04.11.2015

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Grammer: Automobilzulieferer mit deutlichem Umsatzwachstum

Der Konzernumsatz der Grammer AG weist für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2015 einen weiterhin deutlichen Anstieg von 6,3 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro aus (Vj. 993,8 Millionen). Der Umsatzzuwachs war erneut auf das unverändert dynamisch wachsende Konzernsegment Automotive zurückzuführen, während der Umsatz im Konzernsegment Seating Systems weiterhin von der anhaltenden Schwäche wichtiger Absatzmärkte belastet blieb, teilt der Automobilzulieferer mit.

Zwischen Januar und September 2015 erwirtschaftete Grammer ein operatives Ergebnis (EBIT) von 29,7 Millionen Euro (Vj. 43,1). Das Konzern-EBIT war im gesamten Jahresverlauf von der schwächeren Geschäftsentwicklung im Segment Seating Systems aufgrund der Kontraktion in wichtigen Teilmärkten sowie von den Aufwendungen für weltweite strukturelle Optimierungs- und Erweiterungsmaßnahmen vor allem im Bereich Automotive beeinflusst. Die EBIT-Rendite für den Konzern belief sich auf 2,8 Prozent (Vj. 4,3). Das Nettoergebnis für die ersten neun Monate 2015 betrug 16,7 Millionen Euro (Vj. 25,8) und lag entsprechend ebenfalls unter dem Vorjahreswert.

Umsatz und EBIT im dritten Quartal im Rahmen der Erwartungen
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2015 erzielte der Grammer Konzern einen Umsatz von 345,8 Millionen Euro und lag damit aufgrund des Wachstums im Automotive Segment mit 6,7 Prozent weiter deutlich über dem Vorjahreswert (Vj. 324,2). Das EBIT im dritten Quartal betrug 5,1 Millionen Euro (Vj. 12,2) und lag damit im Rahmen der Erwartungen für den Verlauf des zweiten Halbjahres 2015. Das geringere EBIT-Niveau gegenüber dem Vorjahr war wie auch im bisherigen Jahresverlauf durch die Marktschwäche im Bereich Seating Systems sowie die anhaltenden Kosten für neue Produktanläufe und Optimierungs- und Erweiterungsmaßnahmen begründet. Darüber hinaus beeinflussten die saisonalen Schließungstage der Fahrzeughersteller das Ergebnis vor allem in den Monaten Juli und August.

Automotive-Umsatz steigt um über 15 Prozent
Im Konzernsegment Automotive erzielte Grammer in den ersten neun Monaten 2015 einen Umsatz von 740,9 Millionen Euro (Vj. 642,1). Damit lieferte das Segment ein unverändert hohes dynamisches Wachstum von 15,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insbesondere der Anlauf neuer Modelle in allen Regionen und die insgesamt weiterhin positive Automobilkonjunktur führten zu dieser erfreulichen Umsatzsteigerung. Allerdings wirkten sich diese hohen Zugewinne im Umsatz durch die branchenüblichen Anlaufkosten in der Hochlaufphase erwartungsgemäß noch nicht positiv auf die operative Ergebnisrendite aus. Auch die im Jahresverlauf noch andauernden Verlagerungs- und Optimierungsmaßnahmen, zentrale Bausteine der internationalen Wachstumsstrategie von Grammer, beeinflussten das operative Ergebnis. Das EBIT im Segment Automotive betrug daher im Berichtszeitraum 17,5 Millionen Euro (Vj. 21,4). Die EBIT-Rendite für das Segment lag bei 2,4 Prozent (Vj. 3,3).

Im dritten Quartal betrug der Segment-Umsatz 246,0 Millionen Euro (Vj. 214,2), das EBIT belief sich auf 3,1 Millionen Euro (Vj. 6,3).

Seating Systems weiter von Auswirkungen der Marktschwächen geprägt
Im Konzernsegment Seating Systems verbuchte Grammer in den ersten neun Monaten des Jahres 2015 einen Umsatz von 343,4 Millionen Euro und damit 6,9 Prozent weniger als im Vorjahr (Vj. 369,0). Die Geschäftsentwicklung in diesem Segment litt weiterhin deutlich unter der anhaltenden Marktschwäche in wichtigen Absatzregionen. Insbesondere der weltweite Absatz von Landmaschinen, der brasilianische Lkw-Markt und der chinesische Nutzfahrzeug-Markt verzeichneten drastische Rückgänge. Die gegenüber dem Vorjahr partiell stark reduzierte Fahrzeugproduktion führte bei Grammer zu entsprechend niedrigeren Abrufen von Sitzen, speziell im margenstärkeren High-End Bereich. Entsprechend lag das Segment-EBIT mit 19,5 Millionen Euro unter dem Vorjahr (Vj. 30,0). Die EBIT-Rendite betrug 5,7 Prozent (Vj. 8,1).

Im dritten Quartal 2015 betrug der Seating-Umsatz 110,3 Millionen Euro (Vj. 116,0). Das EBIT belief sich aufgrund der oben beschriebenen Einflussfaktoren und der zusätzlich geplanten Aufwendungen zur Kapazitätsanpassung in den Kernregionen auf 3,5 Millionen Euro (Vj. 8,2). Das Quartalsergebnis lag damit im Rahmen der Planungen für den Verlauf der Geschäftsentwicklung in der zweiten Jahreshälfte.

Investitionstätigkeit aufgrund Marktentwicklung angepasst
Zum 30. September 2015 lagen die Investitionen des Grammer Konzerns mit 25,0 Millionen Euro um 7,2 Millionen Euro oder 22 Prozent unter dem Vorjahreswert (Vj. 32,2). Im Segment Automotive summierten sich die Investitionen auf 17,4 Millionen Euro und dienten vorrangig dem Ausbau der Fertigungskapazitäten aufgrund der bevorstehenden Produktanläufe. Die Investitionen im Segment Seating Systems wurden entsprechend der rückläufigen Marktentwicklung angepasst und lagen im Berichtszeitraum mit 6,3 Millionen Euro unter Vorjahresniveau.

Eigenkapitalquote und Gearing gegenüber Vorjahr leicht erhöht
Das Konzern-Eigenkapital von Grammer erhöhte sich zum Quartalsstichtag von 234,8 Millionen Euro auf 243,8 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote lag unverändert zum 30. September 2015 bei 29 Prozent.

Die Nettofinanzverbindlichkeiten des Konzerns betrugen nach Abschluss des dritten Quartals 136,3 Millionen Euro (Vj. 120,6). Die Verschuldungsquote (Gearing) stieg entsprechend auf 56 Prozent (Vj. 51 Prozent) an.

Umsatz- und EBIT-Prognose für Gesamtjahr 2015 bestätigt
Die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal sowie die Einschätzung für den Verlauf im vierten Quartal liegen nach wie vor im Rahmen der aktuellen Prognose für das Gesamtjahr 2015. Die Entwicklung des Bereichs Automotive wird den Erwartungen nach auch im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres durch Produktneuanläufe und Projekte geprägt sein. Im Segment Seating Systems wird sich demnach der Umsatzrückgang auch im Verlauf des Geschäftsjahres aufgrund der anhaltenden Marktschwäche weiter fortsetzen.

Vor diesem Hintergrund bestätigt Grammer die aktuelle Umsatz- und EBIT-Prognose für das Geschäftsjahr 2015. Darin wird ein EBIT von rund 42 Millionen Euro für das Gesamtjahr erwartet. Beim Umsatz erwartet Grammer trotz der stärkeren Abschwächung im Bereich Seating Systems aufgrund der hochlaufenden Projekte im Bereich Automotive unverändert eine spürbare Steigerung gegenüber dem Vorjahr auf über 1,4 Milliarden Euro.

Über Grammer
Die Grammer AG, Amberg, ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung sowie von Fahrer- und Passagiersitzen für Nutzfahrzeuge. Im Segment Automotive liefert das Unternehmen Kopfstützen, Armlehnen und Mittelkonsolen an namhafte Pkw-Hersteller im Premiumbereich und an Systemlieferanten der Fahrzeugindustrie. Das Segment Seating Systems umfasst die Geschäftsfelder Lkw- und Offroad-Sitze sowie Bahn- und Bussitze.

Mit über 11.300 Mitarbeitern in 30 Gesellschaften ist Grammer in 20 Ländern weltweit tätig.

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