for Litter"-Projekt in Deutschland gestartet. Fischer helfen nun, Abfälle aus dem Meer zu entfernen und umweltgerecht im Hafen zu entsorgen. Die Ostseehäfen Burgstaaken (Fehmarn) und Heiligenhafen sind dabei Pilotregion für den Ostseeraum. "Wir freuen uns über eine breite Allianz gegen die Müllkippe Meer", sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke, "denn nur durch gemeinsame Aktionen von Politik, Wirtschaft und Naturschutz können wir den Tod von zehntausenden Meerestieren durch unseren Zivilisationsmüll verhindern."

Geschätzte 20.000 Tonnen Müll landen Jahr für Jahr in der Nordsee - auch weite Teile der Ostsee sind stark verunreinigt, die ökologischen Folgen daher dramatisch. Seevögel und Meeressäuger ersticken oder verhungern an den Abfällen, auch Fische und Muscheln sind durch Mikroplastik belastet. Zugleich klagen Fischer über verunreinigte Fänge sowie kaputte Netze; die Kommunen müssen Millionen Euro für die Reinigung von Stränden und Küsten ausgeben. Fischer, Abfallentsorger, Kommunen und NABU wollen jetzt gemeinsam gegen den Müll in der Ostsee vorgehen. Die "gefischten" Abfälle werden an Bord gesammelt; im Hafen stehen kostenlose Sammelcontainer zur Verfügung. In der Pilotphase wird dieser Müll getrennt erfasst, um Informationen zur Belastung der Ostsee durch Abfälle zu erheben. Damit will das Projekt einen wichtigen Beitrag zur nationalen Umsetzung der 2008 verabschiedeten Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie der EU leisten.