Grazer Forscher veröffentlichen Zusammenstellung der häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten

Hepatitis B, HIV, Chlamydien: Sexuell übertragbare Krankheiten (STDs) sind weltweit auf dem Vormarsch. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich in Europa die Infektionsraten von Gonorrhoe – umgangssprachlich Tripper – zwischen 2008 und 2014 mehr als verdoppelt. Im Jahre 2014 wurde die höchste Zahl neuer HIV-Infektionen seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1980er Jahren bekannt gegeben. „Die WHO schätzt, dass sich weltweit täglich etwa eine Million Menschen mit einer sexuell übertragbaren Krankheit anstecken“, weiß Ass.-Prof. Dr. Didac Carmona-Gutierrez vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz.

Der Forscher veröffentlichte Anfang dieser Woche gemeinsam mit seinem Kollegen Univ.-Prof. Dr. Frank Madeo die erste frei verfügbare Zusammenfassung der medizinischen und molekularen Details der acht häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten in einer Sonderausgabe des englischsprachigen online Journals „Microbial Cell“.

Sexuell übertragbare Krankheiten beeinflussen nicht nur das Wohlbefinden und die Gesundheit Betroffener maßgeblich, sondern stellen auch ein sozioökonomisches Problem dar: „In den USA entstehen jährlich Kosten in der Höhe von 16 Milliarden US Dollar für die Behandlung der acht häufigsten Infektionen“, bestätigt Carmona-Gutierrez. Weltweit am meisten verbreitet sind Syphilis, Gonorrhoe, Chlamydien, trichomoniasis, Hepatitis B, Herpes-simplex-Virus, HIV und humanes Papillomavirus. Wie diese Erkrankungen entstehen, übertragen und behandelt werden können, haben renommierte WissenschafterInnen im online Journal jeweils in Übersichtsartikeln in englischer Sprache aufgearbeitet. Jede der acht Krankheiten wurde außerdem hinsichtlich folgender Fragen abgehandelt: Übertragung und Schutz; Pathologie/Symptomatologie; Epidemiologie, Inzidenz und Prävalenz; Behandlung und Heilbarkeit sowie Molekulare Mechanismen der Infektion.

„Microbial Cell“ ist eine monatlich erscheinende wissenschaftliche Zeitschrift mit Sitz in Graz und bietet eine internationale Plattform für die Publikation von Forschungsarbeiten, die die Verwendung einzelliger Organismen und mehrzelliger Mikroorganismen implementieren, um zelluläre Reaktionen auf innere und äußere Reize zu verstehen und/oder menschliche Krankheiten zu modellieren. „Microbial Cell“ wird als Open-Access Journal herausgegeben und bietet somit den freien Zugang zu seinem gesamten Inhalt.

Quelle
Karl-Franzens-Universität Graz